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Uprising - Der Aufstand

Uprising - Der Aufstand

DRAMA: USA, 2001
Regie: Jon Avnet
Darsteller: Leelee Sobieski, Hank Azaria, David Schwimmer, Donald Sutherland, Jon Voight

STORY:

Warschau 1943: Nach dem Einmarsch der Nazis werden die Juden gezwungen in einem abgetrennten Stadtteil, dem Ghetto, ihr Dasein zu fristen. Hunger, Tod und Demütigungen stehen nun auf der Tagesordnung der jüdischen Bevölkerung Warschaus. Während ein Großteil noch auf die Hilfe von Außen hofft, plant eine kleine Gruppe den bewaffneten Aufstand. Doch wie lange können sie der militärischen Übermacht trotzen?

KRITIK:

Die TV-Produktion "Uprising" widmet sich mit dem Warschauer Ghettoaufstand einem filmisch eher selten thematisierten Ereignis und kann daher auch als Versuch angesehen werden, den damaligen Wiederstandskämpfern ein Denkmal zu setzen. Daraus resultieren auch einige übertrieben pathetische, um nicht zu sagen klischeehafte Szenen und auch die Darstellung der Deutschen wirkt kaum differenziert.

Der Film beginnt mit dem Einmarsch der Nazis in Polen und führt dann die einzelnen Charaktere ein. Gleichzeitig wird gezeigt, wie sich die Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung ständig verschlechtert und wie sie versuchen, mit der neuen Situation klarzukommen, immer mit einem Fuß im Grab.

Schon bald beschließt eine kleine Gruppe um Mordechai Anielewicz (Hank Azaria), Yitzhak Zuckerman (David Schwimmer) und Tosia Altman (Leelee Sobieski) den Aufstand zu wagen, zu kämpfen. Obwohl sie der SS waffentechnisch bei weitem unterlegen sind, gelingt es ihnen, fast ein ganzes Monat den Nazis Paroli zu bieten. Selbst als ihre Häuser in Brand gesetzt werden, leisten sie aus Kellern und Abwasserkanälen heraus weiter Wiederstand.

Die Kämpfe wurden trotz geringen Budgets recht ordentlich in Szene gesetzt, auch wenn man sich als Zuseher des Verdachts nicht erwähren kann, dass in Punkto Realismus zugunsten einer fernsehtauglichen Darstellung zurückgeschraubt wurde. Der Film bemüht sich auch um eine anständige Atmosphäre und setzt zu diesem Zweck auf Zeitlupe und klassische Musik. Die musikalische Untermalung reicht vom Donauwalzer bis zur Mondscheinsonate, was anfangs noch funktioniert, wirkt auf die Dauer aber ermüdend.

Die Umsetzung mag für eine TV-Produktion recht gut gelungen sein, doch von einem richtig guten Film, der längerfristig in Erinnerung bleibt, ist Uprising weit entfernt. Das liegt aber auch daran, dass es dem Film selten gelingt sich aus der Masse der Holocaust-Filme abzusetzen. Dabei wäre durchaus Potential vorhanden, der Film hat einige Szenen, in dem es ihm gelingt Akzente zu setzen. In einer wirklich grandiosen Szene wird beispielsweise der Vorsitzende des Ältestenrates des Warschauer Ghettos Adam Czerniakówder bis dahin daran festhielt, dass man mit den Deutschen faire Verhandlungen führen kann, mit der harten Realität und der Unmenschlichkeit des Systems konfrontiert. Und auch die Kirchenszene bleibt in Erinnerung und regt zum Nachdenken an.

Erwähnenswert ist auch Cary Elwes Rolle als Fritz Hippler, der im Auftrag von Goebbels die Hetz-"Dokumentation" "Der ewige Jude" drehen soll.

Uprising - Der Aufstand Bild 1
Uprising - Der Aufstand Bild 2
Uprising - Der Aufstand Bild 3
Uprising - Der Aufstand Bild 4
FAZIT:

Recht ordentliche TV-Produktion über den Aufstand im Warschauer Ghetto, die den Widerstandskämpfern ein Denkmal setzt. Trotz interessanter Thematik und einigen tollen Szenen konnte mich das Gesamtprodukt nicht komplett überzeugen, irgendwie hätte ich mir doch eine etwas bessere Umsetzung gewünscht.

WERTUNG: 6 von 10 brennenden Nazis
TEXT © Gerti
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