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Paranormal Investigation

Paranormal Investigation

OT: Death of a Ghost Hunter
HORROR: USA, 2007
Regie: Sean Tretta
Darsteller: Patti Tindall, Davina Joy, Mike Marsh, Lindsay Page

STORY:

Im Jahr 1982 kam es im Haus des Pfarrers Joseph Masterson zu einem Massaker, bei dem eine ganze Familie ausgelöscht wurde. Seither scheint es in dem leer stehenden Haus "umzugehen".
Zwanzig Jahre später betreten die Parapsychologin Carter Simms und ihr Team das Masterson-Haus, um den Spuk zu ergründen. Und tatsächlich werden sie mit unerklärlichen Geschehnissen, gespenstischen Erscheinungen, religiösem Fanatismus und einem todbringenden Schatten aus der Vergangenheit konfrontiert…-

KRITIK:

Okay, im Vorfeld habe ich mir von dieser PARANORMAL INVESTIGATION gar nichts erwartet. Mehr noch: Es herrschte Gurkenalarmstufe Rot im Wohnzimmer. Wegen einiger unguter Omen waren schlimmste Befürchtungen angebracht: Ein Titel, der sich ganz offensichtlich an der gewinnträchtigen PARANORMAL ACTIVITY anschmiegt. Das riecht zunächst mal nach Abklatsch wie jene PARANORMAL ENTITY, die den amerikanischen DVD-Markt diese Tage heimsucht.

Aber nein, im Original heißt der vorliegende Film ja DEATH OF A GHOST HUNTER und stammt aus dem gleichen Jahr wie PARANORMAL ACTIVITY. Wer da nun als erstes paranormale Geistesblitze hatte und ob überhaupt ein Film vom anderen partizipiert hat, vermag man nicht zu sagen. Dennoch keine wirkliche Entwarnung. Filme, bei denen die deutschen Vermarkter das oben erwähnte Namedropping anwenden, fehlt es meist an eigenen, guten Argumenten. Wobei in diesem Fall auch der neue deutsche Titel treffend gewählt ist und auch nicht so schrecklich spoilert wie der Originalnamen.

Dann natürlich die Form des Streifens, welche anmutet wie eine Mischung aus BLAIR WITCH PROJECT und der Reality-Dokusoap GHOST HUNTERS aus dem Fernsehen (Ihr wisst schon, diese beiden geisterjagenden Klempner Mario & Luigi, ähm, Jason & Grant, die nach Feierabend -Hui Buh!- in echten Spukhäusern -Hört! Hört!- richtigen Gespenstern nachspüren). Und wenn man dazu die hohe Zahl an geringschätzigen Meinungen und Filmdatenbankratings von kaum 4 Pünktchen addiert, kann einem schon angst und bange werden. Soweit meine Erwartungen, oder besser meine Befürchtungen…

Doch auch wenn die ersten Minuten nach dem fiesen Intro diese Erwartungen (oder Befürchtungen) zu bestätigen scheinen, mausert sich PARANORMAL INVESTIGATION danach zu einem richtig fesselnden Haunted House-Flick, so dass der im Kopf bereits vorformulierte Verriss ziemlich schnell im geistigen Mülleimer landet.

Denn Überraschung: PARANORMAL INVESTIGATION ist ein feiner, puristischer Spukfilm aus der unabhängigen Produktion, für den ich hier mal eine Lanze brechen will.

Im Tenor der Negativstimmen fallen häufig Wörter wie "schwaches Drehbuch" und "schlechte Schauspieler".

In jenem Teil der Filmwelt, wo mehr Herzblut als Budget zur Verfügung steht, ist es ja zumeist tatsächlich so, dass da talentierte Goreköche am Werkeln sind, aber selten mal gute Drehbuchschreiber. Im Fall von PARANORMAL INVESTIGATION ist es allerdings umgekehrt. Auf Gore wird größtenteils verzichtet, aber dafür gibt es ein gutes Skript, welches neben einer schön durchdachten Geschichte und gelungenen Dialogen dann doch noch ein paar Härten abseits vom Kunstbluteimer bietet. Ich für meinen Teil finde jedenfalls die Szene, in der eine Mutter einen hilflos wimmernden Säugling in die Badewanne legt und das Wasser nicht zum Baden einlässt, viel schockierender als wenn irgendeinem krakelenden Laienmimen Schweinekutteln aus dem Pullover gezerrt werden.

Und da ich in Haunted House-Flicks (mit Ausnahme des HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER) das Hauptaugenmerk auf Grusel, Gänsehaut und unerklärliche Zimmertemperaturabstürze richte, kann ich mit fehlendem Gore gut leben, zumal PARANORMAL INVESTIGATION gegen Ende noch ein paar kranke Zugaben in petto hat.

