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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Mdchen Mdchen!

Mädchen Mädchen!

KOMÖDIE: DEUTSCHLAND, 2001
Regie: Dennis Gansel
Darsteller: Diana Amft, Karoline Herfurth, Felicitas Woll, Andreas Christ

STORY:

Die drei Mädchen Inken, Lena und Victoria hatten noch nie einen richtigen Orgasmus. Das soll sich schleunigst ändern, doch so leicht ist das leider nicht, denn die Jungs wollen nicht so richtig mitspielen. Dabei hätte doch gerade Inken mit Nachbar und Freund Flin den richtigen Mann schon an ihrer Seite - doch wird sie das rechtzeitig bemerken?

KRITIK:

Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre erlebte die Teenie-Komödie einen Boom, der sich gewaschen hatte. Aus dieser Zeit stammen einige junge Genreklassiker und Perlen, einige davon zähle ich seit jeher zu meinen Lieblingsfilmen. Da wären unter anderem AMERICAN PIE, 10 DINGE DIE ICH AN DIR HASSE, GIRLS UNITED oder ICH KANN'S KAUM ERWARTEN.

Auch in Deutschland entschied man sich bald einige Teenie-Filme zu produzieren, vor allem bei der Constantin Film. Das erstaunliche? Wenn man sich den Müll anschaut der heutzutage hier produziert wird – KARTOFFELSALAT, ABSCHUSSFAHRT und so weiter – mag man es kaum glauben, aber in den Jahren Anfang des neuen Jahrtausends sind eine Handvoll durchaus sehenswerte Teenie-Komödien gedreht worden. Da wäre zum einen SCHULE, ein fast schon tragi-komischer Rückblick auf die letzten Tage bevor es ernst wird im Leben. Oder auch KNALLHARTE JUNGS, der zwar extrem zotig aber heute noch unterhaltsam ist - ganz im Gegenteil zum schlecht gealterten ersten Teil.

Und dann wäre da natürlich noch MÄDCHEN MÄDCHEN!, einer der wenigen Filme, egal ob aus den USA oder Deutschland, der sich mit den Jugendproblemen von Mädchen beschäftigt – Probleme die sich letztlich gar nicht so sehr von denen der Jungs unterscheiden. Während Jim und seine Freunde in AMERICAN PIE noch verzweifelt versuchen das erste Mal Sex zu haben, sind Inken und ihre Clique schon eins weiter gekommen - was ja nicht weiter verwunderlich ist, Frauen sind uns Männern schließlich immer einen Schritt voraus.

Zwar wartet auch Lena auf den Richtigen für ihr erstes Mal, aber Inken und Victoria warten lediglich noch auf den richtigen Orgasmus. Dass Inkens Freund ihr den nicht besorgen kann, dürfte klar sein, sobald der Lappen das erste Mal mit seinem "Andere Länder, andere Titten"-Shirt auftaucht. Da werden dann auch gleich selige Erinnerungen an die frühen 00er Jahre wach, als solche T-Shirts tatsächlich in Mode waren. Ich hab mein "Liebe deine Nächste... oder so?!"-Shirt immer noch im Schrank – rein aus nostalgischen Gründen versteht sich.

Auf ihrer verzweifelten Suche nach ihrem ersten petite mort lässt das Drehbuch die Freundinnen von einer Peinlichkeit in die nächste stolpern. Seien es spontane Fahrradsattelorgasmen im Straßenverkehr – vermutlich DIE Szene des Films, die auch so gut wie jeder kennt – oder komische Typen mit Nippelpiercing aufm Sextreffen. Manch einem mag das zu zotig sein, aber ganz ehrlich, ist das Erwachsenwerden nicht mitunter genau das - eine endlose Aneinanderreihung von Peinlichkeiten und Zoten?

Dass der ein oder andere Spaß dabei etwas arg flach geraten ist, ist zu verschmerzen. Schwerer ins Gewicht fällt da schon die Auflösung um die zarte Liebesbeziehung zwischen Lena und Nick. Nachdem er ihr bewiesen hat, was für ein riesiges Arschloch er eigentlich ist, gewinnt er ihre Gunst kinderleicht zurück, indem er in der Disse ein Lied für sie trällert. Nicht nur, dass diese Auflösung aus jedem x-beliebigen amerikanischen Teenie-Film entliehen ist, es passt auch nicht auf deutsche Verhältnisse. Hier hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht, eine die nicht so nach Deus Ex Machina riecht. Zumal es zwar zu Lenas naivem Charakter passen mag, aber selbst dafür viel zu einfach und schnell geht.

Die Beziehung zwischen Inken und ihrem Nachbarn/"Friendzone"-Freund Flin hingegen wird entgegen den bekannten Klischees aufgelöst. Wobei das anders geplant und auch gefilmt wurde. In Testvorführungen hatte sich jedoch rausgestellt, dass das Publikum gar nicht will, dass Inken und er zusammen kommen. Denn nicht mal der größte Depp wartet ewig…

In diesem Sinne: "Hey, Mädels, hört ma! Wie sieht’n das aus… würdet ihr vielleicht mit mir ficken?!"

Mädchen Mädchen! Bild 1
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FAZIT:

Sperma enthält Vitamin C. Der Beweis, dass man mit MÄDCHEN MÄDCHEN! sogar noch was lernen kann. Und selbst wer das schon wusste, kann sich immerhin noch unterhalten lassen. Denn MÄDCHEN MÄDCHEN! ist eine flotte und, im Kern, ehrliche Teenie-Komödie, bei der das starke Geschlecht im Mittelpunkt steht und im Endeffekt doch mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie die Jungs. Von A wie "Amore" bis Z wie "Zote" ist so ziemlich alles dabei, was eine gelungene Teenie-Komödie ausmacht. Auch 15 Jahre später noch eine Sehempfehlung.

WERTUNG: 7 von 10 Wohlfühlmatratzen.
Dein Kommentar >>
a-l-e-x | 04.05.2016 15:35
Ich muss schon sagen, als bekennender Verabscheuer des kontemporären deutschen Kinos - und mit kontemporär meine ich ungefähr die letzten zehn Jahre - bin ich tatsächlich glücklich darüber, dass du hier ein paar Filme würdig besprochen hast, die es wirklich verdient haben gesehen zu werden! Echte filmtipps eben!

In diesem Sinne: "Danke dafür!"
Johannes | 05.05.2016 20:40
Vielen Dank für das Kompliment! :)
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