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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Salvador

Salvador

THRILLER: USA, 1986
Regie: Oliver Stone
Darsteller: James Woods, James Belushi, Michael Murphy, John Savage

STORY:

Der abgebrannte amerikanische Kriegsfotograph Richard Boyle (James Woods) macht sich mit seinem ahnungslosen Freund Dr. Rock (James Belushi) auf nach El Salvador. In dem mittelamerikanischem Land herrscht Bürgerkrieg. Der abgebrühte Zyniker Boyle erhofft sich reißerische Schnappschüsse, die ihn finanziell sanieren sollen. Doch schon bei der Einreise werden die beiden Amerikaner beinahe hingerichtet. Doch Boyle gelingt es immer wieder, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Er schlägt sich durch die verwirrenden Fronten des Krieges und dokumentiert die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung, zu denen CIA und US-Regierung ihren Teil beitragen ...

KRITIK:

Noch vor PLATOON, TALK RADIO, WALL STREET, J.F.K, BORN ON THE 4TH OF JULY, NATURAL BORN KILLERS und NIXON drehte Oliver Stone diese wahre Geschichte eines zynischen Kriegsfotographen, der unter dem Eindruck des verheerenden Bürgerkrieges in El Salvador so etwas wie eine Menschwerdung erfährt.

Der Film wurde mit dem lächerlich geringen Budget von 4.5 Millionen Dollar in Mexiko gedreht - und doch sieht SALVADOR keine Sekunde wie ein Low Budget-Projekt aus. Im Gegenteil: Oliver Stone hetzt einen Leistungssportler von (Hand-)Kameramann durch chaotische Massenszenen, Massaker, Exekutionen, Feuergefechte, Bombenangriffe und Leichenberge. Dabei entsteht eine allgegenwärtige Atmosphäre des Terrors und der Bedrohung, die so etwas Unfassbares wie die Unterdrückung der Zivilbevölkerung durch eine entfesselte Militärjunta schmerzhaft realistisch darstellt.

SALVADOR ist ein Dokudrama, basierend auf realen Ereignissen. Der echte Richard Boyle hat zusammen mit Stone das Drehbuch verfasst. Stones naturalistischer Stil wird immer wieder durch melodramatische Momente gebrochen; Die wahre Gesichte wurde dramaturgisch effektvoll zugespitzt und mit den Mitteln des Kinos konsumierbar gemacht. Soll heißen: Oliver Stone ist ein aufwühlender, enorm spannender Film gelungen, der auch emotional mitreißt und gewiss niemandem kalt lässt.

Natürlich nutzt der Filmemacher auch die Gelegenheit, es seinen Landsleuten, besonders den Anhängern des damaligen rechtskonservativen Präsidenten Ronald Reagen, deutlich reinzusagen: Leute, eure paranoide Mittelamerika-Politik hinterlässt Leichenberge.

Einseitige Parteinahme und Schwarz-Weiß-Malerei kann man Stone dabei allerdings nicht vorwerfen:
Denn auch die linken Rebellen in in El Salvador, von denen man annehmen möchte, dass sie auf der moralisch "richtigen" Seite stehen würden, verspielen nach und nach die Sympathien des Zusehers. Aber seht selbst ...

Manchmal zahlt sich Haltung doch aus: Auch wenn der Regisseur von konservativer Seite angefeindet wurde und der Film an der Kinokassa durchfiel, erging es Stone deutlich besser als etwa seinem Kollegen Alex Cox, dessen bösartige Mittelamerika-Farce WALKER von Universal gar nicht erst ins Kino gebracht wurde. Oliver Stone hingegen konnte sich über zwei Oscar-Nominierungen für SALVADOR freuen.

Und wir freuen uns, dass dieser subversive Politthriller, der den Durchbruch Oliver Stones als politischer Filmemacher markierte, als exzellente DVD von Koch Media endlich käuflich erwerbbar ist. Zusätzlich zum Film gibt’s ein Audiokommentar des Regisseurs, ein Making Of mit spektakulären Deleted Scenes, sowie ein umfangreiches Booklet mit interessanten Hintergrundinfos zur Entstehung des Films.

Salvador Bild 1
Salvador Bild 2
Salvador Bild 3
Salvador Bild 4
Salvador Bild 5
FAZIT:

Endlich auf DVD: Oliver Stones erschütternder Politthriller SALVADOR, der wegen seiner massiven Kritk an der Mittelamerika-Politik von Ronald Reagan angefeindet wurde und für erbitterte Kontroversen sorgte. Tun Sie etwas für ihre politische Bildung und kaufen Sie diese DVD!

WERTUNG: 8 von 10 Bestechungsgeschenke
Dein Kommentar >>
Nic | 03.03.2010 17:23
erst unlängst erworben und das erste mal gesehn. wirklich empfehlenswert. die hintergrundberichte sind ebenfalls sehr interessant. film ist leider zu unbekannt geblieben.
8/10
Randle P. McMurphy | 14.04.2010 15:26
Nun das Thema selbst dürfte eher wenige der Kinogänger ansprechen - ich selbst habe den
Film eher durch Zufall vor einigen Jahren im
Fernsehen gesehen.

Mit "Under Fire" in dem Nick Nolte sein Bestes gibt
einer meiner Lieblingsfilme.
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