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Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben

Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben

OT: A good Day to Die Hard
ACTION: USA, 2013
Regie: John Moore
Darsteller: Bruce Willis, Jai Courtney, Sebastian Koch

STORY:

John McLane ist auf der Suche nach seinem Sohn, zu dem er den Kontakt abgebrochen hat. Fündig wird er in Russland, wo dieser scheinbar im Gefängnis sitzt. In Wahrheit ist er jedoch CIA-Agent, der einen politischen Gefangenen vor dem bösen russischen Außenminister beschützen soll. Und dann gibt es noch irgendwelche Terroristen.

KRITIK:

Wenn man sich den neuesten Stirb Langsam Film (zu Ende) ansieht (ich hab es leider getan), kann man sich eigentlich nur eine Frage stellen:  "What the fuck?" (Tut mir leid, dass ich so drastisch bin und so hässliche Wörter benutze). Dieser Film war (k)ein Erlebnis der anderen Art. Und lässt die mit Abstand schlechtesten Filme der letzten Jahre wie Indiana Jones Teil 4 (Sequel), Prometheus (Prequel), Ghostrider 2 (Sequel) und sogar den unsäglichen Transformers 3 (Sequel) wie Meisterwerke aussehen.

Der neue Die Hard gibt einem eigentlich nicht einmal das Gefühl ein Film zu sein. Diese anderen Machwerke waren mehr oder weniger gescheiterte, aber zumindest abgeschlossene Werke. Stirb Langsam 5 ist eigentlich nur eine Skizze, ein kleiner unbedeutender Versuch, der leider nicht verworfen wurde, sondern nun als fertiges Kunstwerk/Produkt angeboten wird. Große Hollywoodstudios werden doch hochprofessionell geleitet. Da muss es doch auch so etwas wie ein Qualitätsmanagement geben. Es kann nicht passieren, dass man ein so dermaßen erfolgreiches Franchise und gleichermaßen eine so hohe Investition so unbekümmert an die Wand gefahren werden.

Wie kann ein Hundert-Millionen-Dollar-Bruce-Willis-Actioner so aussehen wie ein Zwei-Millionen-Dollar-Van-Damme-Actioner, der Direct-to-Video vorgesehen ist. Stichwort Finale in Tschernobyl. Ja, an solchen Orten dreht auch Steven Segal, weil einfach nicht genug Geld da ist für "richtigte" Sets oder "belebte" Drehorte. Wer zur Hölle kam auf die Idee, John Moore die Regie zu überlassen, einem Regisseur, der davor genau vier Filme gedreht hat, die allesamt künstlerisch versagt haben und in Wahrheit vollkommen bedeutungslos sind. Filme, an die sich in zehn Jahren niemand mehr erinnern kann. An die sich schon heute niemand mehr erinnert. Aber ich kenne die Antwort. Bruce Willis darf sich die Regisseure aussuchen. Er kam auf die Idee. Er fragt dann seine Kinder. Und die sagen dann sowas wie: Underworld war ur cool, nimm den Len Wisemann. Diesmal war es vermutlich Max Payne - so leiwand !-, das den Willis'schen Nachwuchs so verzückt haben muss.

Sorry Bruce, aber dafür, dass du im Filmgeschäft bist, haben deine Kinder einen Scheiß-Filmgeschmack. Und das liegt höchstwahrscheinlich an dir. Sieh dich doch einmal um. Wer dreht heutzutage die spannenden und erfolgreichen Blockbuster? Genau. Indie-Regisseure, die nicht nur Stil, sondern auch Gefühl haben. Und wem hast du deine Karriere zu verdanken mit Stirb Langsam? Ja, genau. John McTiernan, einem der besten lebenden Action-Regisseure. Und der ist nicht gestorben. Der lebt. Den kann man immer noch buchen. Und welche Action-Filme der letzten Jahre sind uns in Erinnerung geblieben? Genau. Die Bonds und die Bournes und The Raid. Actionfilme für Erwachsene. Ernsthafte und erstklassig produzierte Werke. Also zumindest ich erkenne hier eine Gesetzmäßigkeit. Aber du, lieber Bruce, erkennst sie scheinbar nicht. Na hoffentlich liest du das, oder zumindest einer deiner Schergen.

