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Side Effects - Tdliche Nebenwirkungen

Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen

OT: Side Effects
THRILLER: USA, 2013
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Rooney Mara, Channing Tatum, Jude Law, Catherine Zeta-Jones

STORY:

Vier Jahre musste Emily (Rooney Mara) auf die Entlassung ihres inhaftierten Ehemannes Martin (Channing Tatum) warten. Doch nach Martins Entlassung fällt sie in ein tiefes Loch. Sie versucht sogar sich das Leben zu nehmen. Während ihr Mann große Energien für seine gesellschaftliche Eingliederung aufwendet, begibt sich Emily aufgrund ihrer Depressionen in Behandlung. Lediglich auf ein neuartiges Medikament scheint sie anzusprechen. Doch dieses hat Nebenwirkungen ...

KRITIK:

"Side Effects" beginnt mit stimmungsvollen Bildern. Langsam fährt die Kamera auf eine Häuserfront zu. Nette Gegend, denkt der Zuseher, während die Kamera sich nun langsam durch die Räumlichkeiten einer Wohnung bewegt. Und dann: Blut...

Nach diesem stimmungsvollen Einstieg springt die Geschichte erst einmal drei Monate zurück und Regisseur Steven Soderbergh gibt einen Einblick in eine Welt, in der es normal zu sein scheint Tabletten zu schlucken. Antidepressiva werden beworben wie Kopfschmerztabletten und es ist normal, ab und dann welche zu nehmen.

Nur Utopie oder ist da auch was dran? Dass Topmanager oder Spitzensportler mal zum einen oder anderen Mittelchen greifen um leistungsfähiger zu sein, hat ja wohl ein jeder schon mal gehört. Auch von Studenten die Aufputschmittel nehmen um ihr Lernpensum bewältigen zu können, ist immer wieder mal die Rede. Klar, alles Dinge die man vor allem aus den USA hört. Und bei uns? Wenn man bedenkt, dass von vielen Ärzten zu viele Antibiotika verschrieben und die Patienten diese auch schlucken sieht es ja auch nicht so viel rosiger aus. Zumal die Antibiotika-Sache ja auch einen unangenehmen Nebeneffekt hat: Resistenzen nehmen zu, die Antibiotika werden dadurch wirkungslos.

Man kann also durchaus behaupten, dass Steven Soderbergh ein heißes Eisen anfasst. Und die Thematik zu Beginn auch recht stimmungs- und eindrucksvoll in Szene zu setzen vermag. Er lässt sich Zeit und setzt auf leise Zwischentöne, lange Kamerafahrten oder hält einfach nur mal drauf. "Side Effects" beginnt wie ein leises Drama, wenn Emily verloren in der U-Bahn-Stadion wartet, fühlt man sich unwillkürlich an "Black Swan" erinnert, nur um dann schließlich in einen gefinkelten Thriller zu münden.

Nach nicht einmal der halben Laufzeit ändert sich plötzlich der Fokus der Geschichte und im Zentrum steht plötzlich Emilys Therapeut Jonathan Banks (Jude Law), der sich durch Emilys Fall plötzlich in einer für ihn völlig neuen Situation wiederfindet. Sein ganzes Leben scheint ihm zu entgleiten und Banks entwickelt sich zu einem Besessenen...

Oder doch nicht?

Wider Erwarten nimmt "Side Effects" bis zu seinem Schluss einige Wendungen. Irgendwann geht es dann schon lange nicht mehr um die bitteren Pillen, sondern um einen Haufen anderer Dinge. Das ist zwar auch durchaus clever gemacht und nicht umspannend, doch geht zulasten der Atmosphäre und irgendwie auch der Gesellschaftskritik, die man an den Anfang noch hineininterpretieren konnte. Manches ist auch zu konstruiert und einiges erscheint mir auch nicht ganz logisch. Irgendwie verliert sich "Side Effects" gegen Ende immer mehr im - zugegeben nicht ganz umspannenden - Spiel mit verschiedenen Genres.

Was bleibt also: Ein interessanter Thriller, ein spannendes Thema, tolle Bilder und herausragende Schauspieler. Rooney Mara liefert eine 1A-Performance, ihr zur Seite stehen Schauspielgrößen wie Jude Law und Catherine Zeta-Jones. Side Effects ist zudem in ausgesprochen stimmungsvolle Bilder gegossen.

Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen Bild 1
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Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen Bild 7
FAZIT:

"Side Effects" ist ein Film der mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und diese auch gerne durchkreuzt. Wer also einen reinen Pillen-Film oder ein Psychodrama erwartet, wird enttäuscht werden. Leider vermag der Film die starke Atmosphäre des ersten Drittels nicht ganz bis zum Schluss zu halten, zu sehr verliert er sich in immer komplizierteren Wendungen. Was aufgrund der tollen Schauspieler und Bilder aber auch durchaus Spaß macht.

WERTUNG: 7 von 10 blutigen Fußsohlen
TEXT © Gerti
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