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Teenage Sex and Death at Camp Miasma

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

HORROR: USA, 2026
Regie: Jane Schoenbrun
Darsteller: Gillian Anderson, Hannah Einbinder, Jack Haven

STORY:

Eine junge Regisseurin wird mit einem "woken" Reboot eines Achtziger-Slashers namens "Camp Miasma" beauftragt und besucht das Final Girl des Original-Films. Die hat sich als Einsiedlerin am Originalschauplatz des Films häuslich eingerichtet und hat noch einiges mit der jungen Frau vor. Weil Sex und Tod schon im Titel stehen, kommt beides nicht zu kurz.

KRITIK:

Ich muss ja zugeben, dass mich der Hype um diesen Film, der lange in den Wiener Kinos lief und offenbar bei der Gen Z ein ziemliches Gesprächsthema ist, weitgehend kalt gelassen hat. Ich konnte nämlich mit Jane Schoenbruns ebenfalls hochgelobtem, von Pop-Prominenz (Phoebe Bridgers und ja, Fred Durst) castmäßig gepimptem Vorgängerfilm I SAW THE TV GLOW (2024) relativ wenig anfangen - abgesehen von den traumschönen Neon-Bildern und dem Sound.

Jetzt hab ich CAMP MIASMA aber doch gesehen - auf prime - und bin positiv überrascht. Tatsächlich ein schön gefilmter, offenbar stark autobiographisch gefärbter Film, der sich etwas traut. Die kunstvoll aufgeschichteten Meta-Ebenen und Slasherfilm-Referenzen sind eh nett, doch im Kern geht es um etwas anderes: Um Sex nämlich, oder, genauer gesagt: Um die Probleme damit bzw. die Abwesenheit desselben. Um den Konflikt Körper vs. Intellekt. Ums Loslassen. Ums Hingeben. Ums Suchen und Finden der eigenen Vorlieben und der Identität. Dass die ach-so cool klingenden polyamourösen Beziehungen, die die Youngsters heute anscheinend alle haben, in Wahrheit eh nur mühsam, frustrierend und eine Ausrede fürs Nicht-wissen-was-man-will sind, hat man ja schon vermutet. Hier kommt der Film, der das endlich einmal thematisiert.

Und ja, eine Figur, die wohl das Alter Ego der Regie-Person ist, Sätze wie "I'm so bad at sex" sagen zu lassen, da gehört schon auch Mut dazu.

Spitzenmäßig ist übrigens der Name des Killers: Little Death. Der kleine Tod darf natürlich den einen oder anderen geil-blutigen Auftritt hinlegen und dabei - das ist jetzt kein besonders großer Spoiler - für sexuelle Erweckungserlebnisse sorgen.

Die Vermengung von Beziehungs/Gender/Sexthemen mit Horror trifft ja gerade einen Nerv bei den Jungen. Siehe den gewaltigen Box-Office-Erfolg von OBSESSION.

Eingebettet ist das Ganze in ein visuell sehr verspieltes, blutbespritztes Film-im-Film-Szenario, das dann aber doch den einen Twist zu viel hat und einen Hauch zu lang geraten ist. Auch über manche ästhetische Entscheidung lässt sich streiten. Ok, wir haben es schon verstanden, die meterhohen Billigst-CGI-Blutfontänen sind ironisch gemeint. Das knallbunte Matte-Painting und die schillernden, neonfarbene Traumwelten ebenso. Der Film will als Horror-Comedy verstanden werden.

Die (billige) Ironie wird aber vom durchaus ernsthaften, ambitionierten Schauspiel gebrochen. Einen Sonderapplaus bitte an dieser Stelle für die großartige Gillian Anderson, die wir natürlich als Sully in Akte X kennen. Die aber auch als Autorin tätig ist und sich mit weiblicher Sexualität beschäftigt. Erstklassiges Type-Casting also in einem Film, bei dem sich jemand wirklich etwas gedacht hat.

Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 1
Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 2
Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 3
Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 4
Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 5
Teenage Sex and Death at Camp Miasma Bild 6
FAZIT:

Fazit: Jane Schoenbruns gehypte Sex-Horror-Comedy ist jetzt nicht zu 100% gelungen, aber interessant und sehenswert. Postmoderne, queerakademische Schmähtandlerei, Sexualtherapiesession und liebevoll-künstlerische Slasher-Hommage, es geht sich eh alles aus.

WERTUNG: 7/10
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