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Kakurenbo

Kakurenbo

ANIME/HORROR: JAPAN, 2005
Regie: Shuhei Morita
Darsteller: -

STORY:

"Selbst im belebten Tokio spielt nachts niemand Verstecken. Wer nachts Verstecken spielt, kann von Teufeln entführt werden"
(Kunio Yanagita in "Leben in den Bergen").

Otokoyo nennt sich das Spiel. Und die Regeln sind denkbar einfach. Sieben Kinder streifen sich Fuchsmasken über und spielen Verstecken. Allerdings bei Nacht. In einem dunklen, gottverlassenen Stadtviertel. Menschen scheint es hier nicht zu geben. Aber Dämonen und Teufel hausen dort. Und die suchen und jagen die Kinder. Das Spiel heißt Otokoyo und die Kinder, die es spielen, sieht man meist nie wieder ...

KRITIK:

KAKURENBO (deutsch: Versteck spielen) ist ein 25-minütiger Kurzfilm und war seinerzeit 2005 das Debütwerk des damals neu gegründeten Animationsstudio Yamatoworks. Und in der Tat ist der mit 3D-CGI animierte Film technisch, zeichnerisch und audiovisuell eine beeindruckende Visitenkarte.

Wie eingangs erwähnt dauert das Versteckspiel in einer urbanen Alptraumlandschaft nur 25 Minuten. Was bedeutet, dass die Geschichte auf ihr Wesentlichstes reduziert ist. Die Figuren haben kaum Hintergründe, es gibt weder eine Einführung noch große Erklärungen. Das Wieso, weshalb, warum ist absolut unwichtig.

Das bedeutet aber auch, dass das finstere Versteckspiel nach kurzem Eins, Zwei, Drei, Vier, Eckstein ohne Umschweife gleich in die Vollen geht. Die Fuchsmasken, welche die Kinder beim Spiel tragen und die dafür sorgen, dass uns ihre Gesichter stets verborgen bleiben, geben dem KAKURENBO einen surrealen, einen fabulösen Touch. Die Teufel stehen für die Schrecken kindlicher Alpträume. Dämon / Maschinen-Hybriden. Fratzenhaft, glutäugig und zähnestarrend. Wahrlich beunruhigende Geschöpfe.

KAKURENBO ist freigegeben ab 12 Jahren. Aber es sollten sich hier neben älteren Personen tatsächlich nur solche Zwölfjährige angesprochen fühlen, die Doom Metal hören, Jean Rollins EISERNE ROSE schon jetzt zu ihren Lieblingsstreifen zählen und die ohnehin in jeder (sturm-)freien Minute in der Horrorfilmsammlung des großen Bruders oder der Eltern stöbern und sich dann heimlich DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder LEMORA - A CHILD'S TALE OF THE SUPERNATURAL ansehen.

Obwohl - für solch morbide Konfirmanden dürfte KAKURENBO dann doch ein bisschen zu zahm sein. Aber vielleicht wird der eine oder andere trotzdem das düstere, ausweglose Alptraumszenario des Otokoyo zu schätzen wissen. Ich persönlich habe die 12 zwar schon ein Weilchen hinter mir, aber gefallen hat mir KAKURENBO. Wegen seiner finsteren Atmosphäre. Auch wegen den hammermäßigen Soundeffekten. Und dem unheimlich-stimmungsvollen Score von Reiji Kitasato, der schon GANKUTSUOU: THE COUNT OF MONTE CRISTO musikalisch veredelt hat.

Manch einer wird ein Problem mit der kurzen Laufzeit haben. Doch hier knackige fünfundzwanzig Minuten sind doch besser als öde neunzig Minuten woanders, oder? Anyway, die Zielgruppe des Films, die Anime-Gemeinde, dürfte sich ohnehin leichter tun. Schließlich ist diese durch unzählige TV- Serials quasi auf knackige Zwanzigminüter geeicht.

Kakurenbo Bild 1
Kakurenbo Bild 2
Kakurenbo Bild 3
Kakurenbo Bild 4
FAZIT:

Kinder und Dämonen spielen Verstecken in einer urbanen Alptraumlandschaft ...
Ein Anime-Kurzfilm mit beeindruckenden Animationen, durchs Mark gehenden Soundeffekten und düsterer Atmosphäre. Prädikat: Sehenswert - falls der geneigte Zuschauer auf eine richtige Geschichte mit ausgefeilter Figurenzeichnung verzichten kann und sich auf ein fünfundzwanzigminütiges puristisches Nightmare Setpiece einlassen möchte.

WERTUNG: 7 von 10 Fuchsmasken
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Andreas | 03.06.2011 17:57
interessant. kannte ich noch gar nicht.
aber 9,99 EUR für 25min is doch ziemlich teuer. hmmm.
*mit sich selbst hader*
Chris | 17.06.2011 17:28
Mit einem weiteren Kurzfilm im Gepäck wäre die DVD sicherlich
leichter an den Mann (oder die Frau) zu bringen.
>> antworten


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