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L.A. Crash

L.A. Crash

OT: Crash
DRAMA: USA, 2004
Regie: Paul Haggis
Darsteller: Ryan Phillippe, Sandra Bullock, Brendan Fraser, Don Cheadle, Matt Dillon

STORY:

Verschiedene tragische Geschichten ereignen sich rund um "den" Crash und verbinden die verschiedenartigsten Charaktere miteinander - einen rassistischen weißen Polizist, seinen Arbeitspartner, ein idealistischer ebenfalls weißer Polizist, einen schwarzen Polizist, eine lateinamerikanische Polizistin, zwei schwarze junge Autodiebe, eine weißes Pärchen (Staatsanwalt und ... Hausfrau?), ein schwarzes Pärchen (Regisseur, Beruf der Frau unbekannt), ein chinesisches Pärchen, eine lateinamerikanische Familie und eine iranische Familie.

KRITIK:

L.A. Crash Endlich mal wieder ein Drama, das hält, was erste Kritiken versprechen! Wie die Inhaltsangabe schon zeigt, gibt es eine Menge sehr unterschiedlicher Charaktere (keine Angst wegen der Anzahl, der Film ist so geschickt aufgebaut dass man keinerlei Probleme hat, die Geschichten zu verfolgen) und ja, der wichtige Unterschied in diesem Film ist die Hautfarbe, da es in "Crash" praktisch ausschließlich um Stereotypen geht. Allerdings werden diese nicht in der "üblichen" Art und Weise abgefertigt, sondern durchaus kritisch hinterfragt.

So ist "Crash" kein Film, in dem quasi immer "der Weiße" oder "der Schwarze" "der Böse" ist. Manche Charaktere müssen gegen Stereotypen ankämpfen, andere hingegen gießen noch Benzin ins Feuer. Die kontroverse, aber doch recht realitätsnahe Behandlung des Themas zeigt schon eine Szene zu Beginn, wo zwei junge Schwarze über die Ungerechtigkeit von Vorurteilen diskutieren, nur um anschließend ein weißes Pärchen zu überfallen und ihr Auto zu stehlen.

Stereotypen sind kein einfaches Thema: So sehr man sich bemüht, sie abzuschütteln, sie zu bekämpfen, irgendwann wird man auf Menschen treffen, die einem das Leben schwer machen: Weil sie leider jedes Vorurteil, jeden Stereotyp erfüllen.

Von der Besetzung her dachte ich mir zu Beginn "Oje - Sandra Bullock und Brendan Fraser in einem Drama? Irgendwie kann ich mir das nur schwer vorstellen". Aber ich muss zugeben, dass mir zumindest Sandra Bullock ganz gut zugesagt hat. Brendan Fraser ist eigentlich nur selten zu sehen, hat wenig Text und seine mimischen Aktionen halten sich ebenfalls stark in Grenzen. Am restlichen Cast gibt's nichts auszusetzen, besonders gefreut hat es mich mal wieder Ryan Phillippe in einer nicht zu kleinen und noch dazu IMO für ihn passenden Rolle zu sehen.

Im übrigen ist der Schluß geradezu "witzig" (wenn's nicht schon wieder traurig wär) - das Gesagte wird aber schon etwas vom Song des Abspanns überdeckt, also wer sich den Film mit Originalton ansieht, sollte bereit sein und etwas genauer hinhören, zumindest ich find den abschließenden "Seitenhieb" auf eigentlich die gesamte Thematik des Films schon toll. :-)

Abschließend eine Sache die mich an "Crash" gestört hat: Er hätte länger sein sollen. Manche Charaktere hätten einfach noch etwas mehr Darstellung gebraucht (vA bei Sandra Bullock hatte ich das Gefühl, dass ihre Szenen geradezu extrakurz gehalten waren und das da mehr sein hätte sollen), eine Länge von etwa 3 Stunden a la "Magnolia" hätte ich hier locker "erträglich" und zwecks sorgfältigerer Charakterdarstellung für notwendig empfunden. Aber was solls, sonst ist er genial und deshalb gibt's hierfür nicht mächtig Punkteabzug...

FAZIT:

Ein herrlich rührendes, nachdenklich machendes und teilweise tragisches Drama über rassistische Stereotypen, das lediglich ruhig etwas länger sein hätte können.

WERTUNG: 9/10
Gastreview von Sh4dow
Dein Kommentar >>
matthew | 01.08.2005 22:29
oh, brendan fraser hat schon öfters überrascht und hat auch ordentlich potenzial: siehe "gods and monsters" oder "the quiet american"... und sandra bullock kann ohnehin mehr, als sie des öfteren zu zeigen beliebt... :)
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