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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung

Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung

OT: Jason Goes to Hell: The Final Friday
HORROR: USA, 1993
Regie: Adam Marcus
Darsteller: John D. LeMay, Kari Keegan, Steven Williams, Erin Gray, Billy Green Bush, Kane Hodder, Steven Culp, Rusty Schwimmer

STORY:

Jason Voorhees wird getötet, bewohnt dann als Parasit die Körper verschiedener Opfer und will schließlich von seiner Schwester wiedergeboren werden. Währenddessen geht eine ganze Menge Leute drauf - wird halt schnell abgelenkt, der Gute.

KRITIK:

Unser aller Lieblingsmongo Jason Voorhees ist ja nun schon in so einigen seiner Filmchen gestorben – oder, um es genauer auszudrücken, abgemurkst worden… mehr oder weniger wenigstens. Aber ganz am Anfang, ja, das ist doch eher neu. So neu das allerdings auch sein mag, so problematisch ist das Ganze dann aber auch. Denn die Hauptperson eines Films – in diesem Falle sogar die titelgebende Hauptfigur – bereits zu Beginn das Zeitliche segnen zu lassen, ist bei weitem kein Geniestreich – oder Genieblitz, wie ich seit dem Konsum der Kung-Fu-Granate DIE STAHLFAUST zu sagen pflege –, weder vermarktungs- noch handlungstechnisch.

Hat hinterher wohl auch Herr Cunningham – der seinen Namen freimütig für JASON GOES TO HELL hergab, um arglose Zuschauer anzulocken, die nicht zu wissen scheinen, dass es im Endeffekt schnurzpiepegal ist, wer den Kappes hier produziert… ja im Endeffekt ist es sogar egal wer sich die Gülle – ihr merkt, ich greif dem Fazit ein wenig vor, aber schön weiterlesen, nech – ausgedacht und aufgeschrieben und wer’s letztlich in Szene gesetzt hat, denn es geht um Jason und seine infantile Freude am Zerlegen sexuell aktiver, ihm geistig ebenbürtiger Teenager. Doch halt, da sind wir wieder beim Problem aller Probleme angelangt – es gibt keinen Jason in JASON GOES TO HELL… wenn wir mal von den knapp fünf Minuten zu Beginn und am Ende absehen – die dann, ich greife mal wieder vor, auch das Beste an dem ganzen Schmonz werden.

Dieser Problematik schienen sich letztlich auch die Trailerleutchen bewusst geworden zu sein, weshalb sie in den Trailer so gut wie jede Einstellung in der Jason auch nur von hinten rechts, schräg unten, bei der Pinkelpause zu sehen, ist mit in den Trailer geschnitten haben, um wenigstens im Entferntesten den Eindruck zu erwecken, er hätte was mit dem Film zu tun.

Nun darf man mich auch nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen gute Slasher, die ohne Eishockey- oder William Shatner Maske auskommen, das wär ja noch schöner. Aber, wenn ich einen Freitag der 13te Film sehe, dann erwarte ich Jason Voorhees zu sehen, wenn ich einen HALLOWEEN Film sehe, erwarte ich Michael Myers zu sehen und wenn ich STAR WARS sehe, erwarte ich, dass Han zuerst schießt – man kann also sagen, dass mich alle drei Filmreihen schon mal enttäuscht haben, aber das ist ja eine ganz andere Geschichte. Zumal der Trailer ja eben dies verspricht – einen Slasher mit Jason. Gut, ich persönlich war sowieso drauf vorbereitet, aber man sollte davon ausgehen, dass ein guter Teil der Zuseher unter der Prämisse den Titel-“Helden“ auch zu sehen an den Film herangeht. Und dieser Teil wird schlichtweg enttäuscht.

Nun gut, Jason gibt’s also keinen. Interessanterweise nachdem Cunningham sich die Rechte am– neben LAST HOUSE ON THE LEFT – erwähnenswertesten Film seiner Filmographie zurückholte, um damit bei New Line Cinema nochmal was zu reißen, aber… lassen wir das erst mal auf sich beruhen, akzeptieren wir den Fakt, dass wir den Großteil des Films über weder Hockeymaske noch Machete zu Gesicht bekommen werden.

Wenden wir uns also dem zu, was bleibt. Und das sind wechselnde Killer, deren Anfang der Gerichtsmediziner macht, der Jasons matschige Überreste – wobei die so matschig eigentlich gar nicht sind … und interessanterweise noch ziemlich intakt … vor allem wenn man bedenkt, dass zuerst eine Lampe hinter Jason explodiert ist – seht den Film und ihr werdet verstehen – und dann er selbst … aber auch das ist eine ganz andere Geschichte. Der Gerichtsmediziner also, Patient Null, wenn man’s so will, wird von Jasons pochendem Herz dazu verführt selbiges genüsslich zu verspeisen und sich anschließend – der Geräuschkulisse nach – in einen Löwenbärendinosaurier zu verwandeln. So‘ne Geräuschkulisse kann allerdings ganz gehörig täuschen, in Wirklichkeit wird unser so eben zum Untoten mutierter Freund zum Gefäß für Jason – der eben noch ein pochendes Herz mit schwarzer Füllung war und nun ein kotähnlicher Wurm und später noch ein gerupftes Hühnchen oder so – der nun nichts sehnlicher möchte als seine Schwester – Schockschwerenot, ja die hat er… hat da wohl einer HALLOWEEN geguckt? Ich will ja nichts gesagt haben, aber… - zu töten… oder deren Tochter oder deren Tochter. Und am liebsten alle drei zusammen. Nicht jedoch, ohne sich vorher von einer der Dreien wiedergeboren haben zu lassen.