Und an dieser Stelle gehört vielleicht auch der Drehbuchautor erwähnt. Skip Woods. Der hat Passwort: Swordfish, Hitman, X-Men Origins: Wolverine und das A-Team geschrieben. Ganz ehrlich? Hat es wirklich noch einen Film gebraucht um zu beweisen, dass der Typ es nicht draufhat. Man weiß es nicht.

Aber gehen wir nun vom Film als Produkt zum Film als Kunstwerk über. Wenn es einen Film gäbe zu dem man kommen könnte. Also was macht einen Stirb Langsam aus? Genau. Ein menschlicher Antiheld, der zur falschen Zeit am falschen Ort über sich hinauswächst. Betonung liegt besonders auf "am falschen Ort". Daraus hat sich die Spannung ursprünglich einmal ergeben. Hier jedoch gibt keinen Ort, keinen Antihelden, keine interessanten menschlichen Beziehungen, und das Traurigste ist: Es gibt nicht einmal eine Gefahr. Folglich entwickelt sich keine Spannung. Irgendein Typ stiehlt bombenfähiges Plutonium. Na und? Wen juckt's? Warum soll das Spannung erzeugen? Ob es jetzt da, oder dort herumliegt, macht doch keinen Unterschied. Wozu es gestohlen wird, kommt ja nicht zur Erwähnung. Also was genau ist das akute Bedrohungsszenario, in diesem Film und wie passt es in das Stirb Langsam Schema?

Plot. Ergibt keinen Sinn. Ist genau so entwickelt, dass es gerade nicht unterhaltsam ist. Und die Logikfehler, die ich beim ersten Mal sehen schon bemerkt habe, möchte ich jetzt gar nicht anfangen zu analysieren. John McLane. Ist nicht John McLane. Ist ein alter, misanthropischer Opa, der Angst davor hat sich wehzutun, und so bewegt sich Bruce Willis durch den ganzen Film. Es gibt also keine Körperlichkeit in den Actionszenen. Nur ein paar Explosionen wo danach - amateurhaft geschnitten - Bruce Willis ins Bild rollt. Oder eher plumpst. Andere "Charaktere" gibt es nicht. Menschliche Bindungen auf der Leinwand werden nur behauptet. Dass nun John McLanes Filmkinder als permanente Sidekicks etabliert werden, löst ohnehin nur Befremden aus. Seine Frau Holly, oder der dicke Sgt. Powell aus den ersten beiden Teilen, das wären Figuren zu denen wir eine emotionale Bindung aufgebaut haben. Der Versuch diese durch die farb- und charakterlosen Kinderdarsteller zu ersetzen scheitert jämmerlich.

Action. Gab es zwar. Wir sehen aber nichts davon. Weil es der Regisseur weder auf charakterlicher noch auf aktionistischer Ebene vollbracht hat, Beziehungen zwischen den Personen oder Dingen herzustellen. Am besten kann man es anhand der Autoverfolgungsjagd erklären. Wir sehen drei schnell fahrende Autos. Aber es stellt sich niemals das Gefühl ein, dass sie einander verfolgen, sprich etwas mit einander zu tun haben. Sie agieren sozusagen unabhängig voneinander. Ein Film (oder jedes andere Kunstwerk) ist ein Komplex aus zusammenhängenden Stimmungen, Inhalten, Narrativen, Techniken, Zeichen, Aussagen usw.

Stirb Langsam 5 ist aber leider nur eine Müllhalde, wo diese ganzen Elemente nur ganz zufällig neben- und übereinander liegen. Dieser Film ist eine eindrucksvolle Demonstration von Versagen auf allen Ebenen. Vielleicht hat er dadurch irgendeine Daseinsberechtigung, so als warnendes Beispiel. Aber ich glaube eher nicht. Die 15% auf Rotten Tomatoes sagen in Wahrheit eh alles. Sebastian Koch kann einem nur leidtun. Stirb Langsam 5 ist ein Film der das Niveau von schlechten Filmen noch einmal neu definiert und nach unten nivelliert. Daher nur aus wissenschaftlichem Interesse empfehlenswert. Hier bleibt nur eines zu sagen: Stirb Langsam ist nun doch gestorben.

Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben Bild 1
Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben Bild 2
Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben Bild 3
Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben Bild 4
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Stirb Langsam: Ein guter Tag zum Sterben Bild 7
FAZIT:

Einer der Standardsätze aus der amerikanischen Filmkritik beschreibt Stirb Langsam 5 recht gut: "This movie is a mess!"
Inspirationslos, sinnfrei, handlunsglos, miesest inszeniert, grottenschlecht gespielt, unansehnlich, langweilig, dumm, lächerlich, billig. Wirkt wie ein Direct-to-DVD Streifen. Das sind so die Eigenschaften, die einem zu diesem Film einfallen. Schon Stirb Langsam 4.0 war (erwartungsgemäß) enttäuschend, verglichen mit den Vorgängern, konnte sich aber zumindest immer noch als überdurchschnittlicher Actionfilm behaupten. Stirb Langsam 5 erweist sich als totaler Rohrkrepierer und gibt einmal das Gefühl, dass die Stirb Langsam Reihe nichts mehr hergibt und ihre weitere Daseinsberechtigung verloren hat. Das unrühmliche Ende einer großen Kinoserie. Irgendwie traurig. Hier kann man nur eines tun: Die Beine die Hand nehmen und so schnell es nur geht davonzulaufen. Panisches Schreien nicht vergessen!

WERTUNG: 0 von 10 müden Grinsern
TEXT © Ralph Zlabinger
Dein Kommentar >>
Max | 06.10.2013 16:45
Kein Film kann jemals schlechter sein als Ghostrider 2.
>> antworten
Ricardo | 07.03.2013 10:41
Kann mich der Kritik wirklich nur anschließen. In dem noch recht jungem Jahr bisher die größte Enttäuschung. Einfach nur schlecht der Film! Sehr, sehr schade!
>> antworten
an | 02.03.2013 16:13
Der Film ist wirklich nicht besonderst gut gelungen und ich hätte mir einen anderen Regisseur gewünscht aber noch schlechter ist hier die Mühe der Kritick, also wirklich wie kann man sich kriticker nennen und dan so Verblendet ausarten. Dieser Film war kein spaß wie erhofft aber die Kritick hier dazu macht noch weniger Spaß sie zu lesen und ich meine gerade dan, wenn es bzw je mehr es Kritick gibt, sollte sich der kriticker erst recht mehr Mühe geben diese auch so unterhalltsamer wie möglich zu gestellten - hier habe ich nicht den eindruck gehabt das die Ausübung der Arbeit Spaß bereitete.
von mir ne 4/10 für den Film und 1/10 für die Kritick.
aus | 07.03.2013 12:46
Aha. Ja, die "Ausübung der Arbeit", also die "Kritick", gibt unsere Meinung zum Film wieder. In der Regel haben wir dabei auch Spaß. Nicht immer. Aber meistens. Schade, dass Du Deinen Spaß weder im Kino noch hier gefunden hast. Wir freuen uns trotzdem über Deine Rückmeldung. Schönen Gruß, Marcel.
>> antworten
Berni | 01.03.2013 23:01
Tja,der Kritiker hat leider nicht ganz unrecht. Alleine die laufzeit , quasi eine
halbe Stunde kürzer als die anderen Teile , hat mich schon mal Irritiert. Aber
so schlecht bewertet hätte ich ihn nicht. Leider einige Regie Fehler, die aber
in einem herkömmliche n Actionfilm halbwegs egal sind. Die Idee mit
Tschernobyl war einfach schlecht. Auch dieses wundersame gerät,
welches die gesamte Strahlung absorbiert, einfach nur Humbug. So was
darf auch in einem herkömmliche n Actionfilm nicht passieren.
Die Kritik ist sehr gelungen, wenngleich auch sehr böse.
>> antworten
stefanie | 26.02.2013 15:17
einem film NULL punkte zu geben find ich mehr als unseriös!
Ralph | 26.02.2013 18:01
1) Schau dir den Film zuersteinmal an.
2) Wenn dich der Nuller stört, dann gib ihm halt 3 Punkte. Macht keinen Unterschied.
3) Und wenn wir schon philosophisch werden: Es ist ohnehin durch und durch unseriös unter der Vorspiegelung von Pseudoobjektivität oder krampfhafter Subjektivität Filme zu kritisieren. Ich würde dir rate also generell davon abraten Filmkritiken zu lesen. ;-)
Harald | 26.02.2013 19:56
ich geh jetzt mal davon aus, dass Leute, die sich über die
Punktevergabe aufregen, die Texte sowieso nicht lesen.
Falls ich in diesem Fall falsch liegen sollte, entschuldige ich mich
gleich präventiv.
Nic | 28.02.2013 19:53
sind ja auch eher fan-berichte, kein journalismus hier.

