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Sumu (The Mist)

Sumu (The Mist)

OT: Sumu
MäRCHEN: Finnland, 2007
Regie: Jesse Jokela
Darsteller: Jan Korander, Maria Ahlroth, Sampsa Vuorio, Nella Kaithalathi

STORY:

In einem sonnigen Herbst verschwinden aus einem kleinen Dorf in Finnland immer wieder Leute. Der Dorfälteste vermutet hungrige Wölfe und schickt eine kleine Abordnung Jäger und seine Tochter in die nächstgelegene Burgstadt, um von dort Beistand zu erhalten. Schon auf dem Weg dorthin sieht sich die kleine Gruppe immer wieder mit einem plötzlichen Nebel konfrontiert, in dessen Schlieren seltsame Wesen zu leben scheinen und unheimliche Sachen passieren. Als sie dann endlich doch die Burgstadt erreichen, finden sie den Großteil der Einwohner tot vor. Die wenigen Überlebenden haben sich in die Katakomben zurückgezogen, denn nur dort fühlen sie sich sicher vor den Trollen, denn solche sind es, die im Nebel hausen. Schnell kehrt die Abordnung zurück nach Hause, um ihr Dorf, wenn irgend möglich, gegen die Trolle zu schützen.

KRITIK:

Vorliegender Film hat S-Klasse. Was das heißen soll? Nun, sein Name ist SUMU, er kommt aus Suomi (Finnland) und wurde größtenteils bei Seurasaari gedreht, einem Freilichtmuseum bei Helsinki. Ah ja, und er ist ein Studentenfilm und Short-Film, ein Abschlussprojekt einer Filmhochschule mit Figuren aus Sagas und um jetzt endgültig sinnlose S-Spielereien fortzusetzen - sechzig Minuten ist seine Laufzeit.

Ne, eigentlich - war ich vor zwei Jahren in Helsinki und eine ortsansässige Bekannte hat uns Seurasaari gezeigt und noch mehr Pukkisaari, eine Vorhut des Freilichtmuseums, wo eine eisenzeitliche Ortschaft aufgebaut ist und das als sehr beliebter Filmdrehort herhalten muss, wie eben bei SUMU. Sonst sind dort Mittelalter-, Wikinger- oder Rockfestivals beheimatet. Ja, und außerdem ist meine Bekannte bei verschiedensten Filmfestivals beschäftigt und sie hat mir SUMU gleich aufgedrängt, da er auch auf außerfinnischen Festivals durchaus Aufmerksamkeit bekommen hat.

Und zu Recht, wie ich nach Ansicht zugeben muss. Sicher, oft wirkt er schon fast zu überambitioniert und mit ein wenig zu viel Herzblut gegossen, aber ich denke, in Amateurkinobereich ist das wahrscheinlich eher Qualitätsmerkmal. Auf alle Fälle ist er hervorragend fotografiert und die Schauspielerinnen geben alles. Das Thema an sich ist nicht schlecht und halt auch nicht wirklich abgekaut. In den späten 1980ern gab es ein paar Horror-Streifen, die mit Trollen hausieren gingen und natürlich hat die HERR DER RINGE-Trilogie auch so einiges dabei gehabt, aber beiden Beispielen fehlt einfach die Nähe zur echten Sagen-/Märchengestalt der Trolle. Einzig der norwegische TROLLHUNTER, der allerdings erst später als SUMU entstanden ist, bleibt auch nah an der Basis.

Wie ihr euch denken könnt, heißt Sumu Nebel, was bei der außerfinnischen Auswertung zum englischen THE MIST geführt hat, was wiederum Verwirrung mit Frank Tarabonts gleichnamigen Film, der noch dazu zeitgleich auf den gleichen Festivals wie SUMU gelaufen ist, aber wiederum war das jetzt eigentlich Info, die niemand braucht, oder? Anderseits, lesen wir nicht alle gern Trivia?

Egal, der Nebel spielt natürlich eine Rolle und zeigt sich wie schon öfters in der Filmgeschichte als dankbares Setting. Da der Wald rund um Pukkisaari auch wirklich sehr urwaldähnlich ist, die Masken der Trolle-Schaupieler gutes altes Latex sind und die SchauspielerInnen auch sehr enthusiastisch schreien, ist der gruselige Märchenfilm einerseits stimmig, anderseits doch jederzeit als charmante Amateur-Arbeit erkennbar, was, wie schon weiter oben angeführt, ja kein Fehler sein muss.

Sumu (The Mist) Bild 1
Sumu (The Mist) Bild 2
FAZIT:

Ein engagierter Amateur/Studenten-Film, der sich vor den Profis nicht verstecken braucht. Er beschäftigt sich mit einem nordeuropäischen Sagen/Märchen-Archetypen auf stimmige, märchenhafte und liebevolle und gleichzeitig blutarme Art und Weise, die filmisch noch lange nicht ausgelotet ist. Nettes Zwischendurcherlebnis.

WERTUNG: 6 von 10 licht- und nebeldurchfluteten Freilichtmuseen
TEXT © Erich H.
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