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Wasser fr die Elefanten

Wasser für die Elefanten

OT: Water for Elephants
DRAMA: USA, 2011
Regie: Francis Lawrence
Darsteller: Reese Witherspoon, Robert Pattinson, Christoph Waltz, Hal Holbrook, Mark Povinelli

STORY:

Amerika zu Zeiten der großen Depression: Geld ist knapp, Jobs sind rar, und junge, kräftige Männer sind gezwungen ein Vagabundendasein ohne großartige Zukunftsaussichten zu führen. So wie Jacob Jankowski. Nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern schmeißt der junge Mann auch noch sein Veterinär-Studium an einer Eliteuni. Er hat ja nichts mehr zu verlieren. Eines Nachts springt er auf einen vorbeifahrenden Zug und landet prompt in einem Zirkuswagon. Jacob hat Glück und wird vom Zirkus eingestellt, doch das Leben beim Zirkus ist alles andere als ein Zuckerschlecken, vor allem wenn man ein Auge auf die attraktive Gemahlin des Direktors geworfen hat…

KRITIK:

Ach, Zirkus. Eine geheimnisvolle, magische Welt, in der (Kindheits)träume wahr werden. Ein Ort, an dem Schönheit, Anmut und Eleganz auf exotische Tiere treffen, an dem alles möglich zu sein scheint. In der Artisten mit Leichtigkeit durch die Luft schweben und Clowns die Menge zum Lachen bringen. Doch es gibt auch eine andere, düstere Seite. Und nein, ich rede jetzt nicht von den Freaks, die früher auf Jahrmärkten zur Schau gestellt wurden. Nein, ich rede von der ganzen harten Arbeit, dem ganzen Dreck, von dem Schweiß und dem Blut, das nötig ist, um Träume zum Leben zu erwecken.

Womit das Milieu, in dem "Wasser für die Elefanten" spielt, abgesteckt wäre. Und was soll ich sagen: Schmutz findet man im Film eher weniger. Stattdessen gibt es bombastische Bilder und viel Weichzeichner. Klar, das ist nett anzusehen und tut vor allem dem Show-Teil recht gut, aber auf die Dauer wirkt es halt ein wenig eintönig und leider auch zu glatt.

Dabei kann sich der Film durchaus sehen lassen. Die Ausstattung und die Kostüme sind wirklich schön ausgefallen. Sicher, Robert Pattinson wirkt auf den ersten Blick wie der Bruder von Nick Stahl aus der HBO-Serie Carnivàle. Aber ist schon okay so. Nett anzusehen ist auch Reese Witherspoon, die mit ihrer grazilen Art und den blonden Haaren fast schon etwas elfenhafter hat.

Regisseur Francis Lawrence (I Am Legend) versteht es zumindest seine Schauspieler in Szene zu setzen. Der erste Auftritt, den er Christoph Waltz gegönnt hat, ist wirklich erinnerungswürdig. Und auch die Einführung von Reese Witherspoon ist großes Kino. Doch leider ist der Film hinter dem ganzen Bombast, den schönen Bildern und den pompösen Score oftmals seltsam blutleer. Die Liebesgeschichte zwischen Pattinson und Witherspoon bleibt ohne große Leidenschaft und zudem gelingt es dem Film nicht wirklich die Faszination für den Zirkus adäquat darzustellen.

Trotz dieser Schwächen ist der Film durchaus unterhaltsam. Was nicht zuletzt daran liegt, dass "Wasser für Elefanten" trotz moderner Technik ein herrlich altmodischer Film geworden ist. Zudem geht der Film weitaus weniger in Richtung klassischer Liebesgeschichte, als der Trailer vermuten lässt. Eigentlich geht der Film mehr in Richtung Drama und scheut auch nicht davor zurück, auch etwas gewalttätigere Szenen, wie die Misshandlung der Zirkustiere, zu zeigen. Selbst vor ernsten Themen wie Gier und Tod macht der Film nicht halt. Interessant ist auch das Spiel mit Illusionen, das zumindest in den Dialogen angedeutet wird. Und es gibt schon einige Szenen die in Erinnerung bleiben. So wie die Sache mit den Tigern. Der Film hat durchaus seinen Reiz, auch wenn bei einer gescheiten Inszenierung durchaus mehr drinnen gewesen wäre.

Schauspielerisch ist der Film durchaus okay. Robert Pattinson und Reese Witherspoon bringen ihre Rollen durchaus glaubhaft rüber, auch wenn wie oben schon angedeutet, leider die Chemie zwischen den Beiden nicht so ganz stimmt. Aber so lange Pattinson Witherspoon lediglich aus der Ferne bewundert, klappt es auch mit der fehlenden Chemie. Christoph Waltz spielt seine Kollegen klar an die Wand, was aber auch niemanden wirklich überraschen sollte. Aber so gut sein Spiel auch sein mag, so furchterregend er in manchen Szenen auch wirkt, bleibt doch ein fahler Beigeschmack. Waltz ist gewohnt gut, aber er bringt nichts wirklich Neues. Langsam zeigen sich halt erste Abnutzungserscheinungen. Oder um es mit dem Worten eines anderen Kinobesuchers auszudrücken: "Hey, das ist doch der eine, der immer die Bösen spielt."

Waltz ist aber nicht der einzige, der eine großartige Performance hinlegt. Herausragend ist auch die Performance von Tai, einer Elefantendame. Der Elefant ist sowieso der heimliche Star von "Wasser für Elefanten". Erwähnenswert ist auch der kurze Auftritt von Hal Halbrook, der es trotz eng bemessener Screen time irgendwie schafft, eine berührende Performance hinzulegen.

Wasser für die Elefanten Bild 1
Wasser für die Elefanten Bild 2
Wasser für die Elefanten Bild 3
Wasser für die Elefanten Bild 4
Wasser für die Elefanten Bild 5
FAZIT:

In Wasser für die Elefanten entdeckt Hollywood die Welt des Zirkus für sich. Soll heißen: Klingende Namen und eine Story die schon in Buchform die Kassen klingeln ließ (Sara Gruen). Auch interessant: Der Film spielt zur Zeit der großen Depression, was auch durchaus Assoziationen zur heutigen Zeit und ein paar Seitenhiebe auf den großen amerikanischen Traum zulässt. Als Blockbuster für zwischendurch ganz okay, aber Drehbuchschwächen und die fehlende Chemie zwischen den Hauptdarstellern trüben das Filmvergnügen. Aber hey: Dafür gibt es einen wirklich talentierten Elefanten zu sehen. Und schön anzuschauen ist der Film allemal.

WERTUNG: 6 von 10 verbotenen Küssen
TEXT © Gerti
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