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Red Nights

Red Nights

OT: Les Nuits Rouges du Bourreau de Jade
PSYCHOTHRILLER: F/HK, 2009
Regie: Julien Carbon, Laurent Courtiaud
Darsteller: Frédérique Bel, Carrie Ng, Carole Brana, Jack Kao

STORY:

In einem Jadestein steckt ein Gift, welches schon die ersten chinesischen Kaiser und ihre Folterknechte geschätzt haben. Es lähmt den menschlichen Körper und steigert gleichzeitig dessen Empfindlichkeit gegenüber...Schmerz. Im Hongkong der Gegenwart entbrennt ein Kampf um dieses spezielle Elixier. Eine französische Femme fatale will es haben; ebenso wie eine berühmte Parfumeuse, die sich in ihrer Freizeit am liebsten eine Klingenhand überstreift und nackte Mädchen zu Tode foltert...-

KRITIK:

Nach dem feinen, auf einem Roman des japanischen Edgar Allan Poe Edgawo Rampo basierenden, aber hierzulande leider völlig übersehenen GEHEIMNIS DER GEISHA kommt mit LES NUITS ROUGES DU BOURREAU DE JADE der nächste Sadomaso-Thriller aus einer French/Asian-Connection. Das in Hongkong gedrehte Debüt der beiden Franzosen Carbon und Courtiaud ist eine morbide Hochglanzproduktion, die mit schönen gefährlichen Frauen und düster-ästhetischen Bildern besticht.

Eine Suspense & Adrenalin-Schlacht darf man nicht erwarten. Man sieht sich mehr in der Tradition der fiesen Slowburner, die für ihre perversen Anliegen eine ruhige Erzählweise wählen und Spannung über subtile Bösartigkeit und durchgestylte Bilder erzeugen. Doch auch in den vorliegenden "roten Nächten" von Hongkong gibt es Ausbrüche ins Abseitige; sie sind nur dosiert.

Hier mal ein bisschen Fetisch, dort mal ein bisschen Torture Porn, einige unvorhersehbare Momente. Und mittendrin drei attraktive, aber gefährliche Frauen. Die satanische Hauptattraktion ist ohne Wenn und Aber Carrie (NAKED KILLER) Ng. Hier spielt sie eine Mistress de Sade mit klingenbewehrten Freddy Krueger-Fingern, eine asiatische Erzebeth Bathory von Hohen Gnaden. Eiskalt, pervers und verboten gutaussehend für eine Dame, die nicht mehr auf die Fünfzig zugeht, sondern schon rennt.

Der Film lebt durch die sinnlich-finstere Präsenz von Ng ebenso wie durch den düster-ästhetischen Bilderbogen, den die Kamera ihres Namenvetters Man-Ching Ng vor unseren Augen entfaltet. Inhaltlich gibt LES NUITS ROUGES DU BOURREAU DE JADE, obgleich ruhig, aber nicht unspannend erzählt, leider weniger her. Viele Situationen wirken so, als entstünden sie nicht aus der Geschichte heraus, sondern wäre umgekehrt die Geschichte als fadenscheiniges Gewand um die Situationen gespannt worden. Was dieses Werk natürlich zum "Style over Substance"-Verdächtigen macht.

Kontroverseste Schlüsselszene des Ganzen dürfte die fast schon pompös inszenierte Torture Porn-Einlage im jungen letzten Drittel sein. Eine mit stoischer Ruhe, blutiger Detailfreude und morbider Eleganz dargebotene Folter-Operette, die Erinnerungen an die berüchtigte "Kiri-kiri"-Szene des noch mächtigeren Miike-Slowburner AUDITION wachruft. 

Eine böse Überraschung kostet uns kurz darauf zwar den erhofften High Noon zwischen Blade Lady Ng und Madam Bel, aber nicht ein blutiges Finale; welches den Zuschauer dann doch irgendwie mit dem vagen Gefühl unverrichteter Dinge zurücklässt, aber sich alle Optionen auf ein Sequel offenhält.

Dennoch habe ich (mit meinem großen Herz für stylische, düster-erotische Thriller, Carrie Ng und die süße Carole Brana aus HEIMLICHE SPIELE 3) den Import dieser bislang nur im französisch-kantonesischen Original vorliegenden DVD nicht bereut. Auch wenn die Formatangaben auf Amazon.fr nicht der Wahrheit entsprechen. Englische Untertitel geschweige denn eine englische Sprachausgabe führt die DVD nämlich nicht. Allerdings sprechen die Bilder oft für sich und selbst mit altem, verblichenem Realschulfranzösisisch kommt man einigermaßen locker durch die Handlung. Im übrigen dürfte Carrie Ng hier genug Mädchen eindrucksvoll zuschanden geschnitten haben, so dass ich guter Dinge bin, dass sich demnächst ein hiesiges oder englischsprachiges Label dem Film annehmen wird.

Wir sehen uns hoffentlich schon früher wieder. Zum Beispiel bei meiner nächsten Filmbesprechung, in welcher wir uns zusammen mit einigen Schiffbrüchigen an Bord eines alten Folternazigeisterschiff begeben wollen...

Red Nights Bild 1
Red Nights Bild 2
Red Nights Bild 3
Red Nights Bild 4
FAZIT:

Sieben trockene Martinis für Carrie Ng. Als moderne asiatische Variante der historischen Jungfrauenschänderin Erzebeth Bathory macht sie sich mit etwas Fetisch, etwas Bondage und vielen scharfen Klingen zur Hauptattraktion in diesem bösen, durchgestylten S/M-Thriller aus französisch-kantonesischer Koproduktion.

 

WERTUNG: 7 von 10 trockene Martinis
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Gregor | 14.11.2011 12:50
"Mit meinem großen Herz für stylische, düster-erotische Thriller" werde auch ich mir diesen Film besorgen. Danke für den Tipp, Chris!
Mauritia M. | 14.11.2011 15:00
Ebenfalls danke für den Tipp!!
Chris | 14.11.2011 16:32
Gern geschehen! : )
Marcel | 14.11.2011 16:51
Oui, merci. Pas des anglaise. Hmpf.
Chris | 16.11.2011 18:28
Hätte es auch begrüßt, wenn die angekündigte englische Tonspur
auch tatsächlich drauf gewesen wäre. Aber Film lohnt. : )
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