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The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia

The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia

OT: The Take
DRAMA: GB, 2009
Regie: David Drury
Darsteller: Tom Hardy, Brian Cox, Charlotte Riley, Shaun Evans

STORY:

London in den 80er Jahren. Gangster und Hitzkopf Freddie (Tom Hardy) wird nach vier Jahren aus dem Kittchen entlassen und führt von nun an ein legales,bürgerliches und ehrliches Leben.

Nein....natürlich muss er sich um seine Geschäfte kümmern, alte Schulden eintreiben und ganz schnell wieder Geld verdienen. So ein Gangsterleben will ja finanziert werden.

KRITIK:

Von Anfang an steht und fällt der Film mit den Qualitäten, oder nennen wir es eher dem Unterhaltungswert, Tom Hardys. Es macht schon Spaß dem Hitzkopf und Muskelprotz dabei zuzusehen wie er die Köpfe seiner Schuldner und Rivalen in Fernseher schlägt oder ihnen Bierflaschen in den Hals rammt um danach (zum runter kommen!) erst mal eine Line Koks im Auto zu ziehen.

Ich betone nochmals den Begriff "Unterhaltungswert". Denn leider gleitet die Performance vom Batman Bösewicht auch sehr oft ins unfreiwillig Komische ab.

Das ist schade, denn neben der klassischen Gangstertragödie, in der Verrat, Mord, Aufstieg und Fall, die üblichen Stationen im 08/15 Gangsterleben markieren, hat The Take doch noch mehr zu bieten.

Erwähnt werden sollte hier die Geschichte rund um Freddie und seine Verwandschaft die einen großen Teil der Handlung einnimmt. In den Teilen des Films in denen die Familienstrukturen, die emotionalen Abhängigkeiten, Lügen, Seitensprünge, Geheimnisse und das Leid des gesamten "Clans" die Hauptrolle spielen fühlte ich mich ein wenig an die guten, alten Sopranozeiten erinnert. Denn das Familiendrama hält sich hier stets in einem angemessenen Verhältnis zum Realismus was dafür sorgt, dass keine Soapathmosphäre auftritt. Auch das wirklich schön in Szene gesetzte 80er Jahre London, die Kostüme und das gesamte Setting sind wirklich schön anzusehen. Brian Cox als alternder, die Fäden aus dem Knast ziehender Mafiaboss überzeugt ebenfalls.

Zum Nachteil dieses Films wirkt sich allerdings die Tatsache aus, dass es genug Gangsterfilme gibt die schon vor 20 Jahren die Spielregeln des Genres geschrieben haben und genau an die will sich The Take nicht halten. Die Hauptfigur macht keine Entwicklung durch, sondern läuft die gesamte Filmlänge mit dem selben Gesichtsausdruck und der immer kurz vor der Explosion stehenden Pulverfassstimmung herum, was ihre Handlungen natürlich extrem vorhersehbar macht.

Das kann Tom Hardy besser! Denn die jenigen die den Engländer für einen schlechten Schauspieler halten, sollten sich doch mal das kleine "kubrickeske" Meisterstück "Bronson" zu Gemüte führen.

Gleichzeitig wurde hier der Fehler begangen, dass zu viel Handlung in einer zu kurzen Laufzeit unter einen Hut gequetscht wurde. Ursprünglich hätte aus dem Stoff eine Serie werden sollen. Das Serienformat hätte diesem, durchaus solide produzierten, Gangsterdrama auch viel besser gestanden. Denn das Verstreichen zweier Dekaden zieht einfach zu schnell an einem vorbei, die Besetzung tut ihr bestes um der, im Film verstreichenden, Zeit hinterherzuspielen, doch irgendwie will man das Ganze nicht so wirklich schlucken.

Trotz allem möchte ich den Fakt nicht von der Hand weisen, dass der Film mich unterhalten hat und Tom Hardy für viele Lacher sorgt. Ob unfreiwillig oder nicht ist doch eigentlich egal oder? Hauptsache es hat Spaß gemacht.

The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 1
The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 2
The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 3
The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 4
The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 5
The Take - Zwei Jahrzente in der Mafia Bild 6
FAZIT:

Tom Hardy (ohne die beißkorbartige Sauerstoffmaske!) als wandelndes Mafiapulverfass.

Prädikat: Unterhaltsam! Aber lange nicht so gut wie die großen Vorbilder!

WERTUNG: 6 von 10 Köpfen die im Fernseher landen
TEXT © Djan Hajo
http://www.youtube.com/watch?v=CrdIHFv-PLY
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