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The Death of Stalin

The Death of Stalin

TRAGIKOMÖDIE/SATIRE: GB, 2017
Regie: Armando Iannucci
Darsteller: Adrian McLoughlin, Michael Palin, Steve Buscemi, Simon Russell Beale, Olga Kurylenko

STORY:

Genosse Stalin liegt in einer Lacke Urin am Boden. Hirnschlag. Kein schöner Anblick. Sollte man vielleicht einen Doktor rufen? Geht nicht. Stalin hat ja alle Moskauer Ärzte in den Gulag geschickt. Steht Außenminister Molotow eigentlich noch auf der Todesliste? Müssen neue Todeslisten geschrieben werden? Warum trägt Genosse Chruschtschow einen Schlafanzug? Und was führt Geheimdienstchef Beria im Schilde? Für die mächtigsten Männer der Sowjetunion, die um den Halbtoten Aufstellung genommen haben, brechen turbulente Zeiten an.

KRITIK:

THE DEATH OF STALIN handelt - Vorsicht Spoiler - von Stalins Tod und den absurden Ereignissen danach. Intrigen, Paranoia, Morde und Massaker haben bekanntlich Stalins Leben begleitet. Warum also nach seinem Tod mit den liebgewonnenen Traditionen der sowjetischen Politik brechen, denken sich Geheimdienstchef Berija, der Vorsitzende des Ministerrats Malenkow, Parteichef Chruschtschow und Außenminister Molotow.

Steve Buscemi, um den es in den letzten Jahren relativ still wurde, gibt Chruschtschow mit ungewohnt schmalem Bauchumfang, aber einem eindrucksvollen Repertoire an Fäkal-Schimpfwörtern. Monty Python-Veteran Michael Palin ist Außenminister Molotow. Und die furchteinflößende Figur des Geheimdienstchefs Berija wird vom britischen Theatermimen Simon Russell Beale zum Leben erweckt.

Moment mal - britische und amerikanische Schauspieler als Sowjets? Kann das funktionieren? Kann eine schwarze Komödie den unfassbaren Terror Stalins überhaupt angemessen darstellen? Ja, wie dieser Film beweist.

Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass mir Regisseur Armando Iannucci bislang kein Begriff war. Serien-affinere Menschen als der Autor dieser Zeilen kennen möglicherweise seine satirischen Comedy-Serien THE VEEP und THE THICK OF IT. Von letzterer existiert auch ein Kino-Spin-Off namens IN THE LOOP (KABINETT AUSSER KONTROLLE, 2009), der auch im deutschen Sprachraum auf DVD erschien. Muss ich wohl nachholen.

THE DEATH OF STALIN ist definitiv sehenswert. Die Schauspieler überzeugen, das Tempo ist beachtlich, die Production Values ebenfalls. Die Lacher bleiben - das ist jetzt wieder so eine abgedroschene Phrase - im Halse stecken. Und das Wissen, dass nahezu alle Ereignisse dieser absurden Komödie historisch belegt sind, lässt einen mit einem mächtigen Kloß im Hals zurück.

The Death of Stalin Bild 1
The Death of Stalin Bild 2
The Death of Stalin Bild 3
The Death of Stalin Bild 4
FAZIT:

Auf meiner Facebook-Timeline gibt es ja eine beliebte Serie: Realität und Satire sind nicht mehr zweifelsfrei voneinander zu unterscheiden. Dieser britische Film versucht, die Absurdität von Stalins "Großem Terror" (1.5 Millionen Menschen wurden willkürlich verhaftet, mehr als die Häfte davon ermordet) mit den Mitteln einer schwarzen Komödie spürbar zu machen. Eine Mission Impossible, möchte man meinen. Doch die Übung funktioniert, wohl auch deshalb, weil nahezu alle Ereignisse in diesem Film, so absurd sie auch sein mögen, historisch belegt sind. Eher nichts für Zartbesaitete ... 
... zu denen anscheinend auch Russlands autoritärer Präsident Putin zählt. In Russland wurde THE DEATH OF STALIN nämlich verboten.

WERTUNG: 7 von 10 Todeslisten
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