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Sunshine

Sunshine

SCIENCE-FICTION: UK, 2006
Regie: Danny Boyle
Darsteller: Cillian Murphy,Rose Byrne, Michelle Yeoh

STORY:

Eine Weltraumcrew wird mit der größten Atombombe aller Zeiten losgeschickt um die erlöschende Sonne aufzupeppeln.

KRITIK:

Ich bin wohl einer der größten Science Fiction Fans auf diesem Planeten. Wenn sich hin und wieder ein Regisseur, der bis drei zählen kann, wagt dieses Genre zu bedienen, freut es mich umso mehr. Aber Sunshine ist einfach eine Enttäuschung, ein Haufen ungenutzter Möglichkeiten, ein Sammelsurium menschlichen Versagens, ein Potpourri an Minderleistung usw.

Am Anfang ein wenig philosophisch, kippt der Film immer mehr in ein völlig sinnfreies Gruseltheater à la Event Horizon. Es werden lauter Fehler begangen, die nicht nötig wären, nur damit immer noch mehr passiert. Alles wird gezeigt, jeder Furz, der von der Sonne verbrannt wird, wird in MTV-Hochgeschwindigkeit zelebriert und gleich wieder vergessen. Ich rate ja gerne nur Langsamkeit. Die hätte diesem Film gut getan: Alles Wichtige wie Charakterkonflikte oder philosophische Ansätze waren ja, wenn auch nur marginal, vorhanden.

Wenn Ang Lee am Regiestuhl gesessen wäre, wäre Sunshine sicher ein Meisterwerk, zumindest aber ein überdurchschnittlicher Genrebeitrag. Aber Danny Boyle, dem wir sehenswerte Filme wie Trainspotting, The Beach oder 28 Days Later verdanken, hat sich wohl dafür geschämt, Science Fiction Fan zu sein und ließ einen interessanten Stoff zu einem flachen, effekthascherischen 08/15-Schocker verkommen. Schade drum.

Sunshine Bild 1
Sunshine Bild 2
Sunshine Bild 3
FAZIT:

Nicht gerade ein Meilenstein im Science Fiction Genre, wirklich nur für Fans zu empfehlen.

WERTUNG: 4 von 10 Atombomben
TEXT © Ralph Zlabinger
Dein Kommentar >>
Horst Tran | 02.05.2007 16:05
Der Film vereint Stärken und Schwächen. Technisch ist er natürlich Klasse gemacht, aber die allzu komplexe Ensemblestruktur (statt einzelner Protagonisten) erleichtert nicht gerade das Hineinfinden in die Story.
Größte Schwäche: die Figur des wahnsinnigen Captains. Wahrlich eine 08/15-Horrorfigur mit wenig überzeugender Motivation (was hat ein durchgeknallter Gottfanatiker in diesem Kontext im Weltall verloren? Sehr zusammenhanglos, nur ein Bösewicht ex machina).
Größte Stärke: der von manch anderen monierte Schluß im Ganzen, trotz des obskuren Geistercaptains). Hier sollte wahrscheinlich ein Guinessrekord an Dramatik aufgestellt werden, und gelungen ist das gar nicht mal so schlecht.
8 Punkte von mir.
>> antworten
Bernhard | 21.04.2007 00:10
Da sind wir ja sehr unterschiedlicher Meinung ;-) - ich denke dass der Film philosophische Ansätze im genau ausreichenden Maß hat - ich halte es nämlich für unrealistisch, dass wir in 50 Jahren einen Trupp Philosophie-Studenten ins All schießen werden, um die Sonne ein bisserl am Ischias zu kitzeln ... :-) - Fehler der Crew kann ich übrigens nur einen einzigen entdecken: nämlich die vergessene Ausrichtung des Sonnenschildes. Alle weiteren Ereignisse sind nicht auf Fehler der Crewmitglieder zurückzuführen (ACHTUNG SPOILER: zB kann man es ihnen schwer anlasten, dass sie nicht mit einem dem Religionswahn verfallenen Captain auf der Ikarus I gerechnet haben SPOILER ENDE) - daher fand ich die Handlung insgesamt sehr schlüssig (für SciFi-Verhältnisse selbstredend) und nicht nur als reinen Vorwand für Action. Lediglich den Schluss fand ich dann wirklich reichlich dünn und die vorhin genannte Figur hätte in der Tat einer detaillierteren, tiefgehenderen Aufarbeitung bedarft.
Ralph Zlabinger | 21.04.2007 11:10
Ich finde einfach dieser Film hat sich keine Zeit genommen, er ist einfach vorbeigerauscht , er war aus, ich bin aufgestanden und habe sofort an etwas anderes denken müssen. Welche Charakterzeichnung ihr entdeckt habt, frage ich mich wirklich, die einzig einigermaßen ambivalente Figut, war der Psychologe, nur war der bald weg. Mir ist nicht entgangen, dass der Film einen Haufen tolle Szenen hatte, aber er hetzte einfach darüber hinweg und deshalb haben sie mich emotional nicht berührt. Ich meine was ist schöner, guter langer Sex, oder ein Quicky im Klo. Gut ein Quicky im Klo mag aufregend sein, aber ob man dabei von Qualität oder einem nachhaltigen Erlebnis sprechen kann möchte ich an dieser Stelle bezweifeln. Wenn Micheal Bay einen Actionfilm im Kinotrailerstyle dreht, dann ist das auch okay für mich, aber dieses Drehbuch oder dieses Thema sind einfach viel zu schade dafür. Jede durchschnittliche Star Trek Episode hat mehr Sensibilität und Tiefgang. Aber es liegt wirklich an der Form für mich, vielleicht hat der Film für andere all das transpoertieren können, was ich vermisst habe, weil ich es unter dem Getöse nicht mehr ausmachen konnte....
Ralph | 21.04.2007 12:03
Und weil jetzt schon zwei den Film gut fanden und ich hier in Erklärungsnotstand komme, muss ich jetzt mal Gleichgesinnte um mich scharen ;-)
www.schnitt.com
www.film-dienst.de
pop | 06.06.2007 15:07
eigentlich ziemlich spät aber doch. "reinsagen" möcht ich nur dem Ralph zum Sunshine mit
http://www.filmspiegel.de
nach dem sich bis zum hohen grad auch
www.filmtipps.at richtet
oder wen gibt es länger auf dem markt?
Ralph | 16.01.2008 00:52
Willst du etwas sagen wir schreiben von denen ab, oder wie? Oida, I glaub di hot da Blitz gstraft...
>> antworten


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