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Nathalie - Wen liebst du heute Nacht?

Nathalie - Wen liebst du heute Nacht?

DRAMA: F 2003, 2003
Regie: Anne Fontaine
Darsteller: Emmanuelle Béart, Gérard Depardieu, Fanny Ardant u. a

STORY:

Alternde Schönheit (F. Ardant) kommt ihrem Ehemann (G. Depardieu) auf die Schliche, daß er sie auf seinen zahlreichen Geschäftsreisen mit jungen Mädchen betrügt und engagiert daher eine junge Prostituierte (E. Béart), um ihn zu testen. Oder um herauszufinden, worauf er so steht im Bett, weil diese Seite ihres Ehelebens schon lange brachliegt? Oder doch, weil ihr die Geschichten der hinreißenden Nutte den gewissen erotischen Kick geben?

KRITIK:


Es ist ein französischer Film, also darf er alles, was Hollywood-Filme zu Objekten tödlichen Hasses hiesiger Filmkritiker machen würde: tief in die Schmuddelkiste der triefenden Klischees greifen und ungeniert aus sämtlichen romantisch verbrämten Schmalztöpfen schöpfen.

Merke: das französische Ehepaar ist wohlsituiert. Er peilt für seine nicht näher definierte Arbeit ständig wechselnde Destinationen von Zürich bis London an und muß nicht gutaussehend sein, um mindestens fünfmal als "attraktiv" beschrieben zu werden. Sie ist in Würde gealtert und kauft sich besonders teure Schuhe, wenn sie einen schlechten Tag hatte.

Die junge Prostituierte ist atemberaubend schön, genießt ihren Job und hat einen Brotberuf, den sie aber nicht ausübt, weil sie im Edelclub mindestens Millionen verdient. In ihrer großzügig bemessenen Freizeit geht sie mit ihren dutzenden Freundinnen eislaufen, was für ausgedehnte Zeitlupensequenzen mit blitzenden Zähnen, fliegenden Haaren und vergnügt herumtollenden jungen Frauen genutzt wird.

Alle sind verdammt gut angezogen, tragen teure Parfums, haben einflußreiche "Bussi-Bussi"-Freunde und besuchen permanent Vernissagen, hippe Clubs und Theatervorstellungen, getrunken wird selbstverständlich Champagner, und sogar Maman, die an einer nicht näher definierten, aber ganz sicher harmlosen Krankheit leidet und von ihrer Tochter (der Ehefrau) liebevoll betreut wird, trägt trotz Bettlägrigkeit immer eine perfekte Frisur.

Außerdem darf die Szene nicht fehlen, wo sie mit brüchiger Stimme einen alten Chanson gibt. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, quasi. Alle sind reich & schön, und Problemchen machen das Leben erst so richtig spritzig. Nun ja.

Aber: der Film ist trotz seiner übersteigerten Dekadenz eigenartigerweise nicht grundsätzlich schlecht. Während die Dialoge die meiste Zeit so banal sind, daß sie unfreiwillig zu Heiterkeitsausbrüchen beim Publikum führen, haben die ausführlich-expliziten Erzählungen der Prostituierten von ihren Stelldicheins mit dem untreuen Ehemann durchaus etwas sehr Erotisches - denn die Sexszenen werden nicht gezeigt, sie entstehen unmittelbar in der Phantasie des Zuschauers, und das ist gut so. Der Film will nichts Besonderes sein, und daß er am Ende noch ein händchenhaltendes Happy-End am Ufer der Seine in petto hat, ist nur das logische FAZIT.

FAZIT:

Emanuelle Béart wird Männerherzen höherschlagen lassen, der weibliche Teil des Publikums kann sich einstweilen an der luxuriösen Garderobe der weiblichen Darstellerinnen ergötzen, und die schlüpfrigen Details werden vermutlich alle interessieren.

WERTUNG: 5/10
Gastreview von Julia
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