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Shootout - Keine Gnade

Shootout - Keine Gnade

OT: Bullet to the Head
ACTION: USA, 2012
Regie: Walter Hill
Darsteller: Sylvester Stallone, Sung Kang, Jason Momoa, Christian Slater

STORY:

Jimmy "Bobo" Bonomo (Sylvester Stallone) ist ein Profikiller alter Schule. Mit seinem jungen Partner Louis liquidiert er auftragsgemäß einen ehemaligen Cop, der die falschen Leute zu erpressen versucht. Nach Vollendung des Jobs wird Louis beim Feierabendbier in einer Bar vom hünenhaften Söldner Keegan (Jason Momoa) ziemlich fies gemeuchelt und auch Jimmy überlebt die Attacke nur knapp. Gleichzeitig kommt Detective Taylor Kwon (Sung Kang) in New Orleans an. Er ist auf der Suche nach seinem Ex-Partner, der sich mit einer heißen Akte abgesetzt hat. Natürlich handelt es sich dabei um genau den Cop, den Jimmy gerade ins Jenseits befördert hat und so kreuzen sich die Wege der beiden rasch. Die zwei ungleichen Männer erkennen, dass sie nur an der Spitze eines Eisbergs aus Korruption und dubiosen Machenschaften kratzen und raufen sich zusammen, um die Hintermänner auszuschalten.

KRITIK:

Walter Hill is back! Und die gute Nachricht ist: er kann's noch! Der Regisseur, der vor allem in den 80ern Maßstäbe setzte in puncto schnörkelloser Action und geradlinigem Männerkino (The Driver, Die letzten Amerikaner, Red Heat) hat auf seine alten Tage nochmal richtig Gas gegeben. "Bullet to the Head" präsentiert sich als im besten Sinne altmodischer, straighter und - für jemanden der mit dieser Art Filmen aufgewachsen ist - ungemein sympathischer Old-School-Actioner.

Das Erfolgsteam von damals, Joel Silver (Produktion) und Walter Hill (Regie), hat sich wieder zusammengefunden und mittels der Blaupause seines eigenen Genre-Meisterwerks "Nur 48 Stunden" einen ungemein physischen, temporeichen Actionkracher feinster Güte zusammengezimmert, der alles hat, was Männerherzen höher schlagen lässt. Verfolgungsjagden, Explosionen, kernige, schwarzhumorige One-Liner und natürlich brutale Shootouts. Die werden in alter und bewährter Hill-Manier realistisch, brachial und packend inszeniert, ja geradezu zelebriert: da reißen Kugeln riesige Einschusslöcher, platzen Schädel, spritzen Blutfontänen dass es nur so eine Freude ist. Das CGI-Blut hält sich dabei dankenswerterweise im Hintergrund, es gibt dafür echte, handgemachte Effekte zu bewundern. ("Tod dem Rechnerblut! - Es lebe der gute, alte Blood-Pack!")

Die Attraktion des Films ist aber ohne Zweifel ein grandios aufspielender Sylvester Stallone, der - man muss es neidlos anerkennen - nach wie vor trotz seines Botox-entgleisten Gesichts eine ungemeine physische Präsenz hat und mit seinen bald 70 Lenzen durchtrainierter aussieht als so mancher 30-Jährige. Er gibt den weltmüden, abgeklärten Profi mit Prinzipien mit einer Lässigkeit und trockenem Humor, dass man ihn trotz seines Berufsstandes sofort ins Herz schließt. Besonders geil in der O-Ton-Fassung, in der Stallones knarzige Grabesstimme perfekt zu seiner Rolle passt, besser noch als die seines ansonsten bewährten und von mir hochgeschätzten Synchronsprechers Thomas Danneberg.

Wie im Vorbild "Nur 48 Stunden" lernen sich auch hier die beiden Hauptcharaktere Jimmy und Taylor schrittweise kennen, gewähren dem jeweils andern - oftmals im Auto diskutierend - nach und nach Einblicke in ihren Charakter. Der Bodycount steigt munter nach oben, während die zwei sich frotzelnd annähern, bis sie zu einer gut funktionierenden Kampfeinheit verschmelzen. Leider geht Sung Kang ("The Fast and the Furious") in diesem Duo etwas unter und hat Stallones One-Man-Show oft nur wenig entgegenzusetzen. Wenigstens stimmt aber die Chemie der beiden.

Erwähnenswert ist auch der Auftritt von Jason Momoa, einem hawaiianischen Model und Schauspieler, der als muskelbepackter Söldner Keegan Stallones Nemesis darstellt. Einschüchternd, effizient und brutal, aber nicht gänzlich unsympathisch verfügt auch er über einen Kodex, den zu brechen keinem gut bekommt, letztlich nicht einmal seinem Auftraggeber, der im wahrsten Sinne des Wortes einmal zuviel eine dicke Lippe riskiert. Der knochenbrechende Showdown der beiden Thougies Jimmy Bobo und Keegan in einer alten Lagerhalle und unter Zuhilfenahme von Feuerwehräxten (!) ist eine Klasse für sich und Körperkino par excellence. "Bang. Down. Owned!" (Jimmy Bobo)

Shootout - Keine Gnade Bild 1
Shootout - Keine Gnade Bild 2
Shootout - Keine Gnade Bild 3
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Shootout - Keine Gnade Bild 7
FAZIT:

Ein straighter, kurzweiliger und harter Actionfilm mit glänzend aufgelegten Schauspielern, vom Altmeister Walter Hill zupackend inszeniert. Eine kleine Genreperle für Kenner und Liebhaber ehrlicher Actionspektakel im Stil der 80er.

WERTUNG: 8 von 10 testosterongeschwängerten Infights
TEXT © Monezza
Dein Kommentar >>
Johannes | 14.01.2015 12:15
Den hatte ich schon ein paar Mal in der Hand, im Supermarkt. Aber immer wieder gezögert. Ich denke, ich gebe ihm jetzt aber doch eine Chance... auch wenn Lagerhallen für Showdowns schon in den 90ern eher abgenudelt waren... :D
>> antworten
a-l-e-x | 12.01.2015 17:56
Noch nicht gesehen. Schau ich mir an - tolle Kritik!
a-l-e-x | 12.01.2015 17:59
eigentlich: schau ich mir an -WEIL tolle Kritik!
monezza | 13.01.2015 07:56
Vielen Dank, alex. Ein schöneres Kompliment kann man als Filmrezensent nicht bekommen.
>> antworten
Harald | 12.01.2015 16:01
Auch wenn das Jahr 2015 weltpolitisch gesehen denkbar grauslich begonnen hat: Für FILMTIPPS scheint's ein gutes Jahr zu werden. Weil die alten Autoren-Haudegen alle wieder da sind. Schön.
monezza | 13.01.2015 11:11
Feels good to be back, boss! ;-)
Ralph | 14.01.2015 13:34
Jup! :)
>> antworten


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