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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Hinterholz 8

Hinterholz 8

KOMÖDIE: A, 1998
Regie: Harald Sicheritz
Darsteller: Roland Düringer, Nina Proll, Wolfgang Böck, Alfred Dorfer

STORY:

Die Krcals wollen ein Eigenheim. Eigentlich liebäugeln sie ja mit einem Fertigteilhaus. Herbert Krcals Arbeitskollegen raten ihm aber dazu, sich doch lieber ein altes Haus zu kaufen und dies zu renovieren. Viel billiger und überhaupt ist da die Qualität auch besser. Gesagt, getan. Ein altes Haus ist schnell gefunden und damit der Anfang vom Ende besiegelt.

KRITIK:

Ich kann da eh nicht richtig mitreden. Weder besitze ich ein Eigenheim, noch hab ich jemals ein solches renoviert. Handwerklich begabt bin ich aber schon. Ganz im Gegenteil zu Herbert Krcal. Und so nimmt das Übel seinen Lauf.

Noch ist die Parkplatzsuche in Wien sein größtes Problem. Am Ende wünscht er sich dieses glatt zurück, dann aus kleinen Problemen werden Urgewalten von Problembergen. Eigentlich vorprogrammiert, wenn man so blauäugig in einen Hauskauf hineinstolpert und noch dazu handwerklich gänzlich unbegabt ist.

Geschenkt ist noch zu teuer trifft hier auf den Wiener Schmäh, den ich so sehr liebe. Eine unfassbar komische und bitterböse Satire ist das Endergebnis. Das, ganz im Gegensatz zum Haus der Krcals, glänzt.

Hinterholz 8 ist ein kleiner Geheimtipp, der ganz zufällig ins Laufwerk meines DVD-Players gefunden hat. Der Name war mir zwar irgendwie bekannt in den hinteren Irrungen und Wirrungen meines Hirns, aber da hat er sich auch versteckt. Umso erstaunlicher, wird er doch als der beste österreichische Film überhaupt gehandelt.

Zu Recht kann ich da nur sagen. Zynisch, schwarz humorig, sarkastisch und einfach bitterböse präsentiert uns Harald Sicheritz hier ein Bühnenstück von Roland Düringer, der hier mal ganz nebenbei die Hauptrolle übernommen hat und den verzweifelten "Häuslebauer" Herbert mit Bravour spielt.

So arg erwischt´s den, dass man ihn stellenweise in den Arm nehmen möchte. Auf der anderen Seite geschieht´s dem Deppen auch nicht anders. Hochverschuldet, in einer Ruine steht er dann, verlassen von der Familie und Freunden, mittellos, in einem Wohnwagen hausend und zerdeppert auch noch sein eigenes Auto ("Made in Japan, destroyed in Sulz im Wienerwald"). Ganz zu schweigen von dem kleinen Geheimnis, welches ruhig unter dem "Haus" schlummert.

Wie soll man dem noch eins daraufsetzen? Mit einem großartigen Finale dieses Katastrophenfilms. 105 Minuten absolut fantastische Unterhaltung, bei der man sich abwechselnd die Seele aus dem Leib lacht nur um sich dann mit der Hand aufs Hirn zu klatschen, bei der ganzen Blödheit von Herbert. Und das ist vor allem den wirklich gut besetzten Darstellern zu verdanken, von der Haupt- bis in die kleinste Nebenrolle.

Übrigens, der Dialekt ist schon arg und für mich als Bayerin grad noch zu verstehen, auch wenn ich an manchen Stellen schon scharf nachdenken musste. Für alle, die der Sprache nicht so mächtig sind, gibt es deutsche Untertitel.

Hinterholz 8 empfehle ich absolut für all diejenigen, die auf zynische Abendunterhaltung stehen. Für alle anderen: "Auf diesem Planeten gibt es kein intelligentes Leben."

Hinterholz 8 Bild 1
Hinterholz 8 Bild 2
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FAZIT:

Bitterböser, zynischer, satirischer Kabarett-Kultfilm aus Österreich. Geschenkt ist noch zu teuer in der Hardcoreversion, gewürzt mit Wiener Schmäh. Schenkelklopfer Abendunterhaltung für alle Eigenheim- und Nicht-Eigenheim-Besitzer.

WERTUNG: 8 von 10 elektrifizierte Wände
TEXT © Nicky
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