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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Rebel Waves

Rebel Waves

OT: Rising Storm
ENDZEIT/SATIRE: USA, 1989
Regie: Francis Schaeffer
Darsteller: Zach Galligan, Wayne Crawford, June Chadwick,Elizabeth Keifer

STORY:

Im Jahr 2099 werden die USA von einem faschistischen Junta regiert, an deren Spitze ein ehemaliger Reverend steht. Zwei Brüder geraten zufällig in eine Untergrundbewegung, die zum Schlag gegen das verhasste Regime ausholt. Schützenhilfe kommt von verbotenen Aufnahmen eines Rock 'n'Roll-DJs, dessen Musik der Soundtrack zur Rebellion wird.

KRITIK:

Den zwei oder drei treuen Lesern, die mein Wirken auf dieser Website seit geraumer Zeit verfolgen, wird möglicherweise eine gewisse Affinität meinerseits zu apokalyptischen Szenarien nicht entgangen sein. Das ist kein Zufall: Führende Verschwörungstheoretiker haben nämlich herausgefunden, dass hinter Filmtipps.at eine sinistre Weltuntergangssekte aus Nazi-Reptilienmenschen steht, die sich von Chemtrails ernährt und satanische Botschaften in vermeintlich harmlose Filmkritiken (Twilight!) verpackt, um damit Kontrolle über das Bewußtsein der arglosen Leser zu erlangen und letzlich die Welt zu zerstören.

REBEL WAVES, der Film, um den es hier geht, zählt zur Gattung der Endzeit-Filme, ein Genre, das in den Goldenen Achtziger Jahren eine ganze Reihe an Billig-Produktionen hervorbrachte, die mit getunten Schrottautos im Windschatten von George Millers MAD MAX durch italienische Schottergruben tuckerten. Wie eingangs angedeutet, habe ich ein gewisses Faible für diese Art von Film, wo waffenscheinpflichtige Frisuren, Schrottplatz-Requisiten, Drehbuch-Nonsens höherer Ordnung und bisweilen durchaus professionell gefertigte Action zu einem sinnfreien, aber unterhaltsamen Sub-Genre verschmolzen.

REBEL WAVES sticht aus dem Endzeit-Subgenre aus mehreren Gründen hervor. Er kam erst im Jahr 1990 in die Videotheken, zur Endzeit quasi, denn die Hochblüte des Genres lag damals schon einige Jährchen zurück. Es handelt sich auch nicht um eine italienische, sondern um eine amerikanische Produktion. Gedreht wurde in der Wüste Namibias. Und, vielleicht der wichtigste Punkt: REBEL WAVES will mehr sein als ein ultra-cheapes MAD MAX-Ripoff. Das Bemühen, stilistisch und inhaltlich eigene Wege zu gehen, ist zumindest spürbar.

Die Komik, die viele dieser Produktionen auszeichnet, ist hier keineswegs unfreiwilliger Natur, sondern beabsichtigt. Der Film war wohl als gallige, zitatereiche Sci-Fi-Satire konzipiert. Zentrales Motiv ist die Angst vor einem christlichen Gottestaat, die Regisseur Frank Schaefer in gewollt skurrile Bilder packt. Eine Angst, die wohl auch in der Biographie des Regisseurs begründet ist:

Wie eine kurze Google-Recherche ergibt, waren die Eltern des Regisseurs prominente Wegbereiter der amerikanischen christlichen Rechten. Nach dem Tod seiner Eltern hat sich Frank Schaefer vom christlichen Fundamentalismus losgesagt und die ideologischen Fronten gewechselt. Heute unterstützt er Obama und wettert gegen Trump und die Tea-Party. Guter Mann. Seine filmische Karierre hat er hingegen nach vier Filmen an den Nagel gehängt. REBEL WAVES ist wohl auch als persönliche Aufarbeitung der ideologisch-religiösen Verwirrung zu sehen, unter deren Fuchtel der damals junge Mann zu leiden hatte.

Aber wie so oft waren die Ambitionen größer als das Endergebnis: Einzelne Ideen funktionieren durchaus (etwa die vom "Also sprach Zarathustra"-Motiv untermalte 2001-Referenz in der Eröffnungsszene), doch irgendwann kommt dem Konzept eines C-Films mit "Message" die tatsächliche Laufzeit in die Quere. Die zieht sich dank mäßig talentierter Akteure und akuter Action-Armut dann doch ziemlich.

Wobei: Das Wenige an Action ist zumindest sauber inszeniert und auf akzeptablen Niveau - gemessen an den Direct-to-Video-Standards der damaligen Zeit, versteht sich. Der Film spielt zur Gänze unter gleißender Wüstensonne, was ihn zu einem Kandidaten für einen regnerischen Tag macht.

Erschienen ist dieses skurrile, in Vergessenheit geratene Videotheken-Kleinod in liebevoller Kleinst-Serie beim Label XCESS Entertainment, erfreulicherweise mit dem gemalten Original-Cover von 1990. Als Extra gibt es einen amüsanten Audio-Kommentar.

Rebel Waves Bild 1
Rebel Waves Bild 2
Rebel Waves Bild 3
Rebel Waves Bild 4
Rebel Waves Bild 5
Rebel Waves Bild 6
Rebel Waves Bild 7
FAZIT:

Ex-Knacki und sein naiver Bruder im Kampf gegen die Schergen des faschistischen Gottesstaates USA. In Vergessenheit geratenes Videotheken-Kleinod aus den sehr späten Achtzigern, das auf ziemlich unbeholfene, aber sympathische Art und Weise Versatzstücke aus Science Fiction-, Action- und Exploitationfilm zu einem skurrilen, satirischen Endzeit-Potpourri mixt und sich über die amerikanische religiöse Rechte lustig macht.
Ein Film Marke "nicht uninteressant, aber" ...

WERTUNG: 5 von 10 VHS-Videobotschaften
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