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Tron: Legacy

Tron: Legacy

SCIENCE-FICTION: USA, 2010
Regie: Joseph Kosinski
Darsteller: Garrett Hedlund, Jeff Bridges, Olivia Wilde, Michael Sheen, Bruce Boxleitner, Cylian Murphy

STORY:

1989 verschwindet Kevin Flynn (Jeff Bridges), der Erfinder einer digitalen Welt, spurlos. Zwanzig Jahre später erfährt sein Sohn Sam von einer Pager-Nachricht (!), die ihm aus der alten Spielhalle seines Vaters gesendet wurde. Dort entdeckt er einen alten Computer und wird beim Versuch ihn zu starten in den "Grid" hineingezogen. Die Welt, die sein Vater schuf, aber in neuem Design, liegt vor seinen Füßen. Wen und was wird er da wohl finden?

KRITIK:

Obwohl Tron: Legacy schon wieder ein Remake/ Sequel ist, finde ich, dass sich dieses Projekt von Anfang an durchaus ziemlich kreativ und frisch angefühlt hat. Der alte Tron war sicher alles andere als ein künstlerisches und finanzielles Desaster, heute gilt er sogar als schwer gefloppter, visionärer Kultfilm für Computergeeks, dennoch (oder gerade deswegen) fand ich es ein wenig gewagt einen Big-Budget-Blockbuster aus den alten Schablonen zu wursteln. Ich meine 170 Millionen Dollar sind wahrlich kein Pappenstiel, da hatte fast jemand zu viel Vertrauen in seine Idee, wenn man mich fragt.

Aber was soll's, die Rechnung ist aufgegangen, Tron: Legacy war von Anfang an ein voller Erfolg und hat sich's als zumindest auf den ersten Blick "ungewöhnlichen" Blockbuster doch sehr verdient. Wirklich gut ist dieser Film deshalb nicht geworden, die beste Szene sieht man im preisgekrönten Trailer, denn das anfängliche Rennen auf dem "Light Cycle" in der Arena bleibt der visuelle und unterhaltsame Höhepunkt in dieser doch sehr dünnen Geschichte. Daneben kann man noch den mitreißenden Elektroscore von Daft Punk erwähnen und den trotz aller visuellen Effekten eindeutigen Star dieses Films: Jeff Bridges, auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Letztes Jahr den Oscar, dieses Jahr ein künstlerischer Wahnsinnserfolg mit True Grit und die Hauptrolle im Blockbuster der Saison. Ich denke, das wird schwer zu halten sein. Sorry, Jeff, von nun an geht es bergab;-)

Gut, soviel dazu. Der Rest wäre eigentlich Schweigen, aber da es sich hier um eine (Wunsch-)Filmkritik handelt, muss ich mich wohl aufraffen und ein paar weitere Worte verlieren. Als Trailer, meinetwegen auch als Kurzfilm oder Videoclip, wäre Tron: Legacy sicher herausragend, als Versuch ein Publikum über 125 (!) Minuten wachzuhalten, ist er, gelinde gesagt, doch eher gescheitert. Die Vater Sohn-Thematik mag ja ganz nett sein, vor allem Jeff Bridges in seinem Kimono ist sowieso über alle schauspielerischen Verpflichtungen erhaben, es reicht, dass er da ist, aber schon sein Sohn, dargestellt von Garrett Hedlund (wer?) ist ein dermaßen pseudocooler und konturenloser Charakter, dass ihm wohl nur pubertierende Jungdamen erliegen könnten, die wohl definitiv nicht die Zielgruppe für diesen Film darstellen.

Außerdem: das digitale Universum, der "Grid". Häh? Was geht da ab? Computerprogramme kämpfen also gegeneinander. Hab ich da das Wort "Völkermord" gehört? Heiliger Data, versteht mich nicht falsch, ich bin ja für die Menschen- bzw. Computer(programm)rechte, aber hier kann ich nur sagen: Who cares? Es ist mir nicht gelungen nachzuvollziehen, warum mich das auch nur irgendwie interessieren sollte.

