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La Settima Donna - Verflucht zum Tten

La Settima Donna - Verflucht zum Töten

RAPE 'N' REVENGE: I, 1978
Regie: Franco Prosperi
Darsteller: Florinda Bolkan, Ray Lovelock, Flavio Andreini

STORY:

Drei Bankräuber auf der Flucht vor der Polizei wählen als Unterschlupf ein stattliches Strandhaus, in dem eine Nonne mit fünf Schülerinnen eine Theateraufführung probt. Die sadistischen Gewaltverbrecher nehmen die Bewohnerinnen des Hauses als Geisel und bald kommt es zu sexuellen Übergriffen, Vergewaltigung und Mord…

KRITIK:

Einer der Alternativtitel dieses italienischen Sexploiter aus den späten Siebzigern lautet LAST HOUSE ON THE BEACH. Und somit ist klar, welcher Film hier Pate stand, obgleich der Vergleich etwas hinkt. LA SETTIMA DONNA ist alles andere als eine billige Kopie des LAST HOUSE ON THE LEFT von Wes Craven. Mit seiner Qualität ist der Film nämlich durchaus in der Lage, eine eigene Marke im Rape´n´Revenge - Subgenre zu setzen.

Mehr noch - dank der sorgfältigen Inszenierung Prosperis, der hervorragenden Kameraführung von Pogany und den wirklich hundsgemeinen, männlichen Subjekten um den blonden Beau Ray Lovelock (LIVING DEAD AT THE MANCHESTER MORGUE) - kann er sich gar mit den Besten seiner Art messen.

Optisch ist also alles im Butter, aber auch das Ohr bekommt mit dem tollen Score von Roberto Pregadio hochinteressantes Futter. Auch wenn die Musik überwiegend beschwingt tönt, wird sie bei ein paar Gelegenheiten zappenduster, wie etwa bei der Vergewaltigung des ersten Mädchens. Dort sorgt sie mit dafür, dass diese unerbittliche, intensive Szene zum grausamen Klimax von LA SETTIMA DONNA wird, welche darüber hinaus derart unter die Haut geht, dass sie dem Zuschauer noch lange nach den Endcredits im Gedächtnis bleiben sollte.

Dabei erzielt diese Szene sogar mehr Wirkung als die Vergewaltigungen von Krug und Company in LAST HOUSE ON THE LEFT, obgleich diese viel expliziter dargestellt worden sind.

Wie schon Aldo Lado in seinem ähnlich gelagerten MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN verzichtet auch Prosperi auf die hanebüchenen Exploitation - Übertreibungen, zu denen sich Craven im Schlussdrittel seines LAST HOUSE ON THE LEFT nach den realistischen und extrem verstörenden Szenen des Mißbrauchs in der ersten Filmhälfte hatte hinreißen lassen.

Das tut LA SETTIMA DONNA gut, denn so bleibt der Film in einer nachvollziehbaren Ebene. Die letztendliche Grenzüberschreitung, auf die das Geschehen unweigerlich zusteuert, wenn die gepeinigten Opfer zurückschlagen und selbst zu Täter(inne)n werden, kommt in der Konsequenz schockierender und niederschmetternder daher wie Cravens Kettensägengerassel und blutige Blowjobs.

Ray Lovelock habe ich ja schon erwähnt. Er glänzt in der Bad Guy - Rolle ebenso wie Florinda Bolkan (FLAVIA - LEIDENSWEG EINER NONNE) auf der anderen Seite, die die Schwester spielt, die ihre hübschen Zöglinge verteidigen will, aber lange Zeit ohnmächtig zusehen muss, wie ihnen Gewalt angetan wird. Aber an dieser Stelle sei gesagt, dass alle Darsteller, egal ob sie nun unschuldige Abiturientinnen in Todesangst oder Schurken spielen, ihren Job einwandfrei erledigen.

Zuguterletzt sei allen noch die phantastisch aufgemachte DVD von Sazuma ans Herz gelegt, welche nicht nur mit einem interessanten Kommentar von Christian Kessler ausgestattet ist, sondern auch noch den netten Soundtrack des Films auf CD enthält.

La Settima Donna - Verflucht zum Töten Bild 1
La Settima Donna - Verflucht zum Töten Bild 2
La Settima Donna - Verflucht zum Töten Bild 3
La Settima Donna - Verflucht zum Töten Bild 4
FAZIT:

Sicherlich erfreut sich ein Filmgenre wie die Sexploitation, welche sexuelle Grausamkeit und Demütigung in den Mittelpunkt der Handlung rückt, nicht allerortens großer Beliebtheit, doch mit LA SETTIMA DONNA ist Franco Prosperi ein handwerklich ansprechendes und gut gespieltes Meisterstück in diesem Fach geglückt.

WERTUNG: 8 von 10 geschriebenen Hilferufen auf Geldscheinen
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Johannes | 25.10.2008 00:01
Ein nachvollziehbarer, fast realistischer Rape and Revenge-Streifen aus dem Land des SS Experiment Love Camp und Konsorten? Ich bin skeptisch, aber interessiert... :D
Chris | 25.10.2008 00:18
FAST realistischer, du sagst es... ; )
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