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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE

Moneyball - Ein Film, mehr über Investment als über Sport

Ein grandioser Brad Bitt in der Rolle als Baseball-Manager, der sein Team auf unkonventionelle Weise zum Erfolg führt.

"Moneyball set" (CC BY 2.0) by Georgio

Im Jahr 2002 stellt der Klub mit dem niedrigsten Budget der US-amerikanischen Major League Baseball (MLB) ein Team, welches 20 Spiele in Folge gelingt und damit den Rekord der MLB einstellt. Dabei begann die Mannschaft die Saison mit elf Niederlagen in Serie. Was dann passierte, ist der Stoff für „Moneyball“, einen intelligenten, intensiven und bewegenden Blockbuster, in dem es weniger um Sport als um Kampf zwischen Intuition und Statistik geht.

 Im Mittelpunkt dieses Streifens steht Oakland Athletics Generaldirektor Billy Beane, gespielt von Brad Pitt. Beane, zu Beginn der Saison selbst Spieler, sah sich nach einem schlechten Start in der Verantwortung und beendete seine aktive Karriere und wechselte ins Management. In der Vorsaison gelang es ihm noch mit starken Leistungen die A´S in die World Series zu führen. Das Finale aber ging verloren und die besten drei Spieler verließen den Klub aufgrund höher dotierter Angebote.

  Im Management angekommen sieht sich Beane mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, ein konkurrenzfähiges Team trotz geringer finanzieller Mittel aufzustellen. Da wird Bean von einem nervenstarken Yale-Absolventen namens Peter Brand (Jonah Hill) von dessen Theorie überzeugt. Brand entwickelte eine Methode, die anhand von Werten eine Kosten-Nutzen-Analyse von Baseballspielern erzeugt. Brand gelingt es, Beane davon zu überzeugen, ihn einzustellen. Mit Hilfe der Leistungsstatistiken, die auf unterbewerte Spieler hinweisen, gelingt es den beiden ein Team zusammenstellen, das zunächst sehr risikoreich erscheint, sich im Laufe einer quälenden Saison aber als das größte Schnäppchen der Baseball-Geschichte erweist.

 Die Figur des Peter Brand basiert auf Menschen, die in dem 2003 erschienen Buch Moneyball: Die Kunst, ein unfaires Spiel zu gewinnen, beschrieben werden. Jonah Hills schauspielerische Leistung ist großartig und faszinierend. Ein pummeliger Junge, der noch nie in seinem Leben Baseball gespielt hat. Doch Peter Brand hat über Jahre hinweg Baseballstatistiken analysiert, um zu beweisen, dass Gewinnertypen und Favoriten in den entsprechenden Wetten nicht immer auch diejenigen sind, die am Ende auch wirklich jubeln. Er ist schüchtern, still und treibt seine Theorien vorsichtig, aber mit fester Gewissheit voran. Er ist ein amüsanter Kontrast zu den ergrauten, tabakkauenden Beratern des Teams, die ohnehin nach den falschen Spielern suchen und das neuartige System anfangs kritisch betrachten.

 

Pitt verkörpert mit Beane einen Charakter, der in sich gekehrt und einsam ist. Einer, der sich von einer gescheiterten Ehe erholt und seine Tochter abgöttisch liebt. Er ist sich bewusst, wenn er Brands Theorien implementiert und diese scheitern, er arbeitslos wird. Zudem steht er unter der heftigen Kritik des Trainer Art Howe (Philip Seymour Hoffmann), der sich von der mangelnden Erfahrung Beanes und den Theorien eines Yale-Absolventen beleidigt fühlt.

  Das ist ein Film über das Geschäft Baseball. Das Drama passiert voll und ganz aus den Gedanken und Taten eines General-Managers und seines Zahlen-Jungen. Sie stellen sich gegen die Tradition und zugunsten der numerischen Analyse. Die richtet sich gegen ein Jahrhundert Baseball-Historie. Was am Ende dabei herauskommt ist, dass ein Computer ein Team besser zusammenstellen kann als der menschliche Instinkt.

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