Den Höhepunkt dieses misslungenen Versuchs emotionale Hinwendung zu Computerprogrammen erzeugen, stellt wohl Quorra (dargestellt von Olivia Wilde) dar. Sie entstammt einem Volk von Computerprogrammen, das sich selbst "geschöpft" hat und eine Art digitale DNA besitzt. Laut Flynn, Jeff Bridges Charakter, ist sie die Antwort auf alle brennenden Fragen (Gott? Sinn des Lebens, usw.) der Menschheit.

Da flackert es kurz auf im Herzen eines Trekkies. Und weiter? Ach so, nur eine Fußnote.

Und ich persönlich habe ja wirklich viel Fantasie und lasse mir von Science Fiction Filmen so einiges einreden, aber hier frage ich mich nur: Wie soll das gehen? Und vor allem warum? Und überhaupt: Ich kapiere das und vieles andere an diesem Film nicht. Es war mir schlichtweg peinlich, schon während des Films, aber ich kapiere Tron:Legacy nicht, einen Blockbuster, der für Zwölfjährige gemacht wurde. Ich kapiere diesen Film nicht. Worum geht es hier bitte? Was passiert? Fragen wie diese hab ich mir gestellt, während ich beinahe sanft hinweggeschlummert wäre ...

Tron: Legacy Bild 1
Tron: Legacy Bild 2
Tron: Legacy Bild 3
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Tron: Legacy Bild 6
Tron: Legacy Bild 7
FAZIT:

Ich will nicht gemein sein. Tron: Legacy ist mir sympathisch, er ist ein Blockbuster mit dem Herzen am richtigen Fleck, wie ich das so zu sagen pflege. Er sieht außerdem toll aus, extremst cool sogar, und die Musik und Jeff Bridges schaffen eine erhabene mitreißende Aura. Aber Tron: Legacy ist gleichzeitig ein so emotionsloses, leeres, oberflächliches und unausgegorenes Drama mit unpackbaren Plotlöchern, dass sich sehr bald Langeweile und Unverständnis einstellen.

Hübsch und nett: ja. Raffiniert, interessant und klug: nein. So notgeil bin ich wieder nicht. Tron: Legacy stoße ich zwar nicht brutal von der Bettkante, aber ich weise ihm freundlich den Weg zur Türe ...

WERTUNG: 6 von 10 isomorphe Algorithmen
TEXT © Ralph Zlabinger
Dein Kommentar >>
Roman | 10.08.2015 18:49
habe ihn im Kino gesehen, war schon ein audio-visuelles Spektakel,
einfach schön anzusehen, würde auch nochmal reingehen, trotz der
inhaltlichen Schwächen

die Bilderauswahl oben ist ein bisschen lieblos, warum sieht man da 4
mal eine Neben-Nebendarstellerin wo es doch soviele andere tolle
Bilder gibt...
>> antworten
Nic | 24.02.2011 13:13
olivia wilde ist wieder single.
;-)
Andreas | 24.02.2011 13:27
wenns nen like button gäbe...
Nico | 24.02.2011 18:13
Ich würde eher Beau Garret nehmen! Geil nämlich, dass
Harald viermal sie hier rein gestellt hat und kein
einziges Pic von Olivia... ;) - good taste!
Andreas | 24.02.2011 21:41
ja, die find ich auch besser, aber die ist ja nicht single oder?
also ich schmeiss mich wieder an die wilde
>> antworten
Federico | 24.02.2011 11:16
Aha! Kein Verriss; dann werd' ich doch noch ins Kino wanken, hübsch und nett, reicht mir für's erste.^^
>> antworten
Andreas | 24.02.2011 07:59
typisch. zur türe gewiesen wird immer erst nach dem akt...
>> antworten


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