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Princesas

Princesas

DRAMA: E, 2006
Regie: Fernando León de Aranoa
Darsteller: Candela Peña, Micaela Nevárez, Mariana Cordero

STORY:

Princesas, das sind die beiden Prostituierten Caye (Candela Peña) und Zulema (Micaela Nevárez). Beide leben in Madrid, beide verdienen sich ihren Unterhalt auf der Straße. Wöchentlich trifft sich die Spanierin Caye mit ihrer Familie zum Essen. Womit sie ihr Geld verdient, das weiß hier niemand. Die aus der Dominikanischen Republik stammende Zulema lebt illegal in Madrid. Der Mann, der ihr angeblich Aufenthaltspapiere beschaffen kann, erpresst und misshandelt sie. Ein Zustand, dem sie nicht zu entkommen weiß, benötigt sie diese doch so dringend. Regelmäßig schickt Zulema Geld in ihre Heimat, um ihrem kleinen Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen.

Auch hier weiß niemand über ihren wahren Beruf Bescheid. Als Caye eines Tages auf die schwer verletzte Zulema stößt, entwickelt sich nach anfänglichen Berührungsängsten, ausländische Prostituierte werden wegen ihrer billigeren Preise und "exotischen Tricks" als unangenehme Konkurrenz empfunden, eine Frauenfreundschaft voller Verständnis und Mitgefühl für die Probleme der anderen. So unterschiedlich beide auch sein wollen, wünschen sie sich doch dasselbe: ein ganz normales Leben, in dem einen der Freund von der Arbeit abholt. Eines Abends trifft Caye auf den Programmierer Manuel (Luis Callejo). Als sich beide ineinander verlieben, steht Caye vor der großen Frage, was wohl passieren wird, wenn Manuel ihr endlich glaubt, dass sie ihr Geld als Prostituierte verdient.

KRITIK:

Berührend und sehr authentisch erzählt Fernando León de Aranoa nach seinem Erfolgsfilm Los Lunes al sol in Princesas die Geschichte zweier außergewöhnlichen Frauen und ihrer ganz besonderen Freundschaft. Ehrlich und ohne etwas zu beschönigen stellt er ihre Ängste, Freuden und Sehnsüchte in den Mittelpunkt des Geschehens. Es handelt sich hier um einen Film mit starken Dialogen, der ungeachtet seiner Tragik auch nicht auf den Humor vergisst. Besonders amüsant sind Szenen, die die Prostituierten beim Tratsch im Friseursalon zeigen.

Princesas ist ein sehr realistisch gemachter Film, der, passend zur Thematik, in hohem Maße auf nackte Tatsachen und deftige Wortwechsel setzt, ohne dabei jedoch ins Voyeuristische oder Derbe abzugleiten. Die Besetzung spricht ebenso, wie die gefühlvoll inszenierte Geschichte selbst, für sich. Sowohl Candela Peña (auch bekannt aus Pedro Almodóvars Todo sobre mi madre), die bereits in Torremolinos 73 in der Rolle der Darstellerin von Porno-Homevideos viel Mut zur Nacktheit zeigte, als auch die bezaubernde Micaela Nevárez wurden mit dem spanischen Goya für die beste Hauptdarstellerin und beste Nachwuchs-Schauspielerin ausgezeichnet.

Princesas Bild 1
Princesas Bild 2
Princesas Bild 3
Princesas Bild 4
FAZIT:

Ein wunderbar toleranter und warmherziger Film, der nicht den Moralapostel spielen will, sondern feinfühlig in das harte Leben dieser Frauen eintaucht, um darüber zu erzählen und den Menschen hinter der Prostituierten zu zeigen. Sehr empfehlenswert.

WERTUNG: 8 von 10 High Heels
Gastreview von Katja
Dein Kommentar >>
Hans-Christian | 18.12.2010 09:36
Habe es gestern endlich geschaft mir den Film anzusehen und kann die Rezension nur unterschreiben. Besonders beachtenswert, wie der Regisseur es schafft die Grenze zum Voyeristischen nicht zu überschreiten. Ich würde sogar 9 High Heels geben.
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