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In the Name of Evil

In the Name of Evil

OT: Nel nome del male
GIALLO/MYSTERY: Italien, 2009
Regie: Alex Infascelli
Darsteller: Fabrizio Bentivoglio, Michaela Cescon, Alessandra Agosti, Vitaliano Trevisan

STORY:

In der norditalienischen Provinz ist Matteo, der einzige Sohn der Familie Baldassi, auf einmal spurlos verschwunden. Da die Polizei daran zweifelt, dass hier überhaupt ein Fall vorliegt, begibt sich der Vater auf eigene Faust auf Spurensuche....

KRITIK:

NEL NOME DEL MALE ist eine ambitionierte italienische TV-Minieserie aus dem Jahre 2009. Der Zweiteiler wurde von Italiens momentaner Genrefilm-Regiehoffung Nummer 1 Alex Infascelli (ALMOST BLUE, THE VANITY SERUM, HATE 2 O) als erster italienischer Film überhaupt auf HD-Red gedreht und hat mit einer Laufzeit von gut zweieinhalb Stunden die Länge eines eher epischen Kinospielfilms. Beide Teile beginnen mit sehr stylischen animierten Anfangscredits, die bei mir große Hoffnungen geweckt haben, dass es sich bei IN THE NAME OF EVIL, um einen weiteren überdurchschnittlichen bis überragenden Neo-Giallo dieses Regisseurs handelt. Doch leider kann das neueste Werk von Alex Infascelli nicht ganz mit seinen Vorgängern mithalten...

Sobald die sehr schicken Credits abgelaufen sind, entpuppt sich NEL NOME DEL MALE leider als genau das, was es ist: Diese TV-Miniserie sieht über weite Strecken leider auch genau wie ein typischer TV-Film aus. Dabei verstärkt die glatte HD-Optik nur noch den dominierenden sterilen und seelenlosen Gesamteindruck. Hinzu kommen Charaktere, welche nicht wirklich welche sind. Selbst der den Vater spielende Fabrizio Bentivoglio kann in seiner Rolle nicht ganz überzeugen und somit als eindeutiger Hauptdarsteller leider auch nicht wirklich den Film tragen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass sich die Gesamthandlung um ein Rätsel dreht, welches nicht wirkliches eines ist.

SPOILERANFANG

Es ist nicht wirklich ein Spoiler zu sagen, dass sich NEL NOME DEL MALE um die Machenschaften einer Satanssekte dreht. Nur leider geht dieser die meiste Zeit jedweder potentiell sehenswerte Mystizismus oder gar Surrealismus ab, wie man ihn von Filmen wie MALASTRANA oder ALL THE COLORS OF THE DARK her kennt. Dies hat auch einen ganz konkreten Grund: NEL NOME DEL MALE möchte seine Zuschauer nicht einfach nur unterhalten, sondern zugleich über ein reales gesellschaftliches Übel aufklären. Doch dieser Spagat, der einem Film wie DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER auf geradezu geniale Weise gelingt, funktioniert in dieser TV-Miniserie leider nur sehr bedingt.

SPOILERENDE

So richtig interessant wird es in NEL NOME DEL MALE erst in den letzten 45 Minuten. Da wartet der Streifen allerdings dann auch gleich mit einem derart faszinierenden bizarren Setting auf, dass ich fast sagen möchte, dass alleine diese eine Szene bereits das Anschauen dieses Film wert macht. Giovanni Baldassi findet sich dort auf einmal auf einem geheimnisvollen Event wieder, welches eine an Jess Franco erinnernde BDSM-Erotik mit einer perversen Modernität wie in Infascellis ALMOST BLUE kreuzt.

Bei dieser dubiosen Zusammenkunft lernt der Vater auch den ebenso geheimnisvollen, wie charismatischen Ivan Fuser (Vitaliano Trevisan) kennen. Und mit dieser Begegnung nimmt die lange kaum vorhandene Spannung in diesem Film auf einmal auf rasante Weise zu. Denn mit diesem Menschen tritt endlich wirklich jemand auf den Plan, dessen Geheimnis den Zuschauer brennend interessiert. Und so kriegt NEL NOME DEL MALE in seiner letzten Dreiviertelstunde doch noch die filmische Kurve und hinterlässt spätestens nach dem gelungenen Finale einen insgesamt doch recht positiven Gesamteindruck.

In the Name of Evil Bild 1
In the Name of Evil Bild 2
In the Name of Evil Bild 3
In the Name of Evil Bild 4
In the Name of Evil Bild 5
In the Name of Evil Bild 6
FAZIT:

Der TV-Zweiteiler NEL NOME DEL MALE von Italiens momentaner Genrefilm-Regiehoffnung Nummer 1 Alex Infascelli kann leider nicht ganz mit seinen sehr gelungenen (ALMOST BLUE) bzw. herausragenden (HATE 2 O) Vorgängern mithalten. Doch nach eineinhalb eher lahmen Stunden kriegt der Film doch noch die Kurve und verwandelt sich in seiner letzten Dreiviertelstunde in einen den sehenswerten Neo-Gialli, den ich von diesem Regisseur erwartet hatte. Der Film ist in Italien auf DVD in Italienisch mit optionalen englischen Untertiteln erschienen.

WERTUNG: 6 von 10 Dinge, von denen wir gar nicht unbedingt etwas wissen wollen
TEXT © Gregor Torinus
Dein Kommentar >>
Marcel | 17.12.2011 22:12
Äh? "Eineinhalb eher lahme Minuten"? Können eineinhalb Minuten so langweilig sein, dass sie der Rede Wert sind?
Gregor | 18.12.2011 00:15
Waren dann wohl doch eher 1,5 Stunden. ;-) Danke für den Hinweis!
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