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Largo Winch II - Die Burma Verschwrung

Largo Winch II - Die Burma Verschwörung

OT: Largo Winch II
THRILLER: FR, BE, DE, 2011
Regie: Jérôme Salle
Darsteller: Tomer Sisley, Sharon Stone, Laurent Terzieff, Clemens Schick, Ulrich Tukur

STORY:

Nachdem Largo mehr oder weniger freiwillig das Erbe seines Vaters übernommen hat und damit quasi über Nacht zu einem der reichsten und mächtigsten Männer der Welt aufgestiegen ist, blickt nun die ganze (Wirtschafts)-Welt neugierig auf den jungen Mann und seine nächsten Schritte.

Und Largo lässt in einer Pressekonferenz tatsächlich eine Bombe platzen: Er möchte die Winch-Company verkaufen und mit dem Geld eine humanitäre Stiftung gründen. Doch bevor der Deal unter Dach und Fach ist, ist auf einmal die Staatsanwaltschaft hinter Largo her. Die Winch-Company soll in Burma Kriegsverbrecher unterstützt und zu Gräueltaten angestiftet haben, um an Rohstoffe zu gelangen. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem auch Largo sich (zufällig?) in Burma aufhielt, nur wenige Kilometer vom Ort des Verbrechens entfernt ...

KRITIK:

Nachdem Jérôme Salle 2008 "Largo Winch - Tödliches Erbe" ranmachte, die ursprünglich aus einem Comic stammende Figur des Multimillionärs Largo Winch als Filmhelden zu etablieren, war es nur eine Frage der Zeit, bis er einen zweiten Teil nachliefern würde. Dieser sollte eine Nummer größer werden und sich auch zunehmend an einem breiteren Publikum orientieren.

Mehr Action, spektakulärere Stunts, exotischere Schauplätze und mehr Stars lautete die Devise. Und mit dem Engagement von Sharon Stone lugte man mit Sicherheit auf den internationalen Markt. Doch irgendwie hatte man sich wohl verrechnet. In Deutschland reichte es nicht einmal für einen regulären Kinostart, sondern der Film kam mehr oder weniger Direct-To-DVD auf den Markt.

Dabei hat die Largo-Reihe durchaus Potential. Schon der erste Teil war mehr als nur ein billiger Hollywoodabklatsch, zwar nicht sonderlich innovativ aber ein stylischer Genrefilm war es auf jeden Fall und die Actionszenen mussten sich auch nicht verstecken. "Die Burma Verschwörung" setzt da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Bereits die erste Actionsequenz hat sich in sich. Largo liefert sich eine wilde Verfolgungsjagd während seine Beifahrer nichts Besseres zu tun haben, als darüber zu debattieren ob es erlaubt ist mit korrupten Politkern Geschäfte zu machen um Arbeitsplätze zu sichern. Maschinenpistolensalven fliegen durch die Luft, es gibt Explosionen und das Wirtschaftsthema wird auch angeschnitten.

Das macht richtig Spaß, aber irgendwie hält der weitere Film nicht ganz, was der Anfang verspricht. Und damit meine ich nicht nur den oberflächlichen Umgang des Films mit wirtschaftlichen und politischen Themen. Aber so etwas erwartet man als Zuseher ja auch nicht von einer Actionkomödie.

Was mich eher stört ist, dass ich beim Zusehen oftmals das Gefühl hatte, dass der Film sich zu sehr an den Mainstream anbiedert. Nehmen wir z.B. Sharon Stone. Sie soll wohl so etwas wie eine toughe Anwältin darstellen, muss aber hauptsächlich lasziv aus der Wäsche gucken und von einer zweideutigen Situation in die andere kommen. Man kann ihre Szenen mit viel Phantasie auch als Remiszenz ansehen. An Sharon Stone. Das kann durchaus nett sein, bringt dem Film, und vor allem ihre Rolle aber nicht wirklich weiter. Aber die Figurenzeichnung war ja schon im ersten Teil nicht sonderlich toll. Und ist auch im zweiten nicht besser geworden. Die Nebenfiguren sind immer noch schlecht ausgeleuchtet und dieses Mal versucht der Film nicht einmal das zu verbergen.

Als z.B. eine im ersten Teil noch wichtige Figur ermordet wird, ist die einzige Reaktion darauf, dass Largos Sekretärin anscheinend nur mehr verheult vorm PC sitzt. Sonst hat das Ereignis keinen großen Impact.

Die obligatorische Liebesgeschichte ist in Largo Winch 2 teilweise vielleicht etwas zu klischeehaft geraden, dank der Schauspieler aber dennoch sehenswert. Tomer Sisley und Napakpapha Nakprasitte harmonieren wunderbar.

Und auch für Humor ist gesorgt und damit sind nicht nur Largos lässige Sprüche gemeint. Der Film wartet gleich mit zwei Sidekicks auf, da hätten wir den leicht verpeilten Packpacker Simon und Largos schrulligen Butler Gauthier, der für meinen Geschmack vielleicht etwas zu albern in Szene gesetzt wurde. Aber das ist Geschmackssache.

Richtig glänzen kann der Film wenn es zur Sache kommt. Jérôme Salle ist vor allem ein Actionspezialist, wie er auch hier wieder gekonnt unter Beweis stellt. Die spärlich gestreuten Actionszenen brauchen sich wie schon im ersten Teil nicht zu verstecken und sind zudem auch nicht unspannend.

Ein weiteres großes Plus sind die spektakulären Bilder. Die Kameraarbeit weiß auch in diesem Teil zu gefallen.

Vom bekannten Cast mit dem "Largo Winch II" aufwartet, bleiben neben Sharon Stone nicht viele Schauspieler in Erinnerung, was aber vor allem den undankbaren Nebenrollen geschuldet ist. Lediglich Laurent Terzieff macht da eine Ausnahme. Leider dürfte der Film seine internationale Karriere nicht wirklich vorantreiben, Terzieff starb nach Beendigung der Dreharbeiten.

Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 1
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 2
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 3
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 4
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Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 7
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 8
Largo Winch II - Die Burma Verschwörung Bild 9
FAZIT:

In "Die Burma Verschwörung" muss sich Largo Winch mit der schmutzigen Seite der Globalisierung herumschlagen und sich die Frage gefallen lassen, ob sein geerbtes Vermögen mit Blut bezahlt wurde. Das wäre durchaus ein interessanter Stoff, doch leider holt der Film aus dieser Thematik nicht sonderlich viel raus, was für einen Actionfilm ja auch okay ist. Die französische Produktion wartet mit einem Internationalen Cast und beeindruckenden Aufnahmen auf, hat aber leider nicht mehr den Charme des Vorgängerfilms.

WERTUNG: 6 von 10 Schokoladestückchen
TEXT © Gerti
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