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Mr. Bean macht Ferien

Mr. Bean macht Ferien

KOMÖDIE: UK, 2007
Regie: Steve Bendelack
Darsteller: Rowan Atkinson, Willem Dafoe

STORY:

Mr. Bean gewinnt eine Reise nach Cannes und erlebt - wenig überraschend - das eine oder andere Abenteuer auf dem Weg dorthin.

KRITIK:

Rowan Atkinson ist zweifelsohne eine Art Charlie Chaplin der Gegenwart. Und auch wenn seine legendäre Serie "Mr. Bean" mittlerweile nur noch mit hässlichen Untertiteln ("Herren Super-G auf 12:30 verschoben") ausgestrahlt wird, so haben diese Wiederholungen mindestens so viel Charme wie die 47. Ausstrahlung eines Columbos - oft gesehen, und doch immer wieder gut.

Oft wird jedoch übersehen, dass Mr. Bean eine äußerst vielschichtige Figur ist, alles andere als einfach nur ein Trottel. Der Schalk sitzt ihm ständig im Nacken, ja man kann ihm sogar eine gewisse Boshaftigkeit unterstellen. Vor allem aber ist er überaus selbstgefällig - egal ob er Dreiradler von der Straße drängt oder nackt durch das Hotel rennt. Doch egal was er tut - sein ungeschicktes und auch unschuldig aussehendes Treiben machen ihn höchst sympathisch - natürlich auch, weil man sich köstlich über ihn amüsieren kann.

Sieht man sich einzelne Folgen allerdings näher an, wird einem schnell klar, dass Mr. Bean vor allem von der kongenialen Darstellung von Rowan Atkinson lebt, dem die Rolle selbstverständlich auf den Leib geschneidert ist. Der gut ausgearbeitete Charakter Bean und sein Darsteller täuschen von Folge von Folge darüber hinweg, dass man selbiges zu der Zeit schon in Dutzend Ausführungen gesehen hat (wer hat hier Didi Hallervorden gesagt?).

Auf Spielfilmlänge aufgeblasen offenbaren sich dann aber selbst dem größten Bean-Fan die Schwächen der etwas zu einfach gestrickten Handlungen - es funktioniert schlicht nicht, wenn man es von 20 auf 90 Minuten streckt. Das ganze Konzept der Serie ist einfach nicht gedacht für eine "komplexere" Spielfilmhandlung.

Zumal das zu schmerzhaften Zugeständnissen zwingt - z.B. dass Mr. Bean sprechen muss. Doch auch wenn man das gut für einen vergleichsweise guten Running Gag zu nutzen weiß - es verhindert, dass der Charme und der Witz der Serie überspringt. Das Vorantreiben der Handlung erfordert ebenso zu viel Zeit und Aufmerksamkeit des Zusehers und verhindert die Konzentration auf die Stärken von Mr. Bean - Slapstick, Mimik, Gestik und Situationskomik.

Leider sind auch jene Szenen im Film, die Minifolgen der Serie sein könnten und die Filmhandlung außen vor lassen, eher unlustig - und sprühen schon gar nicht vor neuen Ideen. Man wird das Gefühl - zu Recht - nicht los, alles schon in der Serie gesehen zu haben.

Dass sich der Großteil des Saalpublikums offensichtlich trotzdem köstlich amüsiert hat, mag vielleicht daran liegen, dass bei vielen nicht die nötige Serienvorbildung vorhanden ist (auch wenn das schwer vorstellbar sein mag).

Überraschenderweise kann der Film gegen Ende doch etwas zulegen und ein leiser Hauch von Arthouse-Bashing kommt auf. Was wiederum allerdings so gar nicht zu Unterhaltung a la Bean passen will. Gefallen hat es mir trotzdem, zugegeben.

Mr. Bean macht Ferien Bild 1
Mr. Bean macht Ferien Bild 2
Mr. Bean macht Ferien Bild 3
Mr. Bean macht Ferien Bild 4
Mr. Bean macht Ferien Bild 5
FAZIT:

Der zweite Bean-Kinofilm unterbietet Teil 1 noch mal um mindestens eine Klasse - und selbst echte Bean-Fans sind gut beraten, lieber nochmal die alten VHS-Aufzeichnungen (ohne Super-G-Einblendungen) anzusehen. Zweifellos zu empfehlen ist Mr. Bean's Ferientour aber sicher für einen Familienkinonachmittag.

WERTUNG: 5 von 10 Minis mit Heckscheibenheizung
TEXT © Bernhard König
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