Aber dazu später mehr. Kommen wir erst zu den schlechten Schauspielern, die sich in diesem Film tummeln sollen. Dass man in einer unabhängigen Produktion eher selten perfekte Mimen mit Oscar-Ambitionen antrifft, sollte klar sein. Trotzdem haben wir hier engagierte Leute vor der Kamera, die auf jeden Fall authentischer wirken als das Gros der aufgemopsten Plastiktittenträgerinnen aus den Opferstäben gefeierter Mainstreamslasher.

Übrigens ist der unscheinbare, junge Mann, der den Videotechniker spielt auch derjenige der das Drehbuch geschrieben und die minimalistische, aber passende Musik komponiert hat. Kein Stümper, dieser Mike Marsh imo - sondern ein Junge mit Herzblut. Wie auch der gesamte Film alles andere als Schrott ist, sondern in meinen Augen sogar fast das Zeug zum kleinen Geheimtipp hat.

Der Vergleich mit dem BLAIR WITCH PROJECT ist sicherlich legitim, auch wenn er sich mehr auf den pseudo-realistischen Stil bezieht. Es gibt sie auch hier - die wacklige Handkamera aus der Ego-Perspektive; war sie aber beim Waldspaziergang zur Blair-Hexe oder im Seuchenhaus von [REC]. noch im Dauereinsatz, so kommt sie in PARANORMAL INVESTIGATION nur dosiert vor. Weitgehend erleben wir das Geschehen im Spukhaus der Mastersons aus der dritten Person im Digital Video-Look. Was aber der quasi-authentischen Stimmung keinen Abbruch tut.

Regisseur Tretta und Drehbuchautor Marsh haben darauf verzichtet, eine Kanonade an billigen Schocks auf den Zuschauer abzufeuern, sondern suchen ihr Heil stattdessen im wohldosierten Einsatz gespenstischer Erscheinungen, die dann zwar rarer gesät, aber dafür effektiver zur Geltung kommen. Und nachdem zwei Filmdrittel in unheimlicher Atmosphäre mit den üblichen, aber schön inszenierten übernatürlichen Phänomene zugebracht wurden, wendet sich der letzte Akt plötzlich den beinahe noch erschreckenderen, weil (un-)menschlichen Sündenpfuhlen zu. Dann bekommt die PARANORMAL INVESTIGATION eine dezente Sleaze-Note in der Geschmacksrichtung "religiös-fanatisch".

Paranormal Investigation Bild 1
Paranormal Investigation Bild 2
Paranormal Investigation Bild 3
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Paranormal Investigation Bild 5
Paranormal Investigation Bild 6
FAZIT:

Kennt ihr noch das Kinderquiz "1, 2 oder 3"? Im Fall dieses unabhängig produzierten Haunted House-Flick auf den Spuren von BIS DAS BLUT GEFRIERT, BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY komme ich mir vor wie der einsame Junge, der mutterseelenallein auf Feld 1 ("Der Film ist cool!") steht, während der ganze Rest der Kritikerkollegen zum Feld 3 ("Der Film ist scheiße") gerannt sind. Wo letztendlich das Licht angeht, liegt ohnehin im Auge des Betrachters. Ich für meinen Teil hatte einen schön creepy Filmabend mit der PARANORMAL INVESTIGATION. Inklusive einer einfachen, aber nett arrangierten Geschichte, effektiven Gespenstern, guten Ideen und ein paar bösen Überraschungen. Ein spannender Spukhausfilm im Reality-TV-Look mit schaurigen Momenten und einem packenden Finale. Eine ehrliche Arbeit aus dem Genre-Underground.

WERTUNG: 7 von 10 religiösen Fanatikern
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Daniel | 05.12.2011 02:21
Ich stelle mich zu Christian auf Feld 1. Der religöse Touch macht
den Film sehenswert und creepy!

6 von 10 hängenden Kruzifixen
>> antworten
mama aus leidenschaft | 28.12.2010 22:42
Haha "jd" ... du bist echt armselig und deppert!!!!!!!!
>> antworten
toxic | 01.11.2010 20:23
Ich stehe auf Feld 3
jd | 02.12.2010 15:45
du bist auch bestimmt behindert
Harald | 02.12.2010 23:19
"behindert" als Schimpfwort zu verwenden ist so armselig und deppert, dass ich das aus bloßem Mitleid mit dir nicht lösche.
Recht hast!!!! | 12.02.2011 01:12
Hab ihn mir gerade angeschaut. Ja ich muss auch feststellen
das es schlimmeres gibt. Aber auf jeden Fall muss man sagen
jeder hat mal klein angefangen. Hoff das da noch mehr kommt.
Wer nur dumm redet hat noch nie versucht selbst einen Film zu
drehen.
Ich würd sagen er ist auf jeden Fall so gut das ich ihn mir von
Anfang bis Ende angesehen hab. Das hat so manch anderer
Film nicht geschafft.

Nur aus welchem Film kenne ich diese "Ghost Hunterin"?
Conny | 10.10.2013 02:26
hier schauen
imdb.com/name/nm1197846/
sie heißt Patti Tindall
>> antworten


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