harald muss ja den laden am laufen halten..irgendwie ;)
Harald | 28.02.2013 20:58
Seit fast 10 Jahren schon.
>> antworten
Pat Bateman | 18.02.2013 21:27

So wie der Film durch die Bank verissen wird, muss er ja noch schlechter sein als "Salt", der bei mir bis dato die Untergrenze im Actiongenre markiert. Aber schlimmer geht immer, scheints.
Ralph | 22.02.2013 10:06
Was? Salt war doch nett. ;-)
>> antworten
Andreas | 18.02.2013 20:12
vielleicht sollte James Cameron wieder mal im Ozean tauchen und das untergegangene Niveau nach oben hieven...
Hank_the_Knife | 19.02.2013 22:26
Wie das, nach der Avatar Grütze?
Mit Terminator 6 oder 7?
Andreas | 20.02.2013 01:31
@hank:
du schaust nicht south park oder? :-)
>> antworten
Fedi | 18.02.2013 17:46
ralphs verisse sind die besten. McTierman kann man übrigens zurzeit nicht buchen, ich glaub der sitzt gerade im Gefängnis. ;)
Ralph | 22.02.2013 10:05
John MCTiernan ist seit Jahren wieder aus dem Gefängnis raus und dreht wieder. Allerdings auf bescheidenem Niveau.
Nic | 24.02.2013 14:05
falsch. er muss nun (erst) rein - stand 2013.
>> antworten
Johannes | 17.02.2013 20:08
Super Kritik, Ralph. Bei "Sorry Bruce, aber dafür, dass du im Filmgeschäft bist, haben deine Kinder einen Scheiß-Filmgeschmack." lag ich unterm Tisch vor Lachen. :D
Ralph | 18.02.2013 09:13
Danke. ;-)
>> antworten
Djan | 17.02.2013 01:49
oh oh oh... Das hört sich nicht gut an!
djan | 17.02.2013 03:56
ach so prometheus in eine reihe mit transformers, indie jones 4 oder ghostrider 2 zu stellen ist echt nicht fair! :-((
Cybersick | 17.02.2013 10:32
der schlechteste die hard teil
Ralph | 18.02.2013 09:14
Du hast Recht, das mit Prometheus ist vielleicht unfair. Andrerseits lagen bei Prometheus die Erwartungen auch viel höher, daher konnte dieser auch viel tiefer stürzen.
federico | 18.02.2013 17:48
prometheus wird sich noch behaupten. ein paar jahre und der film gilt dann sicher als exempel für gute sci-fi.
Andreas | 18.02.2013 20:10
@federico: das liegt aber nur daran, dass derzeit ansonsten nur absoluter mist rauskommt, was sci-fi betrifft.

aber trotzdem: prometheus war 153 mal besser als die anderen genannten.
Harald | 18.02.2013 21:45
Längst nicht nur Mist. Looper war z.B. ganz in Ordnung. Das Dredd-
Remake hat richtig gerockt. Und ich freu mich sehr auf die Hunger
Games-Fortsetzung.
Nic | 19.02.2013 08:20
armer Ralph, hoffentlich erholst du dich von diesem Schock.

es warten die kommenden monate einige fesche blockbuster auf deine salzigen finger - mach dich bereit!

die laufzeit von DH5 hätte uns eigentlich ein hinweis sein müssen; ist praktisch ein akt weg - ein akt der grausamkeit.

gute besserung
Johannes | 19.02.2013 13:23
Ja, auf die Tribute von Panem-Fortsetzung freu ich mich auch wie wild @Harald. Gerade nachdem ich das Buch gelesen hab.
Andreas | 19.02.2013 17:44
@Nic: was kommt denn gutes?
Fed | 20.02.2013 00:22
ach, gerade im scifi-genre scheinen die ganz guten etwas heller und öfter.
Nic | 22.02.2013 03:54
Andi, das möchte ich nicht vorwegnehmen. bin ein fan
von überraschungen im Kino :)
>> antworten


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