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Heavenly Sword

Heavenly Sword

FANTASY-ANIMATION: USA, 2014
Regie: Gun Ho Jang
Darsteller:

STORY:

Eine Prophezeiung behauptet, dass der Tyrann Bohan durch das legendäre "Heavenly Sword", eine göttliche Waffe, besiegt und getötet wird. Der Clan des Kriegers Chen hütet diese Waffe für einen ebenfalls prophezeiten Krieger, der dieses Schwert führen darf. Bohan will den Stamm vernichten, bevor dieser mysteriöse und göttliche Krieger auftaucht. Doch Nariko, Chens ungeliebte Tochter und selbsterlernte Kriegerin und das etwas zurückgebliebene Waisen-Mädchen Kai, um das sich Nariko liebevoll kümmert, nehmen das Schwert an sich und brechen auf zu einer abenteuerlichen, kampfreichen Suche nach dem prophezeiten Besitzer des Schwertes, immer auf der Flucht vor Bohans menschlichen und unmenschlichen Kriegern.

KRITIK:

Na, da habe ich mir was eingetreten. Der Chef leitet mir weiter: Fantasy-Schlachtplatte mit halbnackten rothaarigen Kampf-Babes, die unter heftigen Gebrauch von magischen Zuckungen und Riesen-Brüsten, äh, Riesenwaffen Barbarenfürsten in den Arsch treten. Nimm das, James Earl Jones! (Nichts gegen Sie, Mr. Jones, aber Barbarenfürsten und sie, ach egal) Und dann kriege ich ein Kuvert mit einer Silberscheibe, wo lapidar Presse-DVD raufgeschrieben ist und ein Begleittext, der sich bedankt, dass ich jetzt den sensationellen Zeichentrick-Film (sorry, Animations-Film) frisch nach einem Playstation-Spiele-Bestseller von 2007 gedreht, bespreche.

Öhm. Jaja, lieber Erich H. - Notiz an dich selbst - immer das Kleingedruckte lesen, bevor du an eine Rezension denkst. Ich und Computerspiele. Keine großartige Geschichte. Irgendwo endet mein Wissen diesbezüglich gleich nach Tricotronic und Pac-Man. Na ja. Aber ich bin ein filmtipps.at-Teamer, die, wie jeder weiß auf einer Stufe mit Kriegsschauplatz-ReporterInnen stehen.

So, gleich vorweg, es war damals bei Erscheinen wirklich ein Bestseller am Spielsektor und wurde vor allem wegen seiner Grafik ziemlich abgefeiert. Auch war die Story-Line, denke ich zumindest, sehr opulent und abwechslungsreich für ein Konsolen-Spiel und dieser Story-Line wird auch im Film größtenteils deckungsgleich gefolgt. Die Heldin Nariko hat bis heute eine riesige Fanbase, vielleicht nicht gerade wie Lara Croft, aber beachtlich.

Das Action-Adventure-Spiel war ab 16 Jahren damals, der Film sollte laut Begleittext ab 12 Jahren freigegeben sein, was mich etwas verwundert, aber dazu später mehr. Und zumindest eine Spiel-Fortsetzung konnte ich auch finden. Und, auch das vorweg, der Film wird das Interesse an dem Spiel sicher wieder wecken können. Gun Ho Jang ist der klangvolle Name des Regisseurs und zumindest laut imdb ist das sein Erstling. Als SynchronsprecherInnen konnten Anna Torv (TV-Serie FRINGE), Thomas Jane (STANDOFF, THE PUNISHER) und Alfred Molina (SPIDERMAN 2, CHOCOLAT und mittlerweile gern gebuchter Synchronsprecher für diverse Kinderserien) gewonnen werden. Seltsamerweise hat man auf Andy Serkis (HERR DER RINGE) verzichtet, der im Spiel den Bohan spricht. Das macht Molina jetzt. Die besten Sager hat allerdings die kanadische Sängerin und Kinder-TV-Moderatorin Ashleigh Ball, welche Kai spricht.

So, jetzt aber in die Vollen. Leider konnte mich der Film nicht komplett überzeugen, was aber eher an einer gewissen Zerfahrenheit denn einer schlechten Qualität des Filmes liegt. Vermutlich haben jene, die das Spiel kennen, einen besseren Zugang. Vieles der Handlung passiert plötzlich oder endet ansatzlos, macht Sprünge und mäandert in irgendwelche Nebenstränge der Hauptgeschichte. Wobei ich sogar überlegt habe, ob da mitunter Absicht dahinter ist, um die Kapitelhaftigkeit, die vor allem bei Adventure-Spielen oft gegeben ist (nach Rücksprache mit meinem wesentlich spiel-affineren Sohn), zu illustrieren.

Bei Ansicht des Filmes dachte ich mir so zwischenzeitlich, dass es gar keiner Animation bedurft hätte, um diesen Fantasy-Schinken auf die Leinwand respektive den Großbildmonitor zu bringen. Die Effekt-Anteile wären gering, da es nur wenige wirkliche diesbezügliche Herausforderungen gibt. In den Händen eines Tsui Hark oder sogar Chris Columbus hätte eine Real-Version vermutlich die Fantasy-Film-Festivals der Welt gerockt. Aber egal. Es ist so wie es ist. Im Blutgehalt der zahlreichen Schlachten und Kämpfe ist eine ähnliche Zerfahrenheit wie im Film generell zu erkennen. Manchmal splattert es ordentlich, was auch meine Zweifel Altersfreigabe betreffend hervorruft, in anderen Szenen verlaufen Köpfungen, Blendungen oder sonstige Verstümmelungen blutlos. Sehr seltsam. Mit der Hinterfragung der Frauen-Rolle in Krieger-Gesellschaften hat der Regisseur den Film gegenüber dem Spiel sogar um eine Dimension erweitert, die ich lieber gespielt als gezeichnet gesehen hätte.

So, zum Abschluss noch eine Beurteilung des Animierten. 3D-Optik ist sicher Grundgedanke, wobei man es in dieser Qualität auch bei den Neuverfilmungen der TV-Kinder-Serien HEIDI, BIENE MAJA & Co. sieht. Die Hauptcharaktere Nariko, Kai, Bohan oder Flying Fox und ein paar der wichtigeren Nebencharaktere sind sehr eindringlich gezeichnet und garantieren Erinnerungswert, wobei man sich hier an der Vorgabe aus dem Spiel orientiert hat. Die Kämpfe (auch hier könnte man an Absicht denken) wirken oft wie immer gleiche Joystick- oder Tastenkombination-Moves (Ich hoffe, man sagt das so), heißt - schaut gut aus, ist aber immer dasselbe. 

Heavenly Sword Bild 1
Heavenly Sword Bild 2
Heavenly Sword Bild 3
Heavenly Sword Bild 4
Heavenly Sword Bild 5
FAZIT:

Es war es wieder mal höchste Zeit für einen Zeichentrick-Film für Erwachsene, mit Manga-Anime-Welten kokettierend, aber doch eigenständig. Das Fantasy-Genre eignet sich sowieso dafür. Und wenn es eine geeignete Konsolen-Spiel-Vorlage gibt, umso besser. Insgesamt ein gelungener Ansatz, den man mitunter eine fähigere Story-Führung bzw. Regie gewünscht hätte. Oder eine Realverfilmung.

Ab 24.3.2016 als Blu-ray oder DVD im Handel.

WERTUNG: 7 von 10 pfauenähnlichen fliegenden Füchsen
TEXT © Erich H.
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