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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Horns

Horns

DRAMA/HORROR/COMEDY: USA, 2013
Regie: Alexandre Aja
Darsteller: Daniel Radcliffe, Juno Temple, Max Minghella

STORY:

Für die Bewohner einer verschlafenen Kleinstadt steht fest, dass Ig (Daniel Radcliffe) der Teufel persönlich ist. Hat er doch seine Freundin ermordet. Ig betont seine Unschuld und wird Mangels an Beweisen freigesprochen. Eines Morgens wacht Ig mit schrecklichen Kopfschmerzen auf. Zu seinem Entsetzten muss er feststellen, dass Hörner aus seiner Stirn sprießen. Und wie es sich für den Leibhaftigen gehört, merkt Ig, dass die Hörner ihm Macht über seine Mitmenschen verleihen. Wird es ihm gelingen, den wahren Mörder zu finden?

KRITIK:

Unsere religiös-fundamentalistisch bewegten Freunde haben es ja immer schon gewußt: Harry Potter ist Teufelswerk und reinste Satanismus-Propaganda. Wie zum Beweis wachsen Daniel Radcliffe nun tatsächlich Hörner aus der Stirn.

Love Hurts like Hell lautet die treffende Tagline des neuesten Films von Alexandre Aja, der mit HIGH TENSION die französische Terror-Filmwelle begründete, im HILLS HAVE EYES-Remake blutrünstige Mutanten auf eine Durchschnittsfamilie los ließ und zuletzt ein dreidimensionales PIRANHA-Menu a la Carte servierte, das den PC-Tugendwächtern ordentlich den Magen umdrehte.

Und jetzt also HORNS. Auch wenn die Inhaltsangabe Gegenteiliges vermuten lässt, haben wir es tatsächlich mit Ajas ambitioniertestem Werk bislang zu tun. Dass es der Film in keine der Jahresbestenlisten 2015 geschafft hat, mag daran liegen, dass er aus dem Jahr 2013 stammt und erst jetzt auf DVD erscheint.

Ja, stimmt schon, bis ich bekennender Modernisierungsverlierer und Pirate-Bay-Verweigerer etwas mitbekomme, dauert es manchmal etwas länger. Gelohnt hätte sich das Warten für ehrliche Käufer übrigens eher nicht: Liebloser als mit dieser DVD von Universal, die außer O-Ton und Untertitel rein gar nichts bietet, kann man einen an sich ziemlich guten Film wohl kaum mehr verramschen. Ein Trauerspiel, wie die Industrie den letzten Rest an zahlungswilliger Kundschaft mutwillig vergrault.

Aber kommen wir zurück zum Film. Selbst die sonst so verrissfreudigen Schreiber von dasmanifest.com kamen nicht umhin, HORNS "schlussendlich durchaus als gelungen" zu bezeichnen. Dass er Film visuell überzeugt, sollte bei diesem Regisseur nicht überraschen. Alexandre Aja muss viel Zeit mit Spaziergängen in der freien Natur verbracht haben. Jedenfalls erstaunt die Liebe zum Detail, mit der Aja neuerdings prächtige Naturkulissen einfängt.

Das Drehbuch hält jede Menge unerwartete Wendungen parat, ohne zwangsoriginell oder konstruiert zu wirken. Den Charakteren wird genügend Raum gegeben, um sich zu entfalten. Neben Daniel Radcliffe, der sich hier von seinem Image als Kinderstar endgültig freispielt, überzeugt vor allem Juno Temple (KABOOM, KILLER JOE) als Jugendliebe/Mordopfer. Überhaupt überrascht die Ernsthaftigkeit, mit der Aja eine - lasst euch mal die Inhaltsangabe auf der Zunge zergehen - selbst für Genre-Verhältnisse eher ziemlich absurde Geschichte erzählt. Eine Geschichte, die wild zwischen grotesker Comedy, Lovestory, Coming-of-Age-Drama und Horrorthriller pendelt und doch stets den richtigen Ton trifft.

Manche Rezensenten haben ein Übermaß an Pathos bemängelt. Nicht zu Unrecht. Aber (gut gemachter) Pathos ist doch nichts Schlechtes. Schon gar nicht, wenn er in ausgesprochen schönen Bildern daherkommt und mit Musik von David Bowie, Pixies oder den Eels untermalt ist.

Horns Bild 1
Horns Bild 2
Horns Bild 3
Horns Bild 4
Horns Bild 5
FAZIT:

Zauberlehrling a.D. Daniel Radcliffe wachsen Hörner aus der Stirn. THE HILLS HAVE EYES-Regisseur Alexandre Aja überrascht mit einer stimmigen Mixtur aus sehr gut gespieltem Coming of Age-Drama, Horror-Thriller und pechschwarzer Komödie, die tatsächlich eine der lustigsten Szenen des Jahres bereithält. Definitiv einen Blick wert.

WERTUNG: 7 von 10 Schlangen um den Hals
Dein Kommentar >>
ghostdog | 16.01.2017 08:36
Ich habe die DVD gekauft, weil von Aja bisher noch nichts Schlechtes gekommen ist. Und so auch diesmal. Ein wirklich gelungener Film mit allem, was einen sehenswerten Streifen ausmacht.

Geile Optik, coole Story, gute Darsteller, schöne SFX, ein bißchen Horror, ein wenig Comedy, etwas Drama und ganz viel Fantasy mit Anleihen an "Pan`s Labyrinth" sowie "Stand by me".

Auch wenn man keinen Splatterfilm wie "High Tension" oder "THHE"erwarten darf, zeigt "Horns" ein weiteres mal, welch begnadetet Regisseur Monsieur Aja doch ist. Und so ganz ohne Blut geht`s ja auch diesmal nicht ... 9/10
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thomas | 24.01.2016 18:12
Bei Zavvi gab es ein schönes Steelbook da kommt sicher noch was.Ansonsten wirklich guter Film mit tollen Soundtrack.Aja ist momentan immer eine Bank.
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Lucky2710 | 11.01.2016 13:24
Jeder, der das Buch (orig. Teufelszeug) gelesen hat, wird von diesem Film schwer enttäuscht sein, da teilweise sogar wichtige Details geändert oder weggelassen wurden....
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