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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
The Look of Love

The Look of Love

DRAMA: GB, 2012
Regie: Michael Winterbottom
Darsteller: Steve Coogan, Anna Friel, Imogen Poots

STORY:

Er hatte nur wenige Pence in der Tasche, als er in den Fünfzigern von Liverpool nach London zog. Bevor er 2008 starb, war er einer der reichsten Männer Großbritanniens. Dazwischen lag ein Leben als Nachtklubkönig, Pornomagazin-Verleger, Theaterdirektor und Immobilientycoon.
Paul Raymond: Ein Leben wie ein Film - auf die Leinwand gebracht von Michael Winterbottom.

KRITIK:

Kein Genre ist vor ihm sicher: Ob Thriller (THE KILLER INSIDE ME), Serienkiller-Drama (BUTTERFLY KISS), Western (DAS REICH UND DIE HERRLICHKEIT), Science Fiction (CODE 46) oder Dramen mit aktuellem politischem Bezug (WELCOME TO SARAJEWO, THE ROAD TO GUANTANAMO): Der britische Regisseur Michael Winterbottom will alles einmal ausprobiert haben. Gelegentlich fliegen ihm Publikums- und Kritikerherzen zu (24 HOUR PARTY PEOPLE), dann setzt's wieder kollektives Kopfschütteln und Buh-Rufe. Siehe den verschmähten "Indie-Porno" - Zwischenfrage: wie viele Regisseure können sich schon rühmen, ein eigenes Genre erfunden zu haben? - 9 SONGS.

Auch THE LOOK OF LOVE scheint kein Glück zu haben bei der schreibenden Zunft. Verrisse und hämische Kommentare, wohin man blickt und klickt. Nun gut, wir sind hier nicht bei der schreibenden Zunft. Wir sind bei Filmtipps. Wir sind ja berüchtigt dafür, Filme zu lieben, die andere hassen. Und manchmal auch Filme zu hassen, die andere lieben.

Okay, unsere bedingungs- und grenzenlose Liebe hat THE LOOK OF LOVE nicht verdient. Aber zumindest Respekt und Zuneigung. Zweifellos gibt es bessere Filme, die im Porno-Milieu spielen. THE LOOK OF LOVE ist kein BOOGIE NIGHTS, kein THE PEOPLE VS, LARRY FLINT, auch kein AUTO-FOCUS. Aber er ist besser als sein Ruf.

Aus der Lebensgeschichte von Paul Raymond destilliert Drehbuchautor Matt Greenhalgh (CONTROL) einen Reigen aus viel nackter Haut (full frontal und dem Zeitgeist entsprechend hairy, falls diese Information wichtig sein sollte), Musiknummern und psychedelischen Sixties-Interieurs. Viel Eye-Candy also in einem Film, der sich leider nicht entscheiden kann: Für ein Drama zu leichtfüßig, für einen kontroversen Sex-Film zu brav, für ein zeitgeschichtliches Dokument zu oberflächlich.

Ziemlich gut sind die Schauspieler. Steve Coogan hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als Champagner schlürfender, mit Oscar Wilde-Zitaten um sich werfender Sex-Dandy. Dramatisches Zentrum der Geschichte ist aber seine von Imogen Poots (CENTURION, 28 WEEKS LATER) gespielte Tochter, deren Herzenswunsch, als Sängerin bejubelt zu werden, leider völlige Talentfreiheit im Wege steht. Die Szene, in der sich das offenbart, ist ziemlich schmerzhaft anzusehen. Und was danach kommt, erst recht. Nein, keine Spoiler ...

The Look of Love Bild 1
The Look of Love Bild 2
The Look of Love Bild 3
The Look of Love Bild 4
FAZIT:

Der thematisch höchst vielseitige Regisseur Michael Winterbottom verfilmt die Lebensgeschichte des britischen Nachtklub-Moguls Paul Raymond als bunte und prachtvoll ausgestattete Sixties-Nummernrevue, die mehr Wert auf Eye-Candy legt denn auf dramatische Qualität. Geht aber auch okay so.

OmU im Votiv.

WERTUNG: 7 von 10 Koks-Linien
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