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GOOD MOVIES FOR BAD PEOPLE
Universalove

Universalove

LOVESTORY/MUSIKFILM: A, 2008
Regie: Thomas Woschitz
Darsteller: Stefan Arsenijevic, Dusan Askovic, Anica Dobra

STORY:

Marseille, Tokyo, Rio, Belgrad und Brooklyn sind die Schauplätze von UNIVERSALOVE, einer globalen Liebesgeschichte von Regisseur Thomas Woschitz und dem Sound von Naked Lunch.

KRITIK:

Die beste Überraschung gleich zum Einstieg: Naked Lunch lassen es wieder richtig krachen! THE PROPHET heißt dieses treibende, nach vorne peitschende Stück Indie-Rock-Lärm, mit dem sich die Klagenfurter Band in den ersten Minuten von UNIVERSALOVE lautstark zurückmeldet. Was mich ja insofern verblüfft, als mir das letzte, eh auch supere Album THIS ATOM HERAT OF OURS, fast schon zu sanft, zu still, zu sehr nach innen gekehrt war.

Naked Lunch haben ihr neues Album extra für Thomas Woschitz‘ Film geschrieben. UNIVERSALOVE ist ein Episodenfilm, ein filmisches Experiment, der fünf Liebesgeschichten in verschiedenen Städten durch die Musik von Naked Lunch zusammenführt.

Das ist natürlich ein ziemlich wagemutiges Unterfangen - gerade für einen weitgehend unbekannten österreichischen Filmemacher, der hier auf den Spuren von Kino-Künstlern wie Wong Kar-Wai, Jim Jarmusch oder Alejandro González Iñárritu wandelt. Allein: Die Rechnung geht nicht ganz auf.

So anerkennenswert es auch ist, wenn ein junger Ö-Filmer mal die liebgewonnenen Gemeindebauten mit ihrer grauen Trademark-Tristesse zurück lässt, sich in die Welt hinaus wagt und sich des ganz großen Themas - die Rede ist natürlich von der Liebe - annimmt: Seine Herkunft kann er leider nicht ablegen.

Auch wenn im Film englisch, französisch, serbisch und portugiesisch gesprochen wird, ist UNIVERSALOVE leider doch ein im schlechten Sinne österreichischer Film. Soll heißen: Der Film leidet unter dieser verdammten österreichischen noblen Zurückhaltung, unter der Angst vor großen Gesten, der Furcht vor Intensität und überbordender Leidenschaft, die uns Ösis offenbar in die Wiege gelegt wurde.

Von einer guten Lovestory erwarte ich mir ein bisschen mehr als zugegeben durchaus atmosphärisch eingefangene Schauplätze und einen tollen Soundtrack. Ich will Aufregung, ich will Leidenschaft, ich will große, überwältigende Momente, ich will in die Figuren reinkippen, ich will mitgerissen werden.

Das gelingt Woschitz leider zu keiner Sekunde. Die Figuren haben keine Zeit, sich zu entfalten. Und keine Gelegenheit, den Zuseher auf ihre Seite zu ziehen: Statt emotional überwältigender Momente gibt’s ein bissl Lakonie, statt Aufregung und Herzklopfen recht uninteressantes Gerede über Alltags-Banalitäten.

Ja, schon verstanden. Neunzig Prozent unserer Lebenszeit ist fade und banal. Aber muss es denn auch im Film so sein?

FAZIT:

Angetrieben von großartigen, extra für den Film geschriebenen Songs der heimischen Indie-Rock-Band Naked Lunch versucht sich Regisseur Thomas Woschitz an einer globalen Liebesgeschichte. Schade nur, dass der ambitionierte Episodenfilm trotz internationaler Schauplätze immer noch sehr, sehr österreichisch wirkt - leider nicht nur im positiven Sinne. Für Naked Lunch-Fans natürlich trotzdem Pflicht.

UNIVERSALOVE läuft exklusiv im Gartenbaukino.

WERTUNG: 5 von 10 Unterwasser-Küsse
Dein Kommentar >>
Bernhard | 20.04.2009 20:13
Das hab ich befürchtet. Ich fand schon den Trailer wenig überzeugend.
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