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Werewolf Woman

Werewolf Woman

OT: La Lupa Mannara
HORROR: Italien, 1976
Regie: Rino di Silvestro
Darsteller: Annik Borel, Tino Carraro, Dagmar Lassander, Howard Ross

STORY:

Nach einer Vergewaltigung wähnt sich die junge Daniela von einer einst als Hexe hingerichteten Ahnherrin besessen. Jeder Anflug von Sexualität in ihrem Umfeld weckt die mordende Bestie in ihr ...

KRITIK:

Aus der Schmuddelschublade heult die einst geschändete WEREWOLF WOMAN ihren Rape & Revenge-Servus ins Gesicht der verkommenen Männerwelt, das (stellvertretend für die Peiniger von damals) zuerst becirct und dann zerfleischt wird. Natürlich wird hier nicht viel Mitgefühl für die im Grunde tragische Titelfigur aufgebracht; schließlich weilen wir in einem Machwerk im Wortsinne von Rino de Silvestro, keinem guten, aber wie gesagt schmuddeligen Filmemacher aus Bella Italia.

Wer Streifen wie MÄDCHEN WEG VOM STRICH oder DIE ORGIEN DER CLEOPATRA gesehen hat, weiß, dass dieser Herr sich die Exploitation ans Fähnchen geheftet hat. Und wer die Review vom geschätzten Kollegen Gregor zu DIE LIEBESENGEL gelesen hat, weiß außerdem, dass der Herr auch den waschechten Nulltakter kann.

Zwischen den tonangebenden Sleaze, Splatter & Besessenheitsszenarien überrascht Signor di Silvestro nur anfänglich mit inszenatorischem Fingerspitzengefühl. Insbesondere die ersten morbiden Angst- und Lustvisionen unserer WEREWOLF WOMAN werden getragen von di Goris träumerischen Klavierstücken und verstehen es eine abseitige Stimmung zu kreieren. Die ist aber bald wieder verflogen, als di Silvestro sein Hauptaugenmerk krampfhaft auf nackte Haut, durchsichtige Negligés sowie mehr oder weniger plumpe Softsexszenen richtet. Auch der Score dudelt von da an eher uninspiriert vor sich hin.

Da die WEREWOLF WOMAN keine Gefangenen macht, gibt es zumindest eine Vielzahl von kruden Morden; obgleich die sich in einem eher mäßig spannenden Kontext ereignen. Vom Titel darf man sich übrigens nicht täuschen lassen: Die französische Hauptdarstellerin Annik Borel darf zwar im Prolog in einen trashigen Fell-Suit schlüpfen und mehr als einmal in Großaufnahme die Zähne fletschen, doch ein Werwolf ist sie mitnichten. Sie ist vielmehr traumatisiertes Vergewaltigungsopfer, welches ihren Hass und Abscheu in einer psychotischen Form der Lykantropie katalysiert. Es sollte nicht überraschen, dass WEREWOLF WOMAN zum Psychodrama nicht taugt und wahrscheinlich auch nicht taugen wollte.

Eurocultfans dürfen sich dennoch auf ein Wiedersehen mit Dagmar (THE FRIGHTENDED WOMAN) Lassander und Howard (NEW YORK RIPPER) Ross freuen. Beide sind allerdings nur in Nebenrollen zu sehen.

Werewolf Woman Bild 1
Werewolf Woman Bild 2
Werewolf Woman Bild 3
Werewolf Woman Bild 4
FAZIT:

Vergewaltigungstrauma im Gewand eines uninspirierten lykantropischen Rape & Revenger nach italienischer Exploitation-Art. Krampfhaft offenstehende Blusen halten sich die Waage mit kruden Morden, eher plumpen Softsex und ein paar eingestreuten Bessenheitsszenarien. Spannung kommt jedoch kaum auf und auch die anfangs noch zart aufblühende abseitige Atmosphäre ist leider schnell wieder verflogen. Einmal mehr hat Regisseur Rino di Silvestro "Meisterwerk" mit "Machwerk" verwechselt; auch wenn die WEREWOLF WOMAN sicherlich weitaus goutierbarer als DIE LIEBESENGEL daherkommt, die den geschätzten Kollegen Gregor einst zu einer Nullpunkte-Vergabe genötigt haben.

WERTUNG: 4 von 10 psychosexuellen Ausrastern
TEXT © Christian Ade
Dein Kommentar >>
Johannes | 08.07.2014 09:15
Super, mal wieder was von dir zu lesen, Chris! :) Und mit was für einem Film mal wieder... :D
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