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Bloß einmal falsch abgebogen, schon sitzt man in der Patsche. Doch die FILMTIPPS.at-Crew hat den perfekten Wegweiser parat. Das WRONG TURN-Special.

Kaum zu glauben, aber wahr – die WRONG TURN-Reihe hat inzwischen ihr zehnjähriges Jubiläum hinter sich gebracht und bisher fünf Fortsetzung auf dem Guthabenkonto. Eigentlich sogar sechs, denn der neueste Teil der Reihe ist dieses Jahr in den USA erschienen – wie es sich für WRONG TURN gehört Direct to DVD, natürlich. Bei uns in deutschen und österreichischen Landen wird der neuste Kannibalen-Aufguss erst nächstes Jahr im März Premiere „feiern“, so wie es bisher aussieht nach langer Zeit mal wieder mit FSK 18-Freigabe und trotzdem ungeschnitten. Das war ja bisher nicht immer so, denn wenn man vom jugendfreien ersten Beitrag der Reihe absieht, dann mussten die WRONG TURN-Filme bisher immer Federn lassen.

Wie dem auch sei, zur Einstimmung auf den bald erscheinenden sechsten Teil der ursprünglich deutsch-amerikanischen Co-Produktion – immerhin war Constantin Film beteiligt, und das ist schließlich kein kleiner Fisch am deutschen Film“markt“ – können wir die bisherigen Entwicklungen noch einmal Revue passieren lassen und uns ein wenig mit der Zensurgeschichte der Reihe beschäftigen, um so optimal auf WRONG TURN 6 vorbereitet zu sein:

Beginnen wir mit dem Teil, der 2003 das ganze Franchise überhaupt ins Rollen brachte, nämlich – wer hätte es gedacht – WRONG TURN (2003). Bei einem internationalen Einspielergebnis von 28.650.575 Dollar, dem ein Budget von nur knapp 13.000.000 Dollar gegenüber stand, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis die erste Fortsetzung rauskommen sollte. Ähnlich wie bereits FREITAG DER 13. unterscheidet sich der erste Teil der Reihe drastisch von seinen Vorgängern. Als einziger Film der Reihe mit Jugendfreigabe, gab es zwar auch schon im ersten Teil recht drastische Effekte zu sehen, dennoch waren diese recht kurz gehalten und in eine weitestgehend stimmige Handlung integriert. Der erste Teil setzte noch auf Spannung und Atmosphäre denn auf Blut und Beuschel und bekam sogar eine recht wohlwollende Kritik des legendären Lexikon des Internationalen Films.

Doch bereits mit der ersten Fortsetzung, WRONG TURN 2: DEAD END (2007), nahm die Reihe die titelgebende falsche Abzweigung und setzte seine Fahrt fortan unaufhaltsam Richtung stumpfsinnige Splatter-Platte fort. Aus dem atmosphärischen Grusel und den Anleihen am klassischen amerikanischen Terrorkino wurde eine Mediensatire ohne viel Satire, eine halbe Komödie und vor allem viel, viel Splatter. Gerade im Vergleich zum ersten Teil der Reihe ist Teil zwei aufgrund des krassen Stilbruchs auf den ersten Blick relativ enttäuschend. Doch findet man sich erstmal damit ab, dass ein anderer Wind weht, kann man durchaus seinen Spaß mit WRONG TURN 2 haben, denn alles in allem ist das zwar kein filmischer Weitwurf, aber trotzdem noch spaßige Splatterunterhaltung über Durchschnitt. Zusätzlich ist WRONG TURN 2: DEAD END der erste Teil der Reihe der nicht ungeschnitten im deutschsprachigen Raum erschienen ist, da der Film für eine FSK-Freigabe gut drei Minuten Federn lassen musste. Die Gefahr der Indizierung einer Spio/JK-Fassung war für den deutschen Verleih einfach zu groß. Im Anbetracht der aufgefahrenen Splattereien nicht weiter verwunderlich.

Nicht viel besser sollte es bei WRONG TURN 3: LEFT FOR DEAD (2009) laufen – filmisch wie in Hinsicht auf die Zensur. Denn damit die FSK-Fassung – natürlich ab 18 freigegeben – frei im Verkauf angeboten werden durfte, mussten rund 7 Minuten rausgeschnitten werden. Die trotzdem noch gekürzte Spio/JK-Fassung wurde letztlich sogar auf Liste B indiziert. Da diese Fassungen auch im deutschsprachigen Ausland erschienen sind, durften auch meine österreichischen Freunde nicht in den „Genuss“ einer ungeschnittenen Fassung kommen. Wobei die Begriffe Genuss und WRONG TURN 3 so gut zusammenpassen wie Kommunismus und Menschlichkeit. WRONG TURN 3 ist nach dem gelungenen ersten Teil sowie dem noch okayen zweiten eine unglaublich herbe Enttäuschung. Regisseur und Drehbuchautor Declan O’Brien liefert nichts weiter als eine billige Direct to DVD-Schmonzette mit nervigen Figuren und Logiklöchern en masse – die Sichtung einer ungeschnittenen Fassung sei daher wärmstens zu empfehlen, denn die SFX sind das einzige was bei diesem Teil halbwegs zu überzeugen weiß.

