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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE

Rounders - der Film


Foto ©: dbreen, CCO Creative Commons

"You can shear a sheep many times, but skin him only once."

Wenn es darum geht, Filme zu nennen, die die Wahrnehmung des Pokerspiels in der Gesellschaft entscheidend geprägt haben, dann gibt es einen klassischen Crime- und Poker-Thriller, der in jeder Liste der einflussreichsten Poker-Filme ganz weit oben steht: Rounders. Der Film, der 1998 in Amerika in die Kinos kam, wird manchmal sogar als der Auslöser dafür angesehen, warum es in den Folgejahren und bis heute einen regelrechten Pokerboom gegeben hat.

Ein Rückblick auf den Pokerboom

Wir alle erinnern uns wahrscheinlich, dass vor etwa 10 Jahren überall die Leute anfingen, Pokersets oder Pokerkoffer zu kaufen. Diese tauchten in vielen Variationen im Handel auf, teilweise in guter Qualität, teilweise aber auch qualitativ fragwürdig mit dünnen Karten und einfachen Chips. Die Leute begannen sich in kleinen und großen Runden zu treffen und wie wild Poker zu spielen. Vorzugsweise in der beliebtesten Variante: Texas Hold’Em. Es wirkte, als sei ein neuer Trend geboren. Zwar wird der Film Rounders in diesem Jahr schon 20 Jahre alt, aber es ist ja bekannt, dass wir mit den Trends hier oft etwas hinterherhinken. Außerdem kam der Film in Deutschland gar nicht ins Kino, sondern erschien erst 2006 direkt auf DVD.

Fest steht, mit Rounders ist Poker in den Köpfen der Leute angekommen. Das liegt unter anderem auch an dem Cast, ausgewählt aus der damaligen Hollywood-Top-Riege. Aber nicht nur die Gesellschaft wurde durch den Film eingehend geprägt, er stellt auch in Hollywood einen Wendepunkt dar, weg von den klassischen Poker- und Casinoklassikern mit den Schauspieler-Haudegen der 60er Jahre, die Poker eher zu einer Wiedergeburt des Goldgrabens stilisierten, auf dem Weg zum großen Erfolg im großen Amerika. Rounders hingegen gehört zu einer langen Liste an neuen Filmen wie Ocean’s Eleven, Hangover und The Gambler, die das Spiel und das Casino-Thema ins 21. Jahrhundert hoben und sich mehr auf den Unterhaltungsfaktor sowie die sozialen Aspekte von Poker fokussierten. Für die damalige Zeit ein frischer Wind für die gesamte angestaubte Industrie.

Wovon handelt Rounders?

Der Film handelt von dem Jurastudenten Mike McDermott (Matt Damon), der bei einem Texas Hold’Em Pokerspiel im New Yorker Untergrund gegen einen russischen Gangster (John Malcovich) sein gesamtes Erspartes von 30.000 US-Dollar verliert. Von seinem Verlust stark getroffen, beschließt er das Spielen an den Nagel zu hängen und sich stattdessen auf sein Studium und seine Freundin zu konzentrieren, die eh nichts von seiner Spielleidenschaft hält. Er nimmt einen Job als Fahrer an und alles scheint wieder in Ordnung zu sein. Doch dann taucht Mikes alter Freund und Poker-Buddy Lester aus dem Gefängnis wieder auf (Edward Norton). Dieser hat hohe Spielschulden und bittet nun Mike um Hilfe. Mike steht nun vor der Wahl: Versucht er seinen Freund zu retten und riskiert damit seine Freundin und seine Zukunft oder bleibt er weiter dem Spielen fern?

Der Film ist nicht nur ein vorzüglicher Crime-Thriller mit toller Starbesetzung (John Turturro ist ebenfalls vertreten), sondern auch einer der spannendsten Pokerfilme überhaupt. Die Partien sind aufwendig inszeniert und der Nervenkitzel ist wahrlich greifbar. Zudem ist Rounders ein Plädoyer für den Mut und Ehrgeiz, seine eigenen Träume zu verwirklichen. Mike ringt schon zu Beginn mit seinen Prioritäten und der Frage danach, was er von seinem eigenen Leben erwartet und wo er sich sieht, wenn er älter ist. Dies zieht sich durch den gesamten Film. Ohne zu stark zu spoilern, dürfte es klar sein, dass die Konfrontation mit seinem alten Leben ihn anfänglich wieder in seine große Leidenschaft, die Spielwelt, zurückzieht. Aber hat diese auch tatsächlich das Potenzial, ihn auf lange Sicht glücklich zu machen? Diese Frage kann nur der Film selbst beantworten.

Rounders hat sich zu einem der großen Klassiker des Poker-Kinos entwickelt und ist ein Muss für alle Pokerfans sowie für alle, die es werden wollen. Es ist wirklich kein Wunder, dass dieser Film den Menschen Lust auf das Spiel gemacht hat, strotzt er doch von schnellen und bissigen Dialogen und zitierfähigen One-Linern, die den Großteil des besonderen Unterhaltungspotenzials des Films ausmachen und hat einen erst einmal den Nervenkitzel durch den Bildschirm hindurch gepackt, kann man es kaum erwarten, das Spiel einmal selbst auszuprobieren.

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