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Night of the Living Dead 3D

Night of the Living Dead 3D

ZOMBIEFILM: USA, 2006
Regie: Jeff Broadstreet
Darsteller: Brianna Brown, Joshua DesRoches, Sid Haig

STORY:

Zu spät sind die Geschwister Barb und Johnny bei der Beerdigung ihrer einzigen Tante angekommen. Die ganze Trauergesellschaft ist schon gegangen, doch sie werden wiederkommen...

KRITIK:

Hilfe, ein kahlköpfiger Leichenbestatter will mir eine Schaufel in die Visage treiben. Oh Gott sei Dank, es war nur das Futteral von NIGHT OF THE LIVING DEAD 3D. Dieses ist nämlich von einer Holografie geziert, weithin bekannt auch als Kippbildchen. Eine Verweis auf 3D, quasi. Aber nicht auf das neue AVATAR-3D. Nein, auf das kultige, das nerdige, das alte 3D. Mit all seiner nostalgischen Kraft: der Anmut der rotblauen Pappbrille; der Eindrücklichkeit der surrealistischen Farben; der Visualität der leicht versetzten Doppelbilder. Dem Remake vom Remake ist es, mit einer Hommage an dieses 3D, wirklich gelungen, endlich wieder zombieastischen Eindruck zu hinterlassen. So ungefähr müsste diese Kritik eingeleitet werden. Aber ich habe den Film nicht in 3D gesehen. Nach fünf Minuten tat mir so der Schädel weh, als hätte ich die Schaufel wirklich abbekommen. Vergessen wir also 3D ganz schnell wieder. Gott sei also ein zweites Mal gedankt. Und zwar für die 2 Disc Special Edition, die ebenso eine 3D-freie Fassung beinhaltet.

Die Schaufel gehört übrigens Gerald Tovar, Jr. gespielt von Sid Haig. Haig, auch mal Richter und Barkeeper in Tarantino Filmen, kehrt hier wieder auf den Friedhof (HALLOWEEN) zurück. Seiner Figur obliegt die Aufgabe, diesem Remake eine etwas andere Story zu geben, da sie als feuerverabscheuender Leichenbestatter und Krematoriumsbesitzer maßgeblich dafür verantwortlich zeigt, dass die (Un)Toten wieder einmal wandeln dürfen. Regisseur Jeff Broadstreet entschied sich nämlich dafür keine kosmische Strahlung, wie im Romeo-Klassiker, sondern menschlichen Biomüll (oder biologischen Menschenmüll) für die Zombieplage verantwortlich zu machen. Wer hier meine Spoilerei bemängelt, dem sei getrost versichert, dass der Film ohnehin keine großartige Story aufweist. Es geht eben darum die (Un)Toten fressen und nicht darum, sie eine Geschichte erzählen zu lassen.

Die genüssliche Inszenierung der Fressakte kommt in NIGHT OF THE LIVING DEAD 2006, wie ich ihn lieber nennen würde, aber viel zu kurz. Anfänglich ist der Verzicht auf Effekthascherei noch relativ erfrischend. So werden die ersten 40 Minuten sämtliche Zombies nur mit bloßen Händen und der besagten Schaufel abgewehrt. Das Ganze sieht dann so ähnlich aus, wie in Capcoms ersten RESIDENT-EVIL Spiel, wenn man keine Munition mehr hat und sich immer wieder von den (Un)Toten losringen muss. Ja, das gefällt dem Zombiefreund. Mit fortschreitender Zahl der Abwehrmanöver muss dann aber doch das gute alte Schießeisen her, um den (Un)Toten Herr zu werden. Kein Problem, wird ihnen eben das Hirn weggeballert. Aber nix da, anstatt Köpfe platzen zu lassen, werden billigste CGI-Effekte aus dem Hut gezaubert, um Patronen im Bild einfrieren und dann auf das Publikum zufliegen zu lassen (man erinnere sich an das erwähnte 3D). Das wiederum hasst der Zombiefreund.

Maskiert sind die (Un)Toten, zumindest für meinen Geschmack, aber gut. Hier besinnt sich Jennifer Albrecht (SETUP) auf die ihr gegebenen Möglichkeiten. So erscheinen die Zombies sehr menschenähnlich, ein Umstand der das Remake dem Original wieder ein Stückchen näher bringt. Vielleicht bekommt man nicht das allerbeste Make-Up zu sehen, aber mit Liebe gemacht ist es allemal. Eine Äußerung über Kostüm und Maske der lebenden Figuren, kann ich mir natürlich getrost ersparen. Ebenso erspare ich mir eine Erwähnung der schauspielerischen Leistung. Obwohl, die Verzweiflungsszene von Barb gespielt von Brianna Brown (zwei herausragende Statistenrollen in THE 40 YEAR OLD VIRGIN und SPIDERMAN-2) ist gar nicht (so) schlecht. Und wie erschrocken sie im Remake auf das Original von Romero kuckt ist doch auch wirklich toll. (Bild 4)

Erwähnenswert sind dann schlussendlich noch die vielen kleinen moralischen Seitenhiebe, die der Film liefert. Während es sich nämlich bei den Werken von George A. Romero (meist) um sozialkritisch-wirkungsstarke Inhalte handelt, lässt sich Jeff Broadstreet zu verstecktem, aber trotzdem plump-amerikanischen Konservatismus hinreißen. Hier wiederum möchte ich nicht spoielern.

P.S.: Wer Zugriff zu so einer tollen "Rotblau-Brille" hat, der kann bei den beiden untersten Bildern, einen Eindruck vom "Schaufel trifft Kopf"-3D kriegen.

Night of the Living Dead 3D Bild 1
Night of the Living Dead 3D Bild 2
Night of the Living Dead 3D Bild 3
Night of the Living Dead 3D Bild 4
Night of the Living Dead 3D Bild 5
Night of the Living Dead 3D Bild 6
FAZIT:

NIGHT OF THE LIVING DEAD 3D ist gar nicht (so) schlecht - abgesehen vom 3D. Vom gut sein ist er aber weit entfernt. Ein Remake, das wie so oft, niemals mit dem Original mithalten kann, obwohl es hin und wieder versucht ihm näher zu kommen.

WERTUNG: 4 von 10 Schaufeln im Kopf
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