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Ich habe den englischen Knig bedient

Ich habe den englischen König bedient

OT: Obsluhoval jsem anglického krále
SATIRE: CZ, 2006
Regie: Jirí Menzel
Darsteller: Ivan Barnev, Oldrich Kaiser, Julia Jentsch, Marián Labuda, Martin Huba

STORY:

Jan Dite ist klein, mittellos und getrieben von dem Wunsch Millionär zu werden. Doch Anfangs reichts nur dazu anderen Wechselgeld beim Würstchenverkauf am Bahnhof abzuknöpfen. Aber schon bald bringt Dite es zum Kellner in einer kleinen Gaststätte. Mit Witz, Glück und jeder Menge Gerissenheit schafft er es aber, die Karriereleiter hochzuklettern und bringt es sogar bis ins feinste Restaurant Prags. Und auch die Zeit des zweiten Weltkriegs übersteht Dite weitgehend unversehrt und nach dem Krieg ist er tatsächlich ein gemachter Mann. Doch die politischen Verhältnisse nach Kriegsende entwickeln sich nicht zu seinen Gunsten...

KRITIK:

"I served the king of England" beginnt dort, wo andere Filme in der Regel aufhören. Dite (Oldrich Kaiser) wird aus dem Gefängnis entlassen. Zu fünfzehn Jahren, so erfährt man als Zuseher von Dite selbst, habe man ihn verurteilt und nun sei er begnadigt worden und hätte das Gefängnis bereits nach 14 dreiviertel Jahren verlassen dürfen.

In Rückblenden erfährt man nun wie es überhaupt so weit kommen konnte. Wie Dite es vom einfachen Würstelverkäufer (Ivan Barnev) bis hin zum Millionär schaffte. Und wie er ins Gefängnis kam.

Diese einzelnen Episoden strotzen teilweise nur von Witz und auch etwas Übertreibung. Interessanterweise ist eine dieser Episoden in Stummfilmmanier, also Schwarz-Weiß mit Texteinblendungen, gehalten. Das macht anfangs durchaus Spaß und bietet trotz Dites oft der untersten Schublade entstammenden Aktionen, einen hohen Unterhaltungswert. Dazu passt, dass meist beschwingte Musik den Soundtrack bildet und auch gerne getanzt wird. So wird selbst aus dem alltäglichen Servierritualen in einem Restaurant beinahe so etwas wie ein eleganter Tanz.

Anfangs zeichnen die einzelnen Episoden das Bild einer dekadenten Gesellschaft. Je höher Dite aufsteigt, desto mehr werfen die Leute, die er bedient, mit Geld um sich. Und desto schamloser ist ihr Verhalten. Vor allem dort, wo sie sich ungestört fühlen. In Hotels, die nur von Millionären frequentiert werden und in denen blutjunge Mädchen für die Nacht bereitstehen. Oder in nur für geladene Gäste zugänglichen Hinterzimmern feiner Restaurants, in denen ein Übermaß der feinsten Speisen serviert wird.

Im Laufe des Films verlieren die Episoden aus Dites Leben jedoch ihre anfängliche Leichtigkeit, was vor allem an den angeschnitten Themen liegt. Solche heiklen Themen wie Deportationen und das Verhältnis zwischen den Deutschen kurz vor und während des zweiten Weltkriegs sind nun einmal schwer humoristisch zu verarbeiten und auch "I served the king of England" merkt man dies an. Natürlich ist es anfangs lustig wenn Dites volksdeutsche Frau (Julia Jentsch) während des Geschlechtsverkehrs, der natürlich vorrangig dazu dient den nächsten Kriegshelden zu zeugen, ständig Dites Kopf wegdrückt um besser das übergroße Führerbild, das praktischerweise gleich gegenüber dem Ehebett hängt, zu sehen. Allerdings ist die von Julia Jentsch (Sophie Scholl - die letzten Tage) dargestellte Figur so extrem pflichtbewusst und regimetreu, dass es schon wieder grenzwertig ist.

Doch im Vergleich zu manchen anderen, man denke nur an einige deutsche, Produktionen, ist "I served the king of England" ein höchst unverkrampfter Umgang mit der Thematik gelungen. Zumal auch nicht allzu penetrant mit der Moralkeule geschwungen wird.

"I served the king of England" passiert auf den gleichnamigen Roman des tschechischen Schriftstellers Bohumil Hrabal. Für Regisseur Jirí Menzel ist es nicht die erste Adaption von Hrabals Werk. Für den Film "Liebe nach Fahrplan", der auch auf einer Geschichte von Hrabal passiert, gab es beispielsweise sogar den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Ist zwar schon einige Jahrzehnte her, aber immerhin.

Etwas veraltet muten auch die Spezialeffekte mit denen "I served the king of England" aufwartet, an. Aber dafür gibt es zumindest schauspielerisch nichts auszusetzen.

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FAZIT:

Mit teils recht bissigem Humor erzählt "Ich habe den englischen König bedient" von einem kleinen Mann, der hoch hinaus will und dabei (fast) keine Skrupel kennt. Und der ob seiner Naivität und Schelmenhaftigkeit irgendwie (meistens) doch die Sympathie des Zuschauers gewinnt. In teils grell überdrehten Bildern wird von Dekadenz und Größenwahn aber auch den Wirren und Irrsinn des Kriegs erzählt.

WERTUNG: 8 von 10 gestohlenen Briefmarken
TEXT © Gerti
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