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Romasanta - Im Schatten des Werwolfs

Romasanta - Im Schatten des Werwolfs

OT: Romasanta: La caza de la bestia
HISTORISCHER THRILLER: Spanien, 2004
Regie: Paco Plaza
Darsteller: Julian Sands, Elsa Pataky, Gary Piquer, Maru Valdivieso, David Gant, John Sharian

STORY:

Spanien 1851. Nach einem harten Winter leidet Galizien unter häufigen Wolfsattacken. Viele Menschen verschwinden, die meisten werden nie mehr gefunden. Der mit Aufklärung beauftragte Staatsanwalt Luciano de la Bastida kann einige Vermisste tot finden. Doch gegen die allgemeine Meinung glaubt er nicht an Tötungen durch Wölfe. Der als Gast der Königsfamilie im Land weilende Wissenschaftler Dr. Philips untersucht die Leichen und stellt fest, dass ihnen Körperfette abgezapft wurden.

Die beiden stellen weitere Nachforschungen an, wo sie auf die Spur des fahrenden Händler und Schreibers Romasanta stoßen. Überraschend werden sie von der jungen Barbara unterstützt, Schwester bzw. Tante zweier Opfer und Ex-Geliebte Romasantas. Der Mann ist schnell gefasst und wurde einer der ersten dokumentierten Serienmörder der Justizgeschichte, der es in seinem Prozess schaffte, mit der Ausrede, unter einem Werwolffluch zu leiden, nicht hingerichtet, sondern in eine Anstalt eingewiesen zu werden, wo er unter mysteriösen Umständen stirbt. Nach historischen Tatsachen.

KRITIK:

Ein stiller, aber sehenswerter Film, mit dem Regisseur Paco Plaza (REC) und Produzent Brian Yuzna (RE-ANIMATOR) ein nettes Kleinod gelungen ist. Außerhalb von Festivals ist dieser Film leider nie in mitteleuropäischen Kinos gelaufen.

Die 2006 erschienene DVD hat den Titel: ROMASANTA - DIE SPUR DER BESTIE. Schade eigentlich, denn von seiner Stimmung ist er den wesentlich erfolgreicheren DER PAKT DER WÖLFE (2001) und DAS PARFUM (2006) nicht unähnlich.

Dabei hat er alles richtig gemacht. Kostüme und Settings sind überzeugend, Klischees werden erfolgreich umschifft. Einzig nachteilig war vielleicht, dass er relativ actionarm gegen übliche SeherInnengewohnheiten gefilmt ist, was wiederum, je nach Geschmack auch als Vorteil gewertet werden könnte.

Die SchauspielerInnen sind bis in die kleinsten Rollen gut gewählt. Julian Sands (GOTHIC, WARLOCK oder der empfehlenswerte, schändlich unterschätzte BOXING HELENA) spielt, was er am besten kann: Den Bösewicht von Welt in alten Gewändern, charmant und teuflisch zugleich, eben der Mörder von nebenan.

Der spanischstämmige Schotte Gary Piquer gibt den Oberpolizisten mit hohem Gerechtigkeitssinn. Am überzeugendsten für mich die Spanierin Elsa Pataky (GIALLO), mittlerweile erfolgreich auf beiden Seiten des Ozeans, als naiv-sinnliche Barbara, die zur verbissendsten Jägerin Romasantas wird. (Und nein, meine Einschätzung hat nichts mit der sehr schönen Badewannenszene von ihr zu tun.) Überhaupt hatte ich den Eindruck, aber das mag Vorurteil sein, dass sich die Gesichter der DarstellerInnen auf angenehm frische Art und Weise vom üblichen Hollywood-Pack abheben. Dass ich trotzdem nicht die Höchstpunkte vergebe, kann ich nicht so wirklich begründen, aber irgendwie fehlte mir dazu etwas.

Romasanta - Im Schatten des Werwolfs Bild 1
Romasanta - Im Schatten des Werwolfs Bild 2
Romasanta - Im Schatten des Werwolfs Bild 3
Romasanta - Im Schatten des Werwolfs Bild 4
FAZIT:

Schönes europäisches Historienkino um justizhistorische Meilensteine, sauber gespielt und stimmig in Szene gesetzt. Noch nicht Plazas Meisterwerk, aber definitiv ein tolles Gesellenstück. Mehr Aufmerksamkeit für diesen Film wäre nicht unverdient gewesen.

WERTUNG: 6 von 10 armen, toten Piepmätzen
TEXT © Erich H.
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