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King of Thorn

King of Thorn

OT: Ibara no ô
ANIME/SF-HORROR/FANTASY: JAPAN, 2009
Regie: Kazuyoshi Katayama
Darsteller: -

STORY:

Die Apokalypse wird durch den so genannten "Medusa-Virus" heraufbeschworen. Eine rätselhafte Seuche mit einer Sterblichkeitsrate von 100 %, der infizierte Menschen binnen kurzer Frist versteinern lässt. Als letzten Ausweg werden 160 Probanden aus allen Herren Länder auserwählt, die in einem Forschungstrakt unterhalb eines schottischen Schlosses in einen Kälteschlaf versetzt und erst wieder geweckt werden sollen, wenn die Wissenschaft ein Serum gegen die tödliche Krankheit entwickelt hat. Doch als die Japanerin Kasumi und die anderen Kälteschläfer erwachen, stellen sie fest, dass das Schloss von Dornenranken umgeben und von blutrünstigen Monstern besetzt ist. Und außerdem sind sie alle mit Medusa infiziert. Klassischer Fall vom Regen in die Traufe. Doch auch wenn alles gegen eine Rettung spricht, versucht Kasumi die wenige Zeit, die bleibt, zu nutzen und hinter das Geheimnis der Dornen zu kommen…

KRITIK:

Die gesammelten 900 Seiten des aus der Feder von Yuji Iwahara stammenden Manga KING OF THORN (aka "König der Dornen") wurden hier in 105 Minuten Anime-Filmminuten komprimiert. Und auch wenn Puristen der Vorlage hier und dort ein wenig Charaktermodifikation und die Abstinenz einiger zentralen Handlungsebenen und Figurenhintergründe beklagen werden, hat man die Story für die Verfilmung innerhalb des knappen zur Verfügung stehenden Zeitrahmens doch recht geschickt gestrafft. Denn die Unkundigen des Manga finden hier einen weitestgehend schlüssigen und in sich stimmigen Film vor; ein Privileg, das beispielsweise das nicht videospielbewanderte Publikum von FINAL FANTASY:ADVENT CHILDREN nicht hatte und von Anspielungen auf das Konsolengameoriginal förmlich erschlagen wurde. Bei KING OF THORN werden die Dinge erst im letzten Drittel etwas unübersichtlich, aber dazu später mehr.

Zuvor kombiniert auch KING OF THORN, der Anime, Motive aus der griechischen Perseus-Sage und den Grimm’schen Märchen mit Kryonik und anderen zukünftigen Technologien in einem beklemmenden, apokalyptischen Setting irgendwo in der Schnittmenge zwischen Horrorfilm, Fantasy und Science Fiction. Und todbringende Pandemien, versteinerte Menschen, Dornenranken, Schädel fressende Monster sowie PSI-Kräfte begabte Mädchen im Amokmodus ergeben auch in Animation eine delikate Mischung.

Story, Emotionen und die typisch japanische Überbetonung der Melodramatik kommen nicht zu kurz; und das obwohl KING OF THORN das Daueraction-Gaspedal ziemlich durchdrückt, nachdem man den Zuschauer in diese neue, untergangsgeweihte Welt eingeführt und die Protagonisten vorzeitig aus deren Kälteschlummer geholt hat. Bis ins Schlussdrittel gibt es dann nämlich Treibjagden durch Forschungsstationskorridore und blutige Kämpfe mit abseitigen Phantasmagorien satt. Dabei findet sich immer wieder ein Puzzleteilchen zur endgültigen Wahrheit; dafür geht immer wieder ein Mitstreiter verloren.

Hätte diese atemberaubende Rasanz bis zum Abspann angehalten oder besser hätte sie in eine nachvollziehbare Auflösung gemündet, dann wäre KING OF THORNS ein glasklarer Vier (Filmtipps-)Sterne-General gewesen. Doch leider gibt es da eben das bereits erwähnte letzte Drittel, welches gegenüber den ersten beiden Dritteln deutlich abfällt und mit wenig einleuchtenden Twists und Erkenntnissen mehr Verwirrung als Spannung stiftet. Trotzdem ist der König der Dornen auch in seiner schwächsten Phase weit davon entfernt ein Ärgernis zu sein; nur hätte man dem bis dahin sehr guten und packenden Anime eben auch ein sehr gutes und packendes Finale gewünscht.

Trotzdem ein sehenswerter, gut gemachter Anime mit interessanten Charakteren, vielen spannenden Momenten, erhabener Musik und einer düsteren, apokalyptischen Story mit interessanten Querverweisen auf die Sagen- und Märchenwelt.

King of Thorn Bild 1
King of Thorn Bild 2
King of Thorn Bild 3
King of Thorn Bild 4
King of Thorn Bild 5
FAZIT:

KING OF THORN ist die Verfilmung des gleichnamigen Manga von Yuji Iwahara. Wie schon die Vorlage stellt auch der Anime eine delikate Kombination aus Motiven der griechischen Sage und deutschen Märchen mit einem beklemmenden Setting in der Schnittmenge des Horrorfilms und der Science Fiction dar. Das erste Drittel ist düster-apokalyptisch, das zweite rasant und blutig, der Schluss letztendlich etwas zu unübersichtlich und verwirrend geraten. Unter dem Strich reicht es aber immer noch für eine dicke Empfehlung und ganz starken

WERTUNG: 7 von 10 Level 2-Monstern
TEXT © Christian Ade
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