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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Shrooms

Shrooms

HORROR: Irland, GB, DK, 2007
Regie: Paddy Breathnach
Darsteller: Lindsay Haun, Jack Huston, Maya Hazen, Alice Greczyn

STORY:

Stell dir vor, du isst lustige Pilze...und die sind gar nicht lustig.

Eine Handvoll amerikanischer Jugendliche auf Psilocybin-Exkursion in Irland. Das Camping im Wald soll mit der Suche und Verzehr von Magic Mushrooms verbunden werden. Doch nachdem die Pilze verzehrt und ihr einheimischer Pilz-Pfadfinder eine unheimliche Legende am Lagerfeuer zum Besten gegeben hat, erwartet die jungen Leute ein Horror-Trip. Die Pilze entfalten ihre Wirkung, diverse schwelende Spannungen innerhalb der Gruppe brechen sich Bahn und dunkle, gespenstische Gestalten schleichen durch das Gehölz. Bald kann keiner mehr sagen, was Realität und was Halluzination ist. Und die Reihen der psychedelischen Pilzsammler lichten sich langsam, aber sicher ...

KRITIK:

Auf der imdb hagelte es in den Bewertungen mehr als einmal die Höchststrafe in Form von nur einem vergebenen Stern. Auf der ofdb nahmen die Kommentatoren den Film zwar etwas wohlwollender auf, doch auch in unserer hiesigen Kritik gab es den einen oder anderen bösen Verriss für SHROOMS. Obwohl sowohl die Handlung als auch das schöne DVD-Cover (kein Photoshop-Protagonistengruppenbild-08/15, sondern ein düsteres Bild, wo drei Pilze im Vordergrund mit einem Vollmond im Rücken einen Totenkopf bilden) stets mein Interesse geweckt haben, hat der erste Horrorstreifen des irischen Filmemachers Paddy Breathnach immer einen der hintersten Plätze meiner Wish List eingenommen. Gestern habe ich den Film für kleines Geld in einem Grabbeltisch entdeckt, kurz entschlossen verhaftet und es verdammt noch mal nicht bereut.

Keine Ahnung, ob ich angesichts der 24 % auf Rotten Tomatoes nun ein unwissender Geschmacksgeisterfahrer bin - aber holla der Waldpilz!- die SHROOMS haben mir überraschend gut gemundet.

Die Schlagwörter "Langeweile" und "Klischeefiguren" finden sich häufig in den negativen Kommentaren zu SHROOMS; dabei habe ich schon mauere und vor allem viel weniger atmosphärische Einleitungen in Horrorfilmen erlebt wie die von SHROOMS. Und ich bin -unter anderem auch in so mancher von IMDB-Usern frenetisch gefeierten Slasherfilmreihe- schon viel nervtötenderen und schlechter gespielteren Figuren begegnet als den Charakteren aus unserer "lustigen" Pilzsammlergruppe. (Gut, niemand hätte etwas dagegen gehabt, wenn Holly die Hamster unter ihren Achseln entfernt hätte und anstelle eines mit stilechter Mütze und Langhaarschnitt ausgestatteten Reserve-Jay hätte es auch gerne der echte Jason Mewes sein dürfen, aber die Figurenzeichnung und -besetzung geht dennoch in Ordnung). Auch das "Gute Idee, schlechte Umsetzung" kann ich nicht unterschreiben. Sicherlich nicht der perfekte Höllen(pilz)rausch, aber dennoch so ansprechend gemacht, dass unter dem Strich ein richtig passabler Horrorfilm bleibt.

Das große Plus von SHROOMS ist sicherlich diese prächtig eingefangene psilocybin-geschwängerte Atmosphäre im düsteren Pilzwald, deren Farbgebung auch nach Einnahme der psychoaktiven Pilzen nicht etwa bunter wird, sondern trist-monochrom bleibt und so die Weichen auf Horror-Trip auch visuell stellt. Befeuert wird der letztere zusätzlich von einer wirklich kranken Geschichte, die der einheimische Pilz-Pfadfinder Jake seinen amerikanischen Besuchern stilecht am nächtlichen Lagerfeuer erzählt.

Die in dieser Mär erwähnten "Schwarzen Brüder", die vor langer Zeit in einem nahegelegenen, nun verfallenen Kloster verhaltensauffällige Jugendliche in ihre "Obhut" genommen und grausam gequält haben sollen, finden ebenso Eingang in die weiteren Ereignisse wie die unheimliche Gestalt des "Einsamen Zwillings" und zwei degenerierte Fallensteller, die dann tatsächlich einem herkömmlichen Backwood-Horrorflick entsprungen sein könnten.

Die Drehbuchidee, sämtliche Protagonisten unter einer verzerrten Wahrnehmung leiden zu lassen, ist in meinen Augen der Clou, welcher SHROOMS etwas aus dem Wust des üblichen Slasher- und Terrorflick-Einerlei hervorhebt. Einerseits gibt dies, Paddy Breathnach Gelegenheit dazu, einige düstere Visionen und Trugbilder, in Szene zu setzen; andererseits hält es dem Zuschauer zumindest eine Zeitlang im Ungewissen, was nun echt und was nur halluziniert ist.

Allerdings -und das hat der Regisseur tatsächlich eher nicht optimal gelöst- erahnt man mit etwas Horrorfilmerfahrung den Schlusstwist schon früh im Film. Deswegen ist das letzte Drittel zwar blutiger, aber nicht mehr ganz so spannend wie die vorangegangenen.

Dennoch ist SHROOMS, der im Übrigen mehr auf bedrohliche als auf splattrige Momente setzt, besser als sein Ruf und erhält sich ob der gelungenen Atmosphäre sogar einen gewissen Replay-Wert; auch wenn man des Rätsels Lösung schon kennt.

Shrooms Bild 1
Shrooms Bild 2
Shrooms Bild 3
Shrooms Bild 4
Shrooms Bild 5
FAZIT:

Wenn sich lustige Pilze als ganz und gar nicht lustig entpuppen...- Auf die Gefahr hin, dass ich mich hier und jetzt als Geschmacks-Geisterfahrer oute, aber dieser kleine, irische Psilocybin-Horrorfilm hat mir im Gegensatz zur absoluten (Rezeptions-)Mehrheit nicht den Magen verdorben. Gerade die verzerrte Wahrnehmung der unter Zauberpilzeinfluss stehenden Protagonisten unterscheidet SHROOMS angenehm vom Wust herkömmlich gestrickter Terror- und Slasherfilme; auch wenn man dem Schlusstwist leider viel zu früh auf die Schliche kommt. Etwas mehr Psychedelik in den Mushrooms hätte sicher nicht geschadet, doch für düstere Bad Trips im monochromen Pilzwald ist trotzdem gesorgt. Und die hat Regisseur Paddy Breathnach mit Anleihen beim J-Horrorfilm und entgegen der Meinung vieler in meinen Augen recht atmosphärisch in Szene setzen können. Daher fette, reichhaltige 

WERTUNG: 6 von 10 Magic Mushrooms
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Federico | 04.04.2013 12:40
Ich kann mich nicht sonderlich gut daran erinnern, was ja nichts gutes für den Film ist... ich weiß nur, dass er mir nicht gefallen hat.
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