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The Blood Rose

The Blood Rose

OT: La Rose écorchée
EROTIK/HORROR: F, 1969
Regie: Claude Molet
Darsteller: Philippe Lemaire, Anny Duperey, Elisabeth Teissier, Howard Vernon

STORY:

Während der Hochzeitsfeierlichkeiten fällt Anne, die wunderschöne Frau des berühmten Malers Lansac ins Feuer und fortan sind zwei Dinge zerstört: Lansacs Kunst und das Gesicht seiner Gattin. In letzter Verzweiflung erpresst der Künstler den Schönheitschirurgen Romer. Der soll Anne ein neues Gesicht geben. Aber dafür braucht es das Gesicht einer noch lebenden Frau ...

KRITIK:

THE BLOOD ROSE ist ein Film, der seine Herkunft nicht verleugnen kann. Er hat das typische Flair und den typischen Rhythmus eines französischen Horrorstreifens aus den späten Sechzigern, bzw. frühen Siebzigern. Man sieht ihn und denkt automatisch an Rollin, an Séria, an Gantillon.

Die Bildersprache und der Score sind träumerisch, aber kraftvoll; die Dialoge poetisch angehaucht und Erotik spielt keine unbedeutende Rolle. Alles ist durch und durch französisch. Dadurch dürfte THE BLOOD ROSE für die einen gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar schwerverdaulich sein, während sich die anderen auf ein Filmerlebnis der besonderen, weil leider ausgestorbenen Art freuen können.

Die Betitelung als "The first Sex-Horror Film ever made" hält zwar der näheren Betrachtung nicht stand - THE BLOOD ROSE war nicht der erste -, aber nichtsdestotrotz spielt nackte Haut in diesem Film eine gewichtige Rolle. Und somit ist der Streifen eine deutlich angesexte Version von Franjus AUGEN OHNE GESICHT. Allerdings hat Molet den Sex hier sehr ästhetisch in Szene gesetzt, so dass der Plot nur äußerst selten in sleazige Gefilde abrutscht.

Der Fokus ist stets auf die inhaltlichen Dinge gerichtet. Auf die Qual der Frau, die ihre Schönheit verloren hat und die des Künstlers, dem dadurch seine Muse und somit die Kunstfertigkeit abhanden gekommen ist.

Und natürlich wird sich auch ausgiebig den verbrecherischen Versuchen gewidmet, das Verlorene wiederherzustellen. Und somit steht THE BLOOD ROSE in der Mitte einer Linie, die mit AUGEN OHNE GESICHT begonnen und mit Jess Francos FACELESS vorerst geendet hat.

The Blood Rose Bild 1
The Blood Rose Bild 2
The Blood Rose Bild 3
The Blood Rose Bild 4
FAZIT:

THE BLOOD ROSE ist ein weiteres düster-poetisches Highlight aus Frankreich - mit schönen wie entstellten Frauen, mit giftigen Pflanzen, bösen Liliputanern, verrückten Gesichtschirurgen und dem Franco-Spezi Howard Vernon. In meinen Augen ist das eine verdammt gute Mischung.

WERTUNG: 7 von 10 grausam entstellten Musen
TEXT © Christian Ade
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Dein Kommentar >>
Marcel | 26.08.2012 10:58
Unglaublich poetischer Film. Mindestens 8 von 10 giftigen Stacheln. Lief im Rahmen der Something weird Reihe in Köln als "Das blutige Schloss der lebenden Leichen" - und anscheinend hat ein Großteil der Zuschauer (die ich mal als heranwachsende Cineasten bezeichnen würde) ihn auch so sehen wollen. Anders ließen sich die deplazierten Lachsalven nicht erklären. Gruselige pseudointelektuelle Kommentare hinterher "Ich würde ihn mir nicht noch mal anschauen, aber auch nicht davon abraten" und vor allem "Die Story hatte Potential". Oh je. So viel geballtes Unverständnis für die Filmkunst dieser Zeit ist schon schwer zu ertragen.
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