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Ist Glücksspiel unmoralisch?

Überall in Deutschland wird gespielt und das in den unterschiedlichsten Formen. Allem voran gibt es bei uns die staatliche Lotterie, welche jedes Jahr Milliardenumsätze macht. Viele haben die bekannte Ziehung 6 aus 49 gar nicht auf dem Radar, wenn vom Thema Glücksspiel die Rede ist, doch Lotto ist letztendlich genau das, ein Spiel um Geld, bei dem man sehr viel Glück braucht um zu gewinnen. Lotto hat sogar mit Abstand die schlechteste Auszahlungsquote aller geläufigen Arten von Glücksspiel und das Monopol hält niemand geringeres als der deutsche Staat selbst.

Schlechte Chancen

Vom eingenommen Geld werden bei Lotto nur ein wenig mehr als die Hälfte wieder als Gewinne an die Spieler ausgeschüttet. Als Rechtfertigung für den hohen Anteil, der einbehalten wird, dient vor allem der Fakt, dass die Hälfte der Gewinne, die der Staat erzielt, in soziale Projekte gesteckt werden. Bleibt am Ende jedoch immer noch circa ein Viertel der Gesamtsumme, die in die Staatskasse fließen. Die Aufteilung ist also wie folgt:

  • 50% geht an Spieler
  • 25% geht an einen guten Zweck
  • 25% behält der Staat

Wettbüro in der Hosentasche

Auch am Thema Sportwetten verdient der Staat fleißig mit. Und der Markt mit den Wetten auf Fußball und Co. boomt wie nie zuvor. Längst wird nicht mehr beim Buchmacher des Vertrauens gespielt, sondern jeder hat das eigene Wettbüro in der Hosentasche. Besonders diese unbegrenzte Verfügbarkeit führt bei vielen Nutzern zu Problemen. Es ist allgemein bekannt, dass Spielen um Geld ein gewisses Suchtpotential birgt und zu finanziellen Problemen führen kann. Besonders junge sportbegeisterte Menschen werden oft zu Problemspielern.

Betroffene verlieren den Überblick

Die App, mit der die Wetten platziert werden, ist direkt mit dem Bankkonto oder der Kreditkarte verbunden und schnell verlieren die Betroffenen den Überblick, wieviel Geld gesetzt wird. Nicht nur als moralisch, sondern auch rechtlich bedenklich gilt in diesem Zuge die Werbung, die besonders bei Sportveranstaltungen für die Wettanbieter gemacht wird. Es wird suggeriert, dass Sport und Sportwetten zusammen gehören und vor allem bei jungen Menschen formt sich so eine unkritische Meinung im Bezug auf Glücksspiel.

Keine Kosten, keine Gefahr?

Eine gänzlich andere Geschichte, die seit neuestem auf dem Radar von Kritikern ist, ist das Angebot Slotmaschinen ohne Anmeldung kostenlos im Internet zu spielen. Durch die kostenlose Variante lassen sich einige Regeln, die sonst für das Angebot von Glücksspiel gelten, geschickt umgehen. So braucht man zum Beispiel keine Lizenz, um diese anzubieten, da kein Geld gesetzt wird. Klar ist aber, dass durch die gratis Variante ein Fuß in die Tür gebracht werden soll, um den Weg ins Echtgeldspiel zu ebnen.

Auch die Softwarehersteller von Automatenspielen haben mittlerweile Apps auf dem Markt, mit denen kostenfrei gespielt werden kann. Gerade diese Hersteller von Software und Automaten wie die adp Gauselmann oder Bally Wulff sind häufig Teil kontroverser Diskussionen. Vorgeworfen wird ihnen vor allem, durch ihre starke Lobby und die finanzielle Unterstützung von bestimmten politischen Projekten, immer wieder Sonderregelungen zu erreichen. Einer der aktuellsten und dreistesten Fälle ist die letzte Änderung des Automatengesetzes.

Kreative Köpfe

Hier wurden gewisse Wortlaute mutwillig in sehr kreativer Weise, zu Gunsten der Hersteller ausgelegt:

  • Suchtforscher fanden heraus, dass vor allem der schnelle Ablauf von Slotmaschinen als suchterzeugend gilt. Der Gesetzgeber entschied sodann, dass ein Spiel am Automaten von nun an 20 Sekunden dauern müsse.
  • Die Automatenwirtschaft entschied darauf kurzerhand, dass das drehen der Walzen nichts mit dem “Spiel” zu tun habe. Als “Spiel” gilt seitdem das Aufbuchen des Geldes. Es wird jetzt also in 20-Sekunden-Schritten Geld übertragen, die Walzen drehen sich jedoch mit derselben Geschwindigkeit wie vorher.

Ein zweites Beispiel zeigt die Dreistigkeit fast noch besser. Laut neuem Gesetz sollte auch die Automatik-Taste an den Geräten abgeschafft werden. Das geschah dann auch. Allerdings befindet sich jetzt eine neue Taste auf den Geräten. Diese heißt “Super Spiel Taste” und erfüllt genau denselben Zweck.

Vorbildfunktion

Wenn vom Thema Glücksspiel und Moral gesprochen wird, sollte ein wichtiges Thema nicht vergessen werden, die Vorbildfunktion von Stars aus Sport und Fernsehen. So präsentierte sich schon Oliver Kahn als offizielles Gesicht eines Sportwettenanbieters und erst vor kurzem wurde Bastian Schweinsteiger zum Werbebotschafter der deutschen Automatenindustrie. Experten sehen hier ganz klar die Gefahr einer Verharmlosung des Themas Glücksspiel, besonders bei Jugendlichen und Kindern. Auch wenn die Werbung nicht direkt an diese gerichtet ist, so lässt sich die Wirkung doch einfach nicht verhindern.

Glücksspiel ist nicht unmoralisch

Glücksspiel selbst ist nicht unmoralisch, jedoch geht es bei dem Thema um viel Geld und leider leben wir in einer Welt, in der Geld oft vor Moral kommt. Man muss sich doch allen Ernstes fragen, warum ein Multimillionär wie Bastian Schweinsteiger es nötig hat der neue Botschafter der Automatenwirtschaft zu werden, oder die Hersteller der Automaten sich nicht an die Gesetze halten. Die Antwort darauf ist wiederum der Stellenwert von Moral und Geld in unserer heutigen Gesellschaft.

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