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Tortured

Tortured

THRILLER: USA, 2008
Regie: Nolan Lebovitz
Darsteller: Cole Hauser, Laurence Fishburne, John Cryer

STORY:

Ein Agent des FBI ermittelt verdeckt in "Ziggys" Mafia-Organisation und bekommt von seinem mysteriösem Gangsterboss den Auftrag einen Buchhalter zu foltern, der angeblich zehn Millionen Dollar unterschlagen hat. Der Agent macht sich ans Werk und kommt Qual um Qual der wahren Identität von Ziggy näher. Doch die entpuppt sich als böse Überraschung…

KRITIK:

Auch wenn Titel und Cover einen neuen - Sorry für das Unwort! - Torture Porn nahe legen, kann sich die SAW- und HOSTEL-Fraktion wieder hinlegen. Denn TORTURED ist kein Horrorfilm, sondern ein schmissiger Flick aus dem Milieu der Undercover-Agenten.

In den 103 Minuten wird aber trotzdem gefoltert. Und nicht zu knapp. Zwar geht es nicht ganz so kreativ wie in Jigsaws Trickfallen zu, aber Kneifzangen, Lötkolben und Salzbäder für geschundene Delinquentenfüße sind ja auch altbewährte Mittel aus dem Folterwerkzeugkasten, die hier auch ausgiebig Anwendung finden. Pikanterweise dürfen in TORTURED die (eigentlich) Guten die Bösen foltern und dabei verwischen die Trennlinien zwischen Cop und Folterknecht, Richtig und Falsch, Zweck und Mittel schon mal.

Dabei erreicht TORTURED zwar nie die Tiefe und Dramatik eines DEPARTED oder dessen Hongkong-Original INFERNAL AFFAIRS, ist aber trotzdem eine spannende Angelegenheit.

In Zeitsprüngen und Rückblenden erzählt TORTURED die episodenhafte Geschichte eines ehrgeizigen Agenten, dessen Vater der FBI-Direktor ist und der sich gerade deshalb in gefährliche Einsätze stürzt, um zu beweisen, dass sein Weg nach oben auf der Karriereleiter über eigene Verdienste und nicht über familiäre Bande geht. Und sein neuer Auftrag, Teil der Organisation eines mächtigen und scheinbar gesichtslosen Verbrechers, der sich Ziggy nennt zu werden, ist lebensgefährlich.

Vor allem muss der Undercoveragent für Ermittlungserfolge über Leichen gehen, sich in einen gnadenlosen Folterknecht verwandeln. Cole Hauser passt in die Rolle dieses Agenten zwischen Ehrgeiz, Gerechtigkeit, Kaltblütigkeit und Gewissensbissen. Sein Opfer ist Laurence Fishburne, der streckenweise ziemlich garstig leiden muss.

Doch mehr über den Film will ich gar nicht verraten, denn umso weniger man weiß, umso fesselnder ist er. Denn Lebovitz´ Zweitwerk lebt von seinen Finten und Harken, die am Ende in eine nicht unbedingt vorhersehbare Situation münden und somit ein packendes Finale garantieren. Für die Horrorfans unter euch sei noch erwähnt, dass bei den Spezialeffekten GUTTERBALLS-Regisseur Ryan Nicholson mitgearbeitet hat. Und über seinen Beitrag zu TORTURED kann man nicht meckern, aber schließlich waren es ja auch nicht die Bluteffekte, die GUTTERBALLS zum Reinfall werden ließen.

Mit TORTURED jedenfalls erlebt ihr einen solchen nicht.

Tortured Bild 1
Tortured Bild 2
Tortured Bild 3
FAZIT:

Spannendes (Folter-)Kammerspiel, in welchem ein Undercoveragent in einem dunklen Verschlag die grobe Kelle schwingt, um einen abtrünnigen Mafiabuchhalter über zehn Millionen Dollar und die Identität des Boss singen zu lassen…

WERTUNG: 7 von 10 Spitzfindigkeiten in Berichten
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Johannes | 03.02.2009 12:28
Wieso ist Torture Porn ein Unwort? Die Filme selbst sind "Unfilme", aber das Wort ist gut gewählt imho.
Chris | 03.02.2009 20:44
Keine Ahnung, ich mag den Begriff einfach nicht. Impliziert auch irgendwie was falsches. Ich denke, der Großteil der Gorehounds findet Filmblut zwar geil, geilt sich aber nicht daran auf... Ich für meinen Teil bevorzuge die gute alte Definition solcher Streifen: Splatterfilm. : )
Johannes | 05.02.2009 07:27
Naja, für mich besteht ein Unterschied zwischen Splatter und Torture Porn. Ich würde z. B. Murder-Set-Pieces trotz des hohen Blutgehaltes keinen Splatterfilm nennen. Torture Porn trifft's da eher, denn durch die Verbindung von Sex und Folter ist es eben genau das.
Chris | 05.02.2009 17:00
Gut, MSP geht schon eher in die Richtung. Aber den Begriff Torture Porn haben sie ja für SAW und HOSTEL kreiert. Und das sind meiner Ansicht nach Splatterfilme. Und das hört sich auch freundlicher an. Ich meine, wenn ich in der Mittagspause in Kollegenkreisen verlauten lasse, ich habe gestern einen Splatterfilm geschaut, schauen sie ja schon komisch. Stell dir mal vor, ich sage: "Mann, hab ich mir gestern wieder einen geilen Torture Porn reingezogen..." ^^
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Nic | 02.02.2009 17:21
ganz unterhaltsam, aber das ende hat mich nicht umgehauen. mmn kein sehenswerter film. schon überproduziert diese foltergeschichten..
ghostdog | 21.11.2012 14:48
Zu sehr an den Haaren herbeigezogen und vollkommen unglaubwürdig. I-wie ein saublöder Film!
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