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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Metal Skin

Metal Skin

DRAMA: AUS, 1994
Regie: Geoffrey Wright
Darsteller: Aden Young, Ben Mendelsohn, Tara Morice

STORY:

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Der schüchterne Joe, der von seinem demenzkranken Vater terrorisiert wird, und der draufgängerische Aufreißer-Typ Dazey, der von einem Bett ins nächste hüpft. Was die ungleichen Freunde eint, ist ihre Liebe zu getunten Chevys und illegalen Autorennen durch die Suburbs von Melbourne. Als sich Joe unglücklich in seine Arbeitskollegin Savina verliebt, und Savina in Dazeys Bett landet, eskaliert die Situation. Es dauert nicht lange, bis Joe ausrastet ...

KRITIK:

Sein Film sei "not for the faint-hearted", sagt Regisseur Geoffrey Wright im Interview. Da ist was dran. Der australische Filmemacher ist ja nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt. Sein radikales Skinhead-Drama ROMPER STOMPER (1992) hatte für kontroverse Diskussionen gesorgt. Und auch der Nachfolge-Film METAL SKIN ist alles andere als ein gefälliges Feelgood-Movie für Fadgas-Pärchen, die nur ins Kino gehen, um ungestört im Dunklen Händchen zu halten.

METAL SKIN ist, wenn man so will, ein Lost Kids-Drama um proletarische Auto-Freaks. Um Jugendliche aus desolaten Verhältnissen, für die ihr Fahrzeug ihr ein und alles ist: Lebensinhalt sowieso, aber auch Freundschafts- und Sexersatz.

Die großen Klassiker der Bleifuß-Kinos der Seventies (hallo, TWO-LANE BLACKTOP, servus, VANISHING POINT) lassen grüßen. Und - mit Abstrichen - auch David Cronenbergs abgründiger Autoerotik-Schocker CRASH.

Der Film handelt von Einsamkeit, innerer Leere, Isolation, Entfremdung, all das, was Popkultur-Schreiberlinge gerne unter dem knackigen Schlagwort "Teenage Angst" zusammen fassen.

Optisch ist METAL SKIN eine sehr ansprechende Angelegenheit: Wie so viele australische Filmemacher macht auch Geoffrey Wright ausgiebig Gebrauch von lässigen Stilmitteln wie verfremdeten Farben, flashigen Lichteffekten und experimentellen Kamerafahrten. Aber ohne dabei in die Niederungen der selbstzweckhaften Werbe-Clip-Ästhetik abzudriften.

Und allein die unglaublich spannend inszenierte Autoverfolgungsjagd am Ende ist die Anschaffung dieser DVD wert. 

Apropos: Die DVD des mir bislang unbekannten Schweizer Labels PLAZAVISTA gibt’s zum absoluten Dumping-Preis von 6 Euro in diversen geilen Geiz-Elektromärkten. Die Bildqualität geht OK. Als Extras gibt’s Interviews mit Regisseur und Hauptdarstellern sowie Geoffrey Wrights Debüt-Kurzfilm LOVERBOY.

Metal Skin Bild 1
Metal Skin Bild 2
Metal Skin Bild 3
Metal Skin Bild 4
FAZIT:

"It's an examination of sex and death. Cars provide both of those."
(Geoffrey Wright)

Mit 14-jähriger Verspätung fand das drastische Jugend-Drama METAL SKIN vom ROMPER STOMPER-Regisseur doch noch den Weg in die DVD-Regale. Nicht nur wegen des Schnäppchen-Preises: Unbedingt kaufen!

 

WERTUNG: 8 von 10 geplatzte Reifen
OK? MEHR DAVON:
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Dein Kommentar >>
Johnny ist kein Depp | 08.12.2008 13:13
yeah, sehr guter Film. Sozusagen eine intellektuelle Antwort auf The Fast and the Furious...
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