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The Battle Wizard - Das Blut der roten Python

The Battle Wizard - Das Blut der roten Python

OT: Tian long ba bu
KUNG FU-TRASH: HK, 1977
Regie: Hsueh-Li Pao
Darsteller: Danny Lee, Ni Tien, Chen Chi Lin, Kwok Kuen Chan

STORY:

Die Rache eines gehörnten Ehemannes und einer betrogenen Frau soll sich nach 20 Jahren endlich erfüllen. In einer Tropfsteinhöhle aus Papp sitzt ein feuerspuckender Unhold mit ausfahrbaren Hühnerfüßen und plant Arges. Der schwächliche, feingeistige Neffe des Kaisers und künftiger Thronfolger wird ausgesandt, um statt Gedichte endlich Martial Arts zu erlernen. Dabei macht er die Bekanntschaft mit zwei schönen, schlachterprobten Damen und die rote Python, deren Blut unbesiegbar macht, ernährt sich von Hirschgeweihen. Aus Prinz Zhengchuns so genannten "Yi-Yang-Finger" schießen Laserstrahlen und es stellt sich die Frage, ob Xiang Yaocha nun eine Person oder eine Heilpflanze ist. Alles klar? Nicht? Egal, denn...

KRITIK:

... in der Kantine der Shaw Brothers gab es wohl wieder lustiges Pilzragout und zur Verdauung ne Friedenspfeife, als man sich dazu entschlossen hat, den berühmten Wuxia-Epos "Demi Gods and Semi Devils" des Chinesen Jin Yong zu verfilmen; und zwar im Stile einer Fantasy-Kung Fu-Trash-Klamotte der schwachfugigen Sorte.

Wer schon immer mal wissen wollte, wo sich die POWER RANGERS ihre Inspirationen in Sachen sinnloses Kämpfen unter inflationären Einsatz von kunterbunten Blitz- und Funkeneffekten geholt haben, der sollte sich THE BATTLE WIZARD (aka DAS BLUT DER ROTEN PYTHON) aus den späten 70ern sofort kaufen. Allerdings sollte er sich darüber im Klaren sein, dass der anfangs zumindest noch rudimentär erkennbare Handlungsfaden von den im Stakkato über den Bildschirm zuckenden Laserstrahlen und Energiefeldern ziemlich schnell eingeäschert wird.

So bieten die Familien- und Fremdgeherfehden und die Tatsache, dass durch die diversen früheren Techtelmechtel der Figuren untereinander sämtliche Helden, Heldinnen und Schurken irgendwie miteinander verwandt sind, eigentlich nur ein äußerst fadenscheiniges Deckmäntelchen für Nonstop-Keilereien. Dafür hat man die Kombatanten mit allerlei - und jetzt liegt's im Auge des Betrachters oder am Promillewert- cooler oder schwachsinniger Battle Magic Skills ausgestattet.

Die hinreißende Lin-Chen-Chi, die mit haufenweise Nattern um sich wirft, die sich dann wie Parasiten in die Leiber ihrer Feinde bohren: Cool. Der Extremitäten-ins-Nirwana-schießende "Yi-Yang-Finger" oder der "Laserknochen" der ninjaesken Ni Tien: Nach fünf Bier auch cool. Cool wie Sau, weil Gimmicks wie Rüstung Erinnerungen ans Kinderzimmer und dort an die guten, alten "Masters of the Universe"-Actionfiguren wachgerufen haben: Dieser Teufel mit seiner Teleskop-Hühnerkralle und sein mordbrennender Komplize, der mit seiner eisernen Schädeldecke und den metallenen Krebsscherenhandprothesen ausschaut wie das Rudelbums-Ergebnis aus Mann, Hummerette und Mülltonne.

Zwischendurch wird noch etwas Durchschnitts-Kung Fu praktiziert, sich mit einer mythischen Schlange und dem "Giftmotten"-Clan angelegt, während ewig die Kraftfelder aus Fingern, Knochen und Händen schießen. Und der Krieg ist erst vorbei, wenn der Kerl im Gorilla-Kostüm gekämpft hat und ein Bösewicht wie gemischtes Fruchteis in der Hölle geschmolzen ist.

Keine Frage, DAS BLUT DER ROTEN PYTHON ist genauso trashig wie sich das bis hierhin liest, aber einen gewissen Charme kann man diesem ausgemachten, hemmungslosen Unfug nicht absprechen. Zwar findet sich auf der DVD von REM leider nicht die kultig-debile deutsche Synchronisation, sondern nur die kantonesische Originaltonspur mit Untertiteln, aber für einige witzig-hohle Sprüche sind die Jungs und Mädels vom BLUT DER ROTEN PYTHON dennoch gut.

Von daher würde ich sogar soweit gehen -und das belegen unter anderem auch die vielen weit euphorischeren Stimmen aus den Print- und Online-Filmgazetten/datenbänken -, dass THE Trash..., sorry, THE BATTLE WIZARD, sicherlich Unterhaltungswert besitzt. Eine gewisse Schmerzfreiheit muss allerdings vorausgesetzt sein.

Nüchtern betrachtet bietet der BATTLE WIZARD jedoch entschieden zu wenig Hirn und viel zu viele Blitze; so dass ich zum Film ebenfalls lustige Pilze und Friedenspfeifen empfehlen würde. Denn auf einem Breitengrad mit den Machern dürfte das Ding wesentlich mehr fetzen...

The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 1
The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 2
The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 3
The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 4
The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 5
The Battle Wizard - Das Blut der roten Python Bild 6
FAZIT:

Kampfhühnerklauen, Yi-Yang-Finger und durch (Gummi-)Schlangenblut gestählte katonesische Siegfriede, die sich mit Kerlen in Gorillakostümen prügeln...- Das also, Ehrenwerter Jin-Yong, haben die Shaw Brothers aus deinem Wuxia-Epos "Demi-Gods and Semi Devils" gemacht: Siebzig Minuten nicht uncharmanten, aber hoffnungslos unterbelichteten Kung Fu-Trash, den man am besten mit lustigen Pilzen und Friedenspfeifen genießt. Mit Betäubungsmittel 6, ohne allenfalls 

WERTUNG: 5 von 10 roten Monstergummischlangen
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
x | 16.05.2016 00:10
Der Film ist ein Klassiker den ich sehr zu schätzen weiss !
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