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Sideways

Sideways

DRAMA, KOMÖDIE: USA, 2004
Regie: -
Darsteller: Paul Giamatti, Thomas Haden Church, Virginia Madsen, Sandra Oh u. a

STORY:

Ein Roadmovie durch die kalifornischen Weinberge. Zwei Freunde: Ein erfolgloser Schriftsteller, der seit seiner Scheidung seinen einzigen Halt in Tabletten und Wein findet, über den er sich und das Leben definieren kann. Und ein auch nicht mehr erfolgreicher Schauspieler, der eine Woche vor seiner Hochzeit noch mal richtig Spaß haben will. Doch mit einer Miesmuschel an seiner Seite gar nicht so einfach.

KRITIK:

Zwei Golden Globes (sieben Nominierungen). Beste Komödie. Oh, das war eine Komödie. Moment, ich recherchiere: eine Tragikomödie. Tragisch, wenn das eine Komödie sein sollte. Die Stärken des Filmes liegen nämlich ganz woanders.

Er versteht es nämlich wunderbar, die Tragik der beiden Hauptdarsteller herauszuarbeiten, die mit ihren Unzulänglichkeiten kämpfen, aus ihren alten Verhaltensmustern (-fehlern) nicht ausbrechen können, sich selbst (und ihrem Glück) im Wege stehen. Dass sie sich dabei auch lächerlich machen, liegt in der Natur der Sache. Darüber kann man dann lachen oder weinen - je nachdem.

Immer wenn der Film aber versucht, darüber hinaus komisch zu sein, ist dies aufgesetzt und zerstört die eben erst kunstvoll aufgebaute Emotionalität. Mir verging dann irgendwann die Lust, mich den Stimmungen hinzugeben, wenn diese ohnehin wieder niedergetrampelt werden. Von einer Komik, die sich verhält wie eine der Hauptfiguren - der Schauspieler - ein Prolet. Zugegeben: ein Prolet mit Herz. Aber das verzeiht auch nicht alles.
Getragen wird der Film auch von großartigen schauspielerischen Leistungen. Am wichtigsten für den Film sicher die nahegehende Darstellung des in jeder Hinsicht blockierten Schriftstellers Miles. So glaubwürdig, dass man ihn zu hassen beginnt, Thomas Haden Church als Jack, der Schauspieler. Für mich überragend: Virginia Madsen als Maya die Kellnerin, die den neurotischen Miles wieder ins Gleichgewicht bringt. Und das beinahe auch mit dem Film schafft - leider ist ihre Rolle dafür zu klein. Oscarverdächtig allemal (ich drück ihr die Daumen)!

Wenn dieses Jahr der Absatz von kalifornischen Weinen sprunghaft zunimmt - v.a. Pinot Noir - dann hat der Film (als längster Weinwerbespot ever) letztlich doch funktioniert. Prost!

FAZIT:

Die allgemeine Lobpreisung und Preisnominierungsflut kann ich nicht nachvollziehen. Der Film scheitert an einer misslungenen Mischung. Dieser Wein ist gepanscht!

WERTUNG: 5 von 10 Doppellitern
Gastreview von Stevie
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