Was dann folgt ist ein wilder Amoklauf bei dem so ziemlich jeder daran glauben muss außer Jasons Schwester, deren Tochter oder deren Tochter. Wobei, der Schwester – Achtung, kleiner Spoiler voraus – geht’s dann doch an den Kragen, denn irgendwie muss noch die Plotte um den fälschlicherweise als Mörder bezichtigten Exfreund der Tochter der Schwester Jasons – die Tochter der Tochter hat damit glücklicherweise nichts weiter zu tun, auch wenn ich denen so ‘nen Schweinkram nach nur kurzer Laufzeit bereits zugetraut hätte – der nicht nur seine Unschuld beweisen möchte, sondern auch seine Ex-Freundin retten will, die er wohl irgendwann mal irgendwie verlassen hat. Spielt ja auch keine Rolle, lassen wir die Vergangenheit Vergangenheit sein und leben wir in der Gegenwart, ist ja auch viel gesünder – es sei denn man stellt sich einem der Jasonzombies in den Weg oder geht Campen und Nacktbaden und pinkelt anschließend mit angezogener Unterhose in merkwürdiger Hockhaltung innerhalb von 3 Sekunden den ganzen Wald zu – dann nämlich, ja dann nämlich wird man zu Currywurst verarbeitet.

Zu Recht möchte man meinen. Nach und nach geht’s dann nämlich glücklicherweise so ziemlich jedem nervenden Abziehbild eines Charakters an den Kragen, dem man Jason Voorhees‘ geborgte Hände nur bloß an den Kragen wünscht – immerhin in diesem Punkt enttäuscht JASON GOES TO HELL nicht; ist ja auch der mordlastigste der ganzen Reihe mit immerhin 30 zerhackstückelten Pappnasen.

Pappnasen ist dann auch das Zauberwort, um so ziemlich jeden zu benennen, der mit diesem Machwerk etwas zu tun hat. Mit Ausnahme der Schauspieler – falls man sie wirklich so nennen möchte, der einzige der wirklich aktiv schauspielert ist Hodder und selbst er dehnt den Begriff Schauspielerei verdaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaamt weit –, ihr wisst ja, ich neige dazu Schauspieler dieser Bildungsklasse Nasenbären zu nennen – und entschuldige mich dafür auch regelmäßig bei allen mir begegnenden Nasenbären, denn immerhin haben einige wenige Nasenbären schon bessere Auftritte hingelegt als die Bande, die hier übers Bild hüpft.

Doch kommen wir erst nochmal zurück zu den Pappnasen, die hierfür verantwortlich zeichnen. Da wäre zum einen Sean S. Cunningham, der seinen Namen hergegeben hat und zugelassen hat, dass aus „seinem“ Franchise eine Witznummer par excellence wird – gut, der ein oder andere mag jetzt anmerken, dass auch schon Teil 3 bis 8 nicht so wirklich großartige Filmkunst waren, aber ich muss ganz ehrlich gestehen, dass die mir mit Ausnahme einiger weniger sehr gut gefallen… teilweise sogar besser als Teil 1… ja, ihr dürft jetzt Sakrileg und so weiter und so fort brüllen, nur lasst das „und so weiter und so fort“ besser weg, das brüllt sich eher schlecht.

Drehbuchautor Dean Lorey hat, seines Zeichens durchaus kein unbeschriebenes Blatt im Filmgeschäft, zwei Jahre nach JASON GOES TO HELL tatsächlich das Drehbuch für AUF KRIEGSFUSS MIT MAJOR PAYNE geschrieben. Und auch wenn das kein wirklich tiefgründiges Charakterdrama ist – was er auch nicht sein will – so hat dieses Buch doch zumindest rudimentäre Charakterentwicklung zu bieten, Konflikte und jede Menge Witz und Spaß – also so ziemlich alles was ein gutes Drehbuch für eine Komödie auszeichnet. Man könnte also meinen, er hat dazugelernt.

Für JASON GOES TO HELL gibt’s allerdings ne schriftliche Ohrfeige, denn hier fehlt so ziemlich alles, was ein gutes Drehbuch ausmacht. Schuld daran, dass man sich nicht nur auf die Morde an all den Abziehbildern freut, sondern sie sogar herbeisehnt. Regisseur Adam Marcus hat eine bisher noch sehr überschaubare Filmographie. Man könnte jetzt böserweise sagen, kein Wunder. Anschlussfehler über Anschlussfehler, falsch platzierte Schauspieler und Unsinnigkeiten galore. Das reicht, denke ich um seine Arbeit an JASON GOES TO HELL zu beschreiben. Verlieren wir keine weiteren Worte darüber – und was Kameramännchen Bill Dill – ich werde ihn ganz bestimmt nicht Cinematographer nennen, nachher ist der noch stolz drauf – da so getrieben hat, frage ich mich immer noch.

