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Prisoners

Prisoners

THRILLER: USA, 2013
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Paul Dano, Terrence Howard

STORY:

In einer trostlosen, novemberregennassen Kleinstadt irgendwo in Pennsylvania bereiten sich zwei befreundete Familien auf das Thanksgiving-Fest vor. Doch die Feierlaune ist nicht von langer Dauer: Die beiden Mädchen der Familien sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Einziger Anhaltspunkt ist ein Wohnmobil, dessen geistig zurückgebliebener Besitzer von der Polizei aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen wird. Der verzweifelte Vater der verschwundenen Anna lauert dem mutmaßlichen Kindesentführer auf und lässt nichts unversucht, um ihn zum Reden zu bringen ...

KRITIK:

... was beileibe kein schöner Anblick ist in diesem albtraumhaften, brutal spannenden und aufwühlenden Psychothriller, der sich völlig überraschend an die Spitze der amerikanischen Kinocharts gesetzt hatte. Dabei werden hier für einen starbesetzten Hollywood-Film schon bemerkenswert grobe Geschütze aufgefahren: Willkommen auf der dunklen Seite von Smalltown America, wo sich hinter unauffälligen Fassaden finstere Abgründe auftun; wo die Paranoia regiert, wo im besseren Fall Waffen, im schlechteren Fall sprichwörtliche Leichen im Keller liegen.

Der Film entwickelt von der ersten Minute an eine Sogkraft, aus der es kein Entrinnen gibt. Einen Gutteil zur hypnotischen Wirkung trägt die fast schon unheimliche Kameraarbeit von Roger Deakins (SKYFALL, NO COUNTRY FOR OLD MEN) bei, der diese nasskalte Kleinstadt in geisterhaften Bildern einfängt, die einen frösteln machen.

Der Filmtitel könnte treffender nicht gewählt sein. Im Grunde ist jeder Bewohner dieser Stadt ein Gefangener. Der tristen wirtschaftlichen Verhältnisse, der Sprachlosigkeit, der Depression, des Alkohols, der Ohnmacht, der Paranoia. Die Schauspieler geben ihr Bestes: Hugh Jackman hat man nie furchterregender und getriebener durch einen Film wüten sehen. Jake Gyllenhaal legt seinen Detective als melancholischen Einzelgänger an, dessen nervöse Ticks deutlich machen, dass dieser Mann schon alles und von allem zu viel gesehen hat.

Normalerweise ist in Hollywood auf die Frauenfiguren Verlass, wenn "Güte" oder zumindest moralische Standfestigkeit Not am Mann sind. Doch in dieser psychischen Extremsituation - und, glaubt mir, als Vater einer Tochter könnte ich mir keine extremere Situation vorstellen - treffen auch die Frauen durchaus ambivalente, fragwürdige, feige (Fehl-)Entscheidungen.

Die naheliegende "What would you do"-Frage wird natürlich direkt an den Zuseher gestellt. Beantwortet wird sie nicht. Wie der Film generell keine einfachen Antworten parat hat.

Mir persönlich gehen ja Filme, in denen Kindern etwas angetan wird, immer ganz massiv an die Nieren. Mit Schaudern erinnere ich mich an den thematisch und auch atmosphärisch vergleichbaren THE TALL MAN oder den belgischen Film THE INTRUDER, der lose auf dem Fall Dutroux basiert.  PRISONERS ist definitiv harter Stoff und ein weiterer Kandidat für den Film des Jahres.

Prisoners Bild 1
Prisoners Bild 2
Prisoners Bild 3
Prisoners Bild 4
FAZIT:

Ja, PRISONERS ist tatsächlich so gut, wie (fast) überall behauptet wird: Ein atemlos spannender, stockdüsterer und - im Wortsinne - abgründiger Psychothriller, der sich selbst vor den Klassikern eines David Fincher nicht verstecken muss. Der Stoff, aus dem die Albträume sind.

WERTUNG: 9 von 10 Hammerschläge
Dein Kommentar >>
destiny | 07.08.2015 18:14
"Sei vorbereitet"
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Pat Bateman | 09.12.2013 00:20

Hervorragender Film, hat definitiv das Zeug "Schweigen der Lämmer" und "Sieben" als Genreklassiekr zu beerben.

10 von 10 Pfeifen
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Fedi | 24.11.2013 22:44
Wow. Wie ein Fincher. Ur gut.
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Erik | 16.10.2013 18:21
Hervorragender Thriller, atmosphärisch dicht wie eine Windbreakerjacke (okay, blöder Vergleich^^) und ganz im Stile eines "Insomnia", "Ghostwriter" oder "Siebenb". 10/10
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