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Ronal der Barbar

Ronal der Barbar

OT: Ronal Barbaren
ANIMATION, FANTASY: Dänemark, 2011
Regie: Kresten Vestbjerg Andersen, Thorbjorn Christoffersen
Darsteller:

STORY:

Ronal ist Mitglied des kampfstarken Barbarenstammes der Nordhalbkugel - doch ansonsten eher aus der Art geschlagen. Wo seine KollegInnen muskelbepackt, eingeölt und ein wenig dämlich sind, hat er eher schlechte Karten gezogen, was Muskeln und Kampfkraft betrifft. Durch seinen Fehler werden seine unbesiegten Mitbrüder und -schwestern von dem unheimlichen Volcazar besiegt und verschleppt. Ronal macht es sich zur Aufgabe, seinen Stamm zu retten. Der Jack Black-ähnliche Jungbarde Alibert, die Schildmaid Zarah und der etwas "tuntige" Elb Elric unterstützen ihn dabei.

KRITIK:

Zu jeder "gscheitn" Fantasy gehört unumstritten eine Quest. Dass dies allerdings auch zu einem Kinobesuch gehört, war mir neu. In diversen Vorschauen diverser Medien habe ich schon von dieser dänischen Fantasy-Animation gehört und ich wollte ihn unbedingt sehen. In Deutschland lief er angeblich bereits Ende Dezember an, Österreich folgte mit 12.1.2012.

Ich, nicht fad, nutze die erste Möglichkeit, starte ins Kino, wo es laut Programm spielt und sehe vor Ort nicht einmal eine Anzeige. Der freundliche Herr an der Kassa teilte mir vertrauensvoll mit, dass es wohl richtig wäre, was im Programm steht, aber da sich eh keiner den Film angeschaut hat, haben sie ihn kurzerhand aus dem Programm gekickt und durch einen ersetzt, der mehr Publikum anzieht und eigentlich sowieso besser für mich ist. Ich lasse mich so leicht aber auch nicht einkochen, starte ans andere Ende von Wien und ergattere mühsamst noch eine Karte, gehe in einen Kinosaal mit gezählten drei Reihen, kriege ein 3-D-Brille in die Hand gedrückt, die die aus den 1980ern bekannte grün/rot-Linsen hat und sitze neben kleinen Kindern, die in diesem Film definitiv nicht hineingehören.

Die Vorabkritiken waren auch eher schlecht, also was soll's. Wird schon schief gehen. 3-D ist bei dieser Geschichte genau so unnötig, wie in den meisten anderen Filmen, die ich in dieser sensationellen Technik sehen musste. Übrigens ein Umstand, den die KritikerInnen im Vorfeld besonders verfluchten. Aber hey - ehrlich gesagt waren so hochgelobte Machwerke wie SHREK 4EVER auch nicht besser. Des weiteren störte viele die Animationsoptik. Von Computerspiel-Optik war oft die Rede, von schwach gegen Pixar und Dreamworks und so.

Na und, bei BARBIE oder DRACHENJÄGER ist sie auch nicht besser. Ganz im Gegenteil, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase kommt man damit ganz gut zurecht und ehrlich gesagt schadet es wirklich nicht, dem Einheitsbrei Paroli zu bieten. Die Geschichte selbst hat interessante Charaktere, eine durchaus akzeptable Storyline und die Schlüsselszenen krachen genau so gut oder schlecht wie bei Pixar-Ware.

Doch eines ist gewiss. Für Kinder unter, sagen wir mal, 14 Jahre, ist er definitiv nichts. Er ist schwer sexuell kontextiert, hat eine gewisse Sado-Maso-Tendenz und sehr viel Homosexuellen-Verarsche am Rande der Diskriminierung.

Nichts desto Trotz steckt er voll liebevoller Anspielungen an die Fantasy allgemein und dem Subgenre der Barbarenfilme im Besonderen. Diverses Fantasypersonal wird zwar überzeichnet dargestellt, dennoch nicht, wie KritikerInnen sehen wollten, in Grund und Boden parodiert.

Z.B. die überlüsternen, letztendlich aber nicht sehr kämpferischen Amazonen werden von einer Königin geführt, deren Zeichnung fatal an Brigitte Nielsen erinnert und zur Bestätigung im Original auch von ihr gesprochen wird. Und sollte sich wer für kreativen S/M-Umgang mit Brustwarzen oder Hoden interessieren, der/die sollte vielleicht den Notizblock beim Anschauen bereithalten. Ansonsten, seit 12.1.2012 in österreichischen Kinos, wenn man denn Glück hat.

Ronal der Barbar Bild 1
Ronal der Barbar Bild 2
Ronal der Barbar Bild 3
Ronal der Barbar Bild 4
Ronal der Barbar Bild 5
FAZIT:

Für alle, in deren Leben eine Lücke entstanden ist, nachdem die Barbarenwelle abgeebbt ist, ein Pflichtfilm. Kein Meisterwerk, aber auch definitiv keine Nullnummer. Action, Spaß, Erotik und Abenteuer - eine wahrhaftige Quest. Sollte man es im Kino versäumen, was mir leicht möglich erscheint, reicht die DVD-Auswertung stinknormal und zweidimensional allemal.

WERTUNG: 7 von 10 Barbarian Rhapsodies
TEXT © Erich H.
Dein Kommentar >>
Nordfriese | 20.01.2012 16:29
@Harald,

die selbe Erfahrung habe ich auch mit Fight Club gemacht. Nach dem der Typ an der Kasse meinte, der Film sei ohnehin schlecht hat er zu allem Überfluss auch noch die entscheidende Wendung (Ich gehe da jetzt mal nicht näher drauf ein) ausgeplappert!!!
Warum arbeitet so ein Banause in einem Kino???


Harald | 20.01.2012 16:34
booah, vor dem Typen hätt ich mich augenblicklich in Tyler Durden verwandelt und ...
>> antworten
Harald | 17.01.2012 11:54
So eine Quest durfte ich auch schon einmal erleben. Damals bei Fight Club in einem der vielen nichtsnutzigen und schon wieder geschlossenen Stadtrand-Megaplexen. Hatte damals noch drei Leutchen im Schlepptau, die allesamt nicht so amused waren, dass der Film einer programmgemäßen Aufführung als nicht würdig erachtet wurde.

Btw, sehr schöne Kritik, danke.
>> antworten
Andreas | 16.01.2012 09:35
Also lässiger Trailer is das ja schon alle mal
Erich H. | 17.01.2012 18:00
Ja, das muss ich bestätigen. Gibt aber auch noch andere ähnlich coole, z.B. die Punktekategorie Barbarian Rhapsody, beim Film der Abspann und da hat auch 3-D tadellos funktioniert.

@Harald
Auch ich hatte schon vorher derartige Queste zu bestehen, aber das war schon vor so langer Zeit, dass ich mich gar nicht mehr an das tolle Gefühl erinnert habe ;)
>> antworten


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