Nach dem dritten Teil, der zweiten Fortsetzung der Reihe, kam mit WRONG TURN 4: BLOODY BEGINNINGS (2011) die erste „Vorsetzung“ direkt auf DVD in die Videotheken. Wieder schrieb Declan O’Brien das Drehbuch und führte Regie und wieder hatte die deutsche Prüfstelle so ihre Probleme mit einem Teil der WRONG TURN-Reihe. Daher ist der vierte Teil bisher nur um ca. 6 Minuten gekürzt erschienen, hat dafür allerdings auch ein FSK Siegel bekommen. Eine Spio/JK-Fassung wie beim Vorgänger veröffentlichte Constantin Film nach der Indizierung des dritten Teils, verständlicherweise nicht. Leider erschien auch in diesem Fall keine ungeschnittene Fassung im liberalen Österreich, so dass wieder keine (offizielle) ungekürzte deutsche Fassung im Handel erhältlich ist.

Trotz allen inhaltlichen Unzulänglichkeiten des vierten Teils schien genug Kohle rumzukommen, so dass Declan O’Brien erneut ran durfte und bereits ein Jahr später ein weiteres Prequel erschien – WRONG TURN 5: BLOODLINES (2012). Die DVD bekam von der FSK eine 18er Freigabe und musste dafür um ca. 2 Minuten geschnitten werden. Interessant ist, dass der fünfte Teil damit weniger Federn lassen musste als sein Vorgänger. Der enthält zwar einige doch deftige Szenen, da in diesem Beitrag zur WRONG TURN-Reihe jedoch der Kannibalismus-Faktor fast komplett wegfällt, wirken die Gewalttaten eigentlich fast noch unmotivierter als bisher. Daher ist die geringe Kürzung schon fast verwunderlich, vor allem da O’Brien es auch in diesem Film hat krachen lassen. Splattermäßig, versteht sich. Alles andere ist wieder mal unter Mittelmaß.

Nun, im Jahre 2014 hat man sich entschieden, es zwei Jahre nach Teil fünf noch einmal zu versuchen, diesmal allerdings ohne Declan O’Brien. Ein Umstand den ich – und mit Sicherheit viele andere – nur begrüßen kann. Mit Valeri Milev hat ein unbeschriebenes Blatt das Ruder übernommen, aber das muss ja erstmal nichts heißen. Ich für meinen Teil lasse mich überraschen, was die neustee Falsche Abzweigung zu bieten hat und schau dem Kommenden positiv entgegen, denn eins weiß ich genau – viel schlimmer als Teil 3 kann’s eigentlich nicht werden.

Und in der Tat - WRONG TURN 6: LAST RESORT ist eine wirklich angenehme Überraschung geworden. Der Austausch des Kreativteams hat dem Franchise durchaus gut getan und es vor dem entgültigen Absturz bewahrt. Ins Kino wird es die Reihe wohl nicht mehr schaffen, aber das ist auch gar nicht schlimmt. Wenn weiterhin stetig alle 2 Jahre eine Fortsetzung von diesem Kaliber in die Videotheken kommt, bin ich schon zufrieden.

Alle Beiträge der WRONG TURN-Reihe auf einen Blick:

2003 – WRONG TURN
2007 – WRONG TURN 2: DEAD END
2009 – WRONG TURN 3: LEFT FOR DEAD
2011 – WRONG TURN 4: BLOODY BEGINNINGS
2012 – WRONG TURN 5: BLOODLINES
2014 – WRONG TURN 6: LAST RESORT

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Dein Kommentar >>
ghostdog | 02.03.2015 10:56
Da ist der gute Herr Limbrunner wohl etwas durcheinander gekommen vor lauter Fortsetzungen!
Zitat: " .. bisher fünf Fortsetzungen auf dem Guthabenkonto, eigentlich sogar sechs .. ")

Fakt ist: Von "Wrong Turn" gab`s bisher 4 Fortsetzungen, mit "Last Resort" ist ab 05.03.2015 die fünfte Fortsetzung am Start!

Diese fünfte Fortsetzung ist dann der 6. Teil der Kannibalensaga!

Ist schon wirklich nicht so ganz einfach!
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