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Ironclad

Ironclad

MITTELALTER-SPLATTER: GB, USA, 2011
Regie: Jonathan English
Darsteller: James Purefoy, Paul Giamatti, Brian Cox, Kate Mara

STORY:

England im 13. Jahrhundert: Der niederträchtige König John pfeift auf die just unterzeichnete Magna Carta und beabsichtigt mit einem Heer dänischer Söldner und dem Segen des Papstes das Königreich mit Gewalt zurück unter seine Knute zu zwingen. Wenn dem König die strategisch wichtige Burg Rochester in die Hände fällt, wird ihm dies auch unweigerlich gelingen. Doch dort hat sich längst der heroische Tempelritter Thomas mit einer Handvoll wackerer Männer verschanzt. Und die sind bereit, es mit der Übermacht an Belagerern aufzunehmen. Auch wenn die Schlacht aussichtslos erscheint...

KRITIK:

Ihr hört nun sicherlich auch Kurosawas SIEBEN SAMURAI oder Yul Brynner und seine GLORREICHEN SIEBEN kräftig trapsen. Wieder einmal möchte eine Festung von einer kleinen Anzahl todesmutiger Recken gegen eine böse, übermächtige Streitmacht verteidigt werden.

Dabei ist dieser Blut & Schwert-Batzen weniger Epos als viel mehr deftige Schlachtplatte. Da werden die Köpfe reihenweise zerschmettert, Gliedmaßen abgetrennt und Leiber durchbohrt, dass es der FSK 16-Freigabe geradezu Hohn lacht, dem medieavalen Gorehound aber ein zufriedenes Grinsen aufs Gesicht zaubern dürfte.

Somit dürfte das Klientel klar sein: Wer ein zweites BRAVEHEART, das nächste KÖNIGREICH DER HIMMEL oder gar einen GLADIATOR erwartet, wird enttäuscht. Wenn hier einer der Krieger zerschunden in den Staub sinkt (oder gar mittels Balliste völlig nonchalant an die Burgmauer geschossen wird), sekretiert wohl kaum eine Tränendrüse. Dafür sind die Figuren zu eindimensional und flach geraten.

Zur Entschädigung gibt es allerdings viele, viele bekannte Gesichter auf dem Schlachtfeld: James (SOLOMON KANE) Purefoy, Paul (THE ILLUSIONIST) Giamatti, Charles (ALIEN 3) Dance, Mackenzie (FLUCH DER KARIBIK) Crook, Aneurin (CITADEL) Barnard, Jason (DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON) Flemying oder die bezaubernde Kate Mara. Brian Cox und Vladimir Kulich dürfen diesmal die Fronten tauschen. War Cox in TROJA noch in der Rolle des diabolischen Agamemnon zu sehen und Kulich in DER 13. KRIEGER ein beowulfischer Valhalla-Kandidat, ist der Erstere in IRONCLAD ein rechtschaffener Baron, während Kulich einen finsteren Dänen-Hauptmann mimen darf.

Trotz seiner minimalistischen Story und der Epik im Krankenstand macht IRONCLAD dennoch Laune. Weil der Film ganz in seinen dynamisch gefilmten und verdammt blutrünstigen Schlachtenszenen aufgeht und so selbst eine (Über-)Länge von zwei Stunden relativ kurzweilig zu überbrücken versteht.

Ironclad Bild 1
Ironclad Bild 2
Ironclad Bild 3
Ironclad Bild 4
Ironclad Bild 5
FAZIT:

König John und sein zahlenmäßig weit überlegenes Söldnerheer möchten eine Burg einnehmen. Ein Kreuzritter hat was dagegen. Was zwei Stunden zerschmetterte Köpfe und durchbohrte Leiber zur Folge hat...- Was ich damals zu Neil Marshalls CENTURION resümiert habe, gilt ohne Abstriche auch für Jonathan Englishs IRONCLAD: Epik wird kleingeschrieben, der Splatter groß. Eine weitere mittelalterliche Schlachtplatte!

WERTUNG: 6 von 10 fiesen, englischen Königen
TEXT © Christian Ade
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