Kommen wir nun also zu den Nasenbären – entschuldigt liebe Nasenbären… also, die echten, nech – die da so durch’s Bild bumsen und… ach ich habe eigentlich keine Ahnung, was die da so machen. Schauspielern kann man das Ganze auf jeden Fall nicht nennen – wäre ja auch noch schöner. Zum einen möchte ich erst mal eine Lanze brechen für all die talentbefreiten Darsteller, denn es wäre eine Meisterleistung erster Klasse gewesen aus der absoluten Gülle die Lorey zu Papier kotzte ein halbwegs gut gespieltes Stück zu machen. Wenn die Leute, die das bewerkstelligen sollten jetzt allerdings noch absolut talentbefreit sind, dann, ja dann, sieht’s absolut schlecht aus. Rusty Schwimmer, allerdings, möchte ich gesondert erwähnen, denn sie macht ihre Sache – wenn auch nicht schwer – sogar ziemlich gut, weil unterhaltsam, wobei ich nicht sagen kann, dass mich das ganze vom Hocker gehauen hat. Erwähnenswert ist’s trotzdem. Kane Hodder haben wir ja schon erwähnt – der spielt den Maskenmongo wirklich ziemlich gut – ob das jetzt als Lob zählt, muss jeder für sich selbst entscheiden – wobei ich allerdings sagen muss, dass Ken Kirzinger mein absoluter Lieblingsjason ist – der macht einfach noch unglaublich viel mehr her als Hodder und darauf kommt’s ja eigentlich auch an – die Größe, hrhr.

In diesem Sinne: "Er kommt um Sie zu töten Diana. Sie und Ihre Tochter. Schließen Sie die Türen ab!"

Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bild 1
Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bild 2
Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bild 3
Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bild 4
Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bild 5
FAZIT:

Du meine Güte. Ich bin ja bei weitem niemand, der bei einem Teil der FREITAG DER 13TE-Reihe hochklassiges Kino erwartet oder gar verlangt. Ich brauche keine tiefgreifenden Dramen, keine wirklich absolut ausgereifte Handlung, keine tiefschürfenden Dialoge, keine vielschichtigen Charaktere. Aber verdammt noch eins, ich erwarte wenigstens ein Mindestmaß an alldem, selbst bei einem FREITAG DER 13TE-Film – oder JASON-Film wie man ja seit dem Umzug des Franchises zu New Line sagen muss. JASON GOES TO HELL hat gar nichts davon zu bieten, nichts, nada. Das Drehbuch ist die reinste Gülle – ums mal salopp auszudrücken. Hier passt einfach gar nichts, nichts passiert aus irgendeinem Grund, nichts ergibt Sinn. Die Regie tut ihr Übriges um all die Unzulänglichkeiten des Drehbuchs noch zu verstärken und glänzt durch ebensolche Unfähigkeit wie die Schauspieler, die hier durchs Bild hampeln und darauf warten verhackstückt zu werden. Ich bin wirklich froh, dass JASON X und FREDDY VS JASON existieren, damit die Reihe nicht mit diesem Machwerk hier enden musste – schon schlimm genug, dass meine Lieblingsslasher Reihe HALLOWEEN bisher mit RESSURECTION endet – und selbst der ist besser als das hier. Selbst „einfach als FREITAG DER 13TE-Film betrachtet“ – nicht mal ob all der (Selbst-)Referenzen – kann ich JASON GOES TO HELL nicht durchgehen lassen und keineswegs empfehlen. Drei Punkte gibt’s dennoch – einen für die teilweise durchaus gelungenen Spezial Effekte – immerhin noch handgemacht und das ist schon einiges wert und allgemein qualitativ von „Hab ich selber schon besser gemacht“ bis „Doch, doch, das ist ziemlich gut“ zu werten –, einen dafür, dass man sich mit entsprechender Gesellschaft immerhin über die Schlechtigkeit amüsieren kann und einen für das Ende mit Freddies Hand… den dritten Punkt gibt’s dann gleichzeitig noch für den gelungene Audiokommentar mit Lorey und Marcus die allen Ernstes glauben, einen gescheiten Film erschaffen zu haben.

WERTUNG: 3 von 10 nekrophilen Schweinereien.
Dein Kommentar >>
johndoe86 | 08.09.2011 18:01
ich fand den teil am besten!
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Nic | 07.09.2011 22:55
wenns nur wirklich das ende der reihe gewesen wäre...
Johannes | 08.09.2011 08:29
Nee, mit Jason X gabs nochmal 'n deutlichen Aufschwung.
Federico | 08.09.2011 13:40
"deutlicher Aufschwung" ;)
Nic | 08.09.2011 18:28
ich glaub er meint den schwung in weiblichen hüften ;)
Johannes | 09.09.2011 13:21
Die gehören ja eh dazu... ;)
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