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Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel

Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel

OT: Nirvana
CYPERPUNK: F/I/GB, 1997
Regie: Gabriele Salvatores
Darsteller: Christopher Lambert, Diego Abatantuono, Stefania Rocca

STORY:

Der Programmierer Jimi programmiert für die Softwarefirma "Okosama Star" Computerspiele. Zur Zeit arbeitet er gerade an einem Spiel Namens "Nirvana". Ein Virus infiziert das fast fertige Programm, welches der Hauptfigur Solo ein Bewusstsein verleiht. Solo nötigt Jimi das Versprechen ab, ihn samt Programm zu löschen, doch scheint das kein einfaches Unterfangen, da bereits eine Kopie von Nirvana im Rechenzentrum von Okosama Star gespeichert ist. Jimi, der immer noch seiner ehemaligen Freundin Lisa nachtrauert, wendet sich nun an Joystick einem Bekannten von Lisa, der ihm zum einen beim Einhäcken in die Datenbank als auch bei der Suche von Lisa behilflich sein soll.

KRITIK:

Filme die diese Art von Gerne bedienen sind selten und selten sind die Filme dann auch noch gelungen.

Hier bildet Nirvana keine Ausnahme. Dies ist hauptsächlich den kleinen Ungereimtheiten geschuldet, die hauptsächlich Fragen aufwerfen, auf deren Beantwortung man auch noch nach dem Abspann wartet. …

Grundsätzlich gibt es schon mal das Problem, dass der ganze Film mehr oder weniger darauf beruht, dass ein wahrscheinlich gut bezahlter Programmierer seine Arbeit, ja sogar sein Leben aufs Spiel setzt um einer vermeintlich zu Bewusstsein gefundene Computerfigur zu helfen.

Dies wirkt noch um so absurder, wenn man bedenkt, wie leicht es Solo - dem Protagonisten des Spiels - gelingt Jimi davon zu überzeugen. Solo meint, nur wenn Jimi dies Zustande bringt, sei er wirklich frei -frei zu tun was immer er will. Der viel versprechende philosophische Ansatz wird dann aber meines Erachtens relativ schnell verworfen.

Die nächsten Fragen die sich dem Zuschauer schon recht bald auftun sind:Warum erkennt Solo so schnell seine Situation als Figur in einem Computerspiel von selbst? ...und warum ist auch die Kopie in den Datenbanken von Okosama Star infiziert? Keine Ahnung wie realistisch es ist, dass ein künstliches Bewusstsein von einem Virus hervorgerufen wird. Was schon zur nächsten Frage führt, weshalb erkennt Jimi das Potenzial der Existenz Solos einer Computerfigur mit vermeintlichem Bewusstsein nicht? Es scheint keine ähnlichen Programme im Film zu geben und Solo schein durchaus eine Kuriosität zu sein. Anstatt auf das Thema "Künstliches Bewusstsein" in all seinem Potential einzugehen, beschränkt man sich darauf es ohne wirklich plausiblen Grund wieder zu löschen.

Nirvana wirft noch weitere solcher Fragen auf, jedoch kaum welche über die es sich wirklich lohnt nachzudenken. Die wirklich interessante Frage, in wie weit man einem solchen vermeintlichem künstlichem Bewusstsein ethisch verpflichtet sein sollte, wird nicht ansatzweise behandelt, obwohl dass meiner Ansicht nach, eine Möglichkeit des Eingangs erwähnten Problems adäquat lösen würde.

Gar nervig fallen die immer wieder eingespielten Erinnerungen von Jimi an Lisa auf. Lisa - gespielt von Emanuelle Seigner- blabbert dabei wirres Zeug deren Sinngehalt sich mir weitgehend entzogen hat. Weder erfährt man warum sie Jimi verlassen hat, noch tragen die Szenen sonst wie zum Filmverständnis bei.

Die nun noch vorhandenen, ganz offensichtlich gemachten Fehler im Film, geben dem Film dann den Rest, und lassen die transportierte Geschichte unglaubhaft, beziehungsweise fast stümperhaft wirken. Nachdem nun noch das gegen Ende immer häufiger präsente schmunzeln von Christopher Lambert erwähnt wurde, welches eigentlich an sich schon einen Druck auf den Stopp-Knopf wert ist, soll nun auch mal was Positives über den Film gesagt werden.

Abgesehen von all den aufgezählten Schwierigkeiten des Films, mangelt es Nirvana keineswegs an Ideen. Dies fängt bei der eigentlich einfallsreichen Grundidee an. Und auch die technische Umsetzung ist für das Genre gelungen, so dass durchaus eine Atmosphäre entstehen kann, die man von anderen Filmen wie Avalon oder Existenz kennt. Man verzichtet weitestgehend auf schillernde Effekte, die man wahrscheinlich sowieso nicht gut genug realisieren hätte können, so dass man zumindest von "Animationen des Grauens" verschont bleibt.

Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel Bild 1
Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel Bild 2
Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel Bild 3
Nirvana - Die Zukunft ist ein Spiel Bild 4
FAZIT:

Chistopher Lambert mal wieder in seiner Paraderolle, als Hauptdarsteller einer unfreiwillig trashigen Fimproduktion. Schade!

WERTUNG: 4 von 10 Punkten
Dein Kommentar >>
Federico | 02.12.2010 15:50
Das ist ja ein unglaublich wirrer Trailer... ich hätte keine Ahnung worum's in dem Film ginge.. Cyberesoterik?
Wobei ich finde dass das Genre schon einige halbwegs gute Vertreter besitzt, von TRON bis EXISTENZ über AVALON, die du in der Kritik eh erwähnt hast... ich kenne aber umso weniger Leute, die eine solches Genre schätzen.
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