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Survival of the Dead

Survival of the Dead

HORROR: USA / KANADA, 2009
Regie: George A. Romero
Darsteller: Kathleen Munroe, Alan van Sprang, Julian Richings

STORY:

In den USA ist einmal wieder das Zombievirus am wüten und erschüttert das Land in seinen Grundfesten. Ein kleiner Trupp ehemaliger US-Soldaten, in Begleitung eines jungen Zivilisten, schlagen sich auf eine Insel vor der Ostküste. Die Ausreißer hoffen dort von den Anstrengungen des Zombiemordens verschont zu bleiben und eine ruhigere Existenz beginnen zu können. Auf der Insel gibt es zwar auch Zombies, aber viel schlimmer ist die dort herrschende brutale Fehde zwischen den alt eingesessenen Familien der O´Flynns und der Muldoons. Bald wird den unwissenden Neuankömmlingen bewusst, dass die größte Gefahr für ihr Leib und Leben hier nicht von den Untoten ausgeht. Diese müssen natürlich trotzdem reihenweise unschädlich gemacht werden, damit man sich den eigentlichen Problemen in Ruhe widmen kann.

KRITIK:

Survival of the Dead dieser Titel (zu deutsch: Das Überleben der Toten) weist schon deutlich auf die ironische Grundstimmung des Films hin. Teil 6 aus Romeros Zombie-Oeuvre scheint wie ein selbstreflexiver 90 minütiger Insiderwitz.

Wirklich ernst genommen werden möchte ja kaum ein Film der sich zum Zombie-Genre zählt, aber hier nehmen nicht einmal die Filmfiguren selbst ihre angriffslustigen, faulenden Gegenspieler ernst. Im Fernsehen werden somit auch keine Katastrophenbilder und Berichte über den drohenden Weltuntergang verbreitet, sondern in einer Late-Night-Show die neuesten Witze über die "Deadheads" gemacht, wie die wandelnden Toten inzwischen humorvoll getauft worden sind.

Schnell wird klar, dass nicht die Lebenden um ihr Überleben bangen müssen, sondern die, die das Sterben eigentlich bereits hinter sich haben. Deren wenige unverfaulten Gehirnzellen treiben sie jedoch immerzu in Richtung von menschlichem Frischfleisch und damit meist in die wirklich finalen Jagdgründe. Da die Zombies hier also niemandem mehr wirklich Angst machen - selbst ein heranwachsender, halbstarker Bubi noch einen kessen Spruch reißt bevor er lässig in den Zombiekopf schießt - deshalb wird schnell klar, dass es in diesem Zombiefilm nicht um Zombies geht. Sie sind nur das Beiwerk um sich in ein bestimmtes Genre zu begeben, in dem Romero seine Geschichten eben am liebsten erzählt.

In diesem Fall eine Geschichte über eine Familienfehde, ein schwieriges Vater-Tochter Verhältnis und das menschliche Zusammenleben in Krisensituationen allgemein. So sagt Romero auch selbst: "The Zombies I unwittingly created so long ago have given me an opportunity to make films that criticize, satirize, poke fun at human behaviours."

Auf der Gruselebene wird dem Zuschauer nichts neues geboten. Statt dessen wird verstärkt mit dem Vorwissen des Publikums gespielt und dadurch die ein oder andere lustige Situation geschaffen. Alle Erschreck-Verstecke der Zombies sind inzwischen jedenfalls bekannt. Selbst die Protagonisten scheinen immer darauf vorbereitet zu sein, dass jederzeit eine bissige Leiche hinterrücks auftauchen kann. Häufig macht es auch den Anschein, als hätten die Figuren im Film eine ebenso begrenztes Blickfeld, wie der Zuschauer im Kinosaal, und würden nicht bemerken wie zwei Leute auf Pferden bis auf fünf Meter an sie heran reiten konnten - Buuuu - ein riesiger Schreck, wenn dann in die Totale geschnitten wird.

Dort wo man mit Zombies rechnet erscheinen sie also auch und die einzigen Überraschungen erfährt man, wenn man mit einem rechnet, aber keiner auftaucht. Es wird natürlich trotzdem fleißig mit Blut, Gehirn und Innereien herumgespritzt, was hier aber eher wirkt wie die lustlose Befriedigung einer alten Sucht.

Überleben werden dieses schießwütige Szenario natürlich nur die wenigsten. Der Versuch eine ethische Frage in den Film einfließen zu lassen, nämlich ob es vertretbar ist Familienangehörige zu töten, selbst wenn sie schon tot sind, oder nicht, misslingt. Vor allem liegt das daran, dass trotzdem immer erst geschossen und dann gefragt wird. Dies rächt sich schließlich auch, als die Antwort auf eine wichtige Frage am Ende mit einer Kugel zu Nichte gemacht wird.

Schlussendlich bleibt die Erkenntnis übrig, dass wenn es die Zombies schon nicht schaffen die Menschheit auszurotten, wir es selber erledigen werden und dass das mit der Fahrt auf die Insel vielleicht doch keine allzu gute Idee gewesen war.

Survival of the Dead Bild 1
Survival of the Dead Bild 2
Survival of the Dead Bild 3
Survival of the Dead Bild 4
Survival of the Dead Bild 5
Survival of the Dead Bild 6
Survival of the Dead Bild 7
FAZIT:

George A. Romeros sechster Teil seines Zombie-Schaffens, aber auch einer seiner berechenbarsten. Auf einer Insel entbrennt nicht nur der Kampf Mensch gegen Zombie, sondern auch Mensch gegen Mensch. Ist lustiger als es sich anhört, aber auch unspannender als es hätte sein können.

Zu sehen exklusiv in der UCI Kinowelt Millennium City, täglich 22:45 Uhr.

WERTUNG: 5 von 10 Kopfschüssen
Gastreview von MaxMax
Dein Kommentar >>
thomas | 07.05.2010 18:52
Hat dieser Teil auch so eine miese Videocam Optik wie der letzte von Romero?.Dann erspare ich mir das.
>> antworten
Nic | 10.11.2009 08:38
aus dem genre ist nichts mehr rauszuholen, egal wer "directed" hat. sicherlich ein spaß für fans, aber ein völlig unnötiger. kann man auch über vorangegangene teile sagen

hat sich also eh nicht ausgezahlt bei frosttemperaturen zur viennale zu gehen ;)
Sage | 08.05.2010 02:03
Was für eine profunde, allgemeingültige Meinung))
Andreas | 08.05.2010 10:42
stimmt nicht ganz. zombieland war z.b. erfrischend anders.
Nic | 08.05.2010 16:17
da hatte ich zombieland noch nicht gesehn :)
Federico | 12.05.2010 19:52
zombieland war gar nicht "anders" sondern erschreckend konventionell in meinen augen. shaun of the dead, der war anders! ;) aber aus dem genre lässt sich definitiv noch etwas herausholen, auch wenn eben dieser film wirklich nichts mehr besonderes (v.a. für romero) darstellt.
Andreas | 13.05.2010 13:30
oder youtube-such mal nach
"attack of the Lederhosenzombies"

wer sagt das das genre tot ist? eher untot.
Chris | 13.05.2010 15:57
Ich fand die weitgehend unbeachtet gebliebenen kleine kanadische Produktion GRAVEYARD ALIVE - Die liebeskranke Zombie-Krankenschwester auch ziemlich originell - sowohl vom inhaltlichen und noch mehr vom eigenwilligen Inszenierungsstil her. Leider setzt er seine gute Idee aber nicht besonders griffig um. Dennoch Innovationen scheinen auch bei den ollen lebenden Toten noch möglich zu sein.
Chris | 14.05.2010 18:35
Den Lederhosenzombieteaser habe ich auch gesehen und mich bepisst vor Lachen. SSX Tricky goes Zombiefilm! : )
Schicklgruber | 28.10.2010 11:03
Das Ganze ist nichts weiter als ein verzweifelter Versuch Romeros mit dem ausgelutschten Zombiethema noch einmal ein paar Dollar zu machen. Wirklich Innovatives kommt seit UNDEAD der Spiering Bros. leider nicht mehr! Und die wirklich guten Zombiestreifen kamen in den 1970/80ern aus Italien. Aber Fulci ist